Bei den Autofahrern hatte der Biosprit E10 von Beginn an wenig Erfolg. Auf die Mineralölkonzerne aber kommen wohl keine größeren Belastungen zu. Sie können das E10-Debakel voraussichtlich ohne Strafzahlungen abfedern.
E10 hatte an den Tankstellen kaum Erfolg.
Foto: dapd
E10 hatte an den Tankstellen kaum Erfolg.
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Frankfurt –
Wegen der neuen Benzinsorte E10 gibt es weiter Ärger. Die Politik erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Mineralölkonzerne: Der Misserfolg der neuen Benzinsorte E10 würde zur Preistreiberei genutzt. Preisaufschläge auf reguläres Superbenzin mit fünf statt zehn Prozent Ethanol-Anteil seien nicht nötig, so die Argumentation des Bundesumweltministeriums und der FDP. Die Tankstellenbetreiber argumentieren dagegen, im Schnitt nur zehn Prozent der Benzinkunden würden E10 tanken. So könne die Biospritquote nur mit teuren Ausgleichsmaßnahmen erfüllt werden oder es seien gar Strafzahlungen fällig. Die müssten bei den anderen Benzinsorten als Kompensation aufgeschlagen werden.
Was stimmt nun? Ist der E10-Aufschlag gerechtfertigt oder nicht? Der Frankfurter Rundschau liegen Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium vor, die Licht ins Dunkel bringen. Sie zeigen, dass die Mineralölkonzerne vermutlich weniger Probleme als gedacht haben werden, die Quote zu erfüllen. Denn im Jahr 2010 haben sie die Biospritquote von 6,25 Prozent deutlich übertroffen. Sie schieben also auch 2011 eine Art Quotenberg vor sich her, der den schleppenden E10-Verkauf zum Teil oder gar ganz kompensieren könnte.
Den vorläufigen Zahlen des Ministeriums nach wurden 2010 von den zur Biospritquote verpflichteten Unternehmen 2 212 Millionen Gigajoule Treibstoff verkauft. Die Rechnung wird in Brennwert und nicht in Litern geführt, weil Benzin, Diesel und die jeweiligen Biokraftstoffe unterschiedlich hohe Energiedichten haben. 156,5 Millionen Gigajoule konnten die Mineralölkonzerne sich als Biosprit anrechnen lassen. Gut die Hälfte davon stammt aus der Beimischung von Biodiesel zu Diesel, ein Fünftel von Biobenzin. Reiner Biodiesel steuerte zwölf Millionen Gigajoule bei.
Hinzu kommen, und das ist besonders brisant für den Streit um E10, 30 Millionen Gigajoule als Übertrag aus dem Jahr 2009. In der Vergangenheit war die Biospritquote niedriger und die Mineralölkonzerne haben offenbar ein erhebliches Polster an noch nicht verbrauchter Biospritquote aufgebaut. Einen Teil davon werden sie nun ins Jahr 2011 hinübernehmen. Denn insgesamt haben sie, so ergibt es sich aus den Ministeriumszahlen, voriges Jahr statt der Biospritquote von 6,25 Prozent eine Quote von 7,08 Prozent erreicht. Die Ölkonzerne haben demnach ein ordentliches Paket von 18,25 Gigajoule Biospritquote mit ins Jahr 2011 genommen.
Diese Automodelle vertragen kein E10
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Diese Automodelle vertragen kein E10
Alle Fahrzeuge der Marke Audi sind bis auf wenige Ausnahmen für E10 geeignet:
Audi A2
- Hubraum: 1,6 FSI, Leistung 81 kW, Produktionszeitraum: April 2002 bis Juli 2005
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Audi A3
- Hubraum: 1,6 FSI, Leistung 85 kW, Produktionszeitraum: September 2003 bis Mai 2004
- Hubraum: 2,0 FSI, Leistung 110 kW, Produktionszeitraum: März 2003 bis Mai 2004
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Audi A4
- Hubraum: 2,0 FSI, Leistung: 110 kW, Produktionszeitraum: August 2002 bis November 2004
- Benziner-Limousine mit Standheizung, Hubraum: alle, Leistung: alle, Oktober 2000 bis Oktober 2007
- Benziner-Kombi (Avant) mit Standheizung, Hubraum: alle, Leistung: alle, Juli 2001 bis Mai 2008
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Alle Fiat-Modelle mit Abgasnorm Euro3, Euro4 und Euro5 ab Baujahr 2000 sind E10-verträglich, außer folgenden Modellen:
Fiat Barchetta 1.8 16V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Fiat Bravo/Brava (Modellbezeichnung 182) 1.6 16V
Quelle: ADAC
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Fiat Doblò 1.6 16V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Fiat Marea 1.6 16V und 2.0 16V
Quelle: ADAC
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Fiat Multipla 1.6 16V
Quelle: ADAC
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Fiat Palio 1.6 16V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Fiat Punto (Modellbezeichnung 188) 1.8 16V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Fiat Stilo 1.6 16V (1.596 cm³), 1.8 16V und 2.4 20V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Alle Modelle mit Abgasnorm Euro3, Euro4 und Euro5 ab Baujahr 2000 sind E10-verträglich, außer folgenden Modellen:
Lancia Lybra 1.6 16V, 1.8 16V und 2.0 20V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Lancia Thesis 2.0 Turbo 20V, 2.4 20V, 3.0 V6 24V und 3.2 V6 24V
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
Alle europäischen Lexus-Modelle produziert ab Januar 1998 können mit dem Kraftstoff E10 betrieben werden. Ausnahmen sind folgende Modelle:
Lexus IS250 V6
- Hubraum: 2,5 Liter, Motorentyp: 4GR-FSE (siehe Betriebsanleitung), Produktionszeitraum: August 2005 bis September 2007
Quelle: ADAC
Lexus GS300 V6
- Hubraum: 3,0 Liter, Motorentyp: 3GR-FSE (siehe Betriebsanleitung), Produktionszeitraum: Januar 2005 bis September 2007
Quelle: ADAC
Lexus LS460 V8
- Hubraum: 4,6 Liter, Motorentyp: 1UR-FSE (siehe Betriebsanleitung), Produktionszeitraum: August 2006 bis September 2007
Quelle: ADAC
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Fast alle Mercedes-Modelle mit Ottomotoren vertragen den E10-Kraftstoff. Ausnahmen sind folgende Modelle der ersten Generation mit Direkteinspritzung:
Mercedes C 200 CGI
- Baureihe 203, Produktionszeitraum: 2002 bis 2005
Quelle: ADAC
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Mercedes CLK 200 CGI
- Baureihe 209, Produktionszeitraum: 2002 bis 2005
Quelle: ADAC
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Bis auf die Modelle mit GDI-Motoren (siehe Schriftzug am Heck oder Modellbezeichnung) vertragen alle Mitsubishi-Fahrzeuge den E10-Kraftstoff.
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Keines der Modelle der Sportwagenschmiede Morgan verträgt den E10-Sprit.
Quelle: ADAC
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Alle Nissan-Modelle vertragen E10, bis auf folgende Fahrzeuge, die Super Plus mit mindestens 98 Oktan benötigen:
Nissan 350Z
Quelle: ADAC
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Alle Renault-Benziner, die seit Januar 1997 auf den Markt gekommen sind und die mindestens die Abgasnorm Euro2 erfüllen, sind für den E10-Kraftstoff geeignet. Folgende Modelle sind nicht für E10 geeignet:
Renault 19 (alle Benziner)
Quelle: ADAC
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Renault Megane 1
- 2,0 l mit Benzin-Direkteinspritzung (F5R 700)
- 2,0 l mit Benzin-Direkteinspritzung (F5R 740)
Quelle: ADAC
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Renault Laguna II
- 2,0 l mit Benzin-Direkteinspritzung (F5R 782)
- 2,0 l Turbo (F4R 764), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
- 2,0 l Turbo (F4R 765), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
Quelle: ADAC
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Renault Escpace 4
2,0 l Turbo (F4R 790), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
2,0 l Turbo (F4R 794), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
Quelle: ADAC
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Renault Velsatis
2,0 l Turbo (F4R 762), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
2,0 l Turbo (F4R 763), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
Quelle: ADAC
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Renault Avantime
2,0 l Turbo (F4R 760), Baujahr: Januar 2000 bis Dezember 2002
2,0 l Turbo (F4R 761), Baujahr Januar 2000 bis Dezember 2002
Quelle: ADAC
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Alle Skoda-Modelle sind E10-verträglich. Ausnahmen sind folgende Modelle:
Felicia
- Typ 791, 795 und 797, Motoren: 40 und 50 kW, Produktionszeitraum: 1995 bis 2002 (An 10. Stelle der Fahrzeug-Ident-Nr. steht eines dieser Zeichen: S,T,U,V,W,X,Y,1,2)
Quelle: ADAC
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Favorit, Forman, Pick-Up
- Typ 781, 785, 787, sowie alle älteren Modelle vor Modelljahr 1989 (z.B. S100/105/110/120/130/135/136/1000 MB)
Quelle: ADAC
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Alle europäischen Toyota-Modelle produziert ab Januar 1998 können mit dem Kraftstoff E10 betrieben werden. Ausnahmen sind folgende Modelle:
Toyota Avensis
- Hubraum: 2,0 Liter mit dem Motorentyp 1AZ-FSE (siehe Betriebsanleitung) produziert zwischen Juli 2000 und Oktober 2008
Quelle: ADAC
Toyota Avensis
- Hubraum: 2,4 Liter mit dem Motorentyp 2AZ-FSE (siehe Betriebsanleitung) produziert zwischen Juni 2003 und Oktober 2008
Quelle: ADAC
Die Fahrzeuge von Volkswagen sind bis auf wenige Ausnahmen für E10 geeignet:
VW Lupo
- Hubraum/Leistung: FSI 1389/77, Motorkennbuchstaben: ARR, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 35/2000 bis Kalenderwoche 45/2003, Modelljahre: 2001 bis 2004
Quelle: ADAC
Foto: Hersteller
VW Polo
- Hubraum/Leistung: FSI 1390/63, Motorkennbuchstaben: AXU, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 07/2002 bis Kalenderwoche 22/2006, Modelljahre: 2002 bis 2006
Quelle: ADAC
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VW Golf IV
- Limousine: Hubraum/Leistung: FSI 1598/81, Motorkennbuchstaben: BAD, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 45/2001 bis Kalenderwoche 18/2004, Modelljahre: 2002 bis 2004
- Variant (Kombi): Hubraum/Leistung: FSI 1598/81, Motorkennbuchstaben: BAD, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 44/2001 bis Kalenderwoche 43/2006, Modelljahre: 2002 bis 2006
Quelle: ADAC
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VW Bora
- Limousine: Hubraum/Leistung: FSI 1598/81, Motorkennbuchstaben: BAD, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 44/2001 bis Kalenderwoche 36/2005, Modelljahre: 2002 bis 2005
- Variant (Kombi): Hubraum/Leistung: FSI 1598/81, Motorkennbuchstaben: BAD, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 44/2001 bis Kalenderwoche 36/2005, Modelljahre: 2002 bis 2005
Quelle: ADAC
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VW Golf V
- Hubraum/Leistung: FSI 1390/66, Motorkennbuchstaben: BKG, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 48/2003 bis Kalenderwoche 45/2004, Modelljahre: 2004 bis 2005, Bemerkung: ab Kalenderwoche 45/2004 E10-geeignet
- Hubraum/Leistung: FSI 1598/85, Motorkennbuchstaben: BAG, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 32/2003 bis Kalenderwoche 22/2004, Modelljahr: 2004, Bemerkung: ab Kalenderwoche 23/2004 E10-geeignet (MJ 2005)
- Hubraum/Leistung: FSI 1984/110, Motorkennbuchstaben: AXW, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 05/2004 bis Kalenderwoche 22/2004, Modelljahr: 2004, Bemerkung: ab Kalenderwoche 23/2004 E10-geeignet (MJ 2005)
Quelle: ADAC
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VW Touran
- Hubraum/Leistung: FSI 1598/85, Motorkennbuchstaben: BAG, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 48/2002 bis Kalenderwoche 22/2004, Modelljahre: 2003 bis 2004, Bemerkung: ab Kalenderwoche 23/2004 E10-geeignet (MJ 2005)
- Hubraum/Leistung: FSI 1984/110, Motorkennbuchstaben: AXW, Produktionszeitraum: Kalenderwoche 43/2003 bis Kalenderwoche 22/2004, Modelljahr: 2004, Bemerkung: ab Kalenderwoche 23/2004 E10-geeignet (MJ 2005)
Quelle: ADAC
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Alle Volvo-Modelle mit Otto-Motor, die seit 1976 eingeführt wurden, können mit E10 Kraftstoff betrieben werden. Ausgenommen sind folgende Fahrzeuge:
Volvo S40/V40
- Hubraum: 1,8 Liter, Modelljahre: 1998 bis 2004, Bemerkung: Fahrzeuge sind mit GDI-Motoren von Mitsubishi ausgerüstet
Quelle: ADAC
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Deutschlands Autofahrer sind verunsichert. Welche Automodelle dürfen den neuen E10-Sprit tanken und welche nicht? Wir zeigen die Fahrzeuge, für die der neue Sprit gefährlich ist.
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Hersteller/dpa
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Wer verdient was vom Benzinpreis?
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Wer verdient was vom Benzinpreis?
1. Förderung: Die Kosten, Öl zu finden und zu fördern, schwanken stark. Bei erschlossenen Ölquellen im Irak kostet die Förderung eines Barrels Rohöl (159 Liter) nur 1,50 Euro. Vor Alaskas Küste fallen dafür bis zu 45 Euro an. Im Nahen Osten liegt der Förderpreis eines Liters Öl bei sieben Cent pro Liter, so Klaus Matthies vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.
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2. Transport: Um das Rohöl auf großen Tankschiffen zu den Raffinerien zu bringen, sind keine Riesensummen fällig: Gerade mal einen halben Cent zahlen die Auftraggeber im Schnitt für die Lieferung von einem Liter Rohöl. Am Handel mit Öl verdienen vor allem die Förderländer als Eigentümer sehr gut. Verfügen sie nicht über eigene Förderfirmen, bezahlen sie Dienstleister dafür.
Zwischenstand: 7,5 Cent.
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3. Raffinerie: Die Herstellungskosten liegen bisher also bei 7,5 Cent, verkauft wird ein Liter Rohöl an die Raffinerien aber derzeit für 37 Cent. Genau an dieser Stelle wird der meiste Profit gemacht. Experten zufolge streichen ihn Ölstaaten und Mineralölkonzerne ein. Auf fünf Liter Rohöl entstehen ein Liter Benzin - und viele weitere Produkte wie Diesel, Petroleum, Kerosin und Heizöl.
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4. Treibstoff-Handel: Wie hoch der Gewinn der Raffinieren ausfällt, hängt von den Preisen für Benzin ab, die an der Börse erzielt werden. Sie richten sich nach Angebot und globaler Nachfrage. Allerdings manipulieren Spekulanten oft das Marktgeschehen. Wegen zunehmender Treibstoff-Knappheit ist der Großhandelspreis für einen Liter Benzin auf 61 Cent geklettert. Rotterdam ist das europäische Zentrum für den Handel mit Mineralöl und dessen Produkten. Dort stehen auch viele Raffinieren.
Zwischenstand: 61 Cent
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5. Aufbereitung und Vertrieb: Etwa elf Cent berechnen die Ölkonzerne in Deutschland für Transport, Lagerung und Ethanol-Beimischung pro Liter Benzin.
Zwischenstand: 72 Cent.
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6. Tankstellen: Für den Einkauf des Benzins mussten die Tankstellen 68,3 Cent je Liter aufwenden. Bei den Tankstellen bleiben zwischen 4 und 10 Cent je Liter - abhängig von Tag und Kraftstoff-Art - Kosten für den Tankstellenbetrieb gehen aber davon ab. Zwischenstand: 77 Cent.
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7. Steuern: Kunden zahlen für jeden Liter 90,1 Cent Steuern (Energie-/Mineralöl-/Öko-/Mehrwertsteuer). Dabei ist die Mineralölsteuer von 65,5 Cent je Liter festgeschrieben, die Mehrwertsteuer von 19 Prozent bringt dem Staat dagegen bei höheren Endpreisen auch mehr ein. Im April waren es 25,6 Cent je Liter. Macht als Endergebnis gut 1,67 Euro pro Liter. (Quelle Statistisches Bundesamt/MWV)
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Der Benzinpreis, den der Autofahrer an der Tankstelle bezahlt, besteht weit überwiegend aus Steuern und dem Einkaufspreis für das Benzin am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam. Am Benzin verdienen viele - aber unterschiedlich gut. Wir zeigen den Weg vom Rohöl zur Tankstelle - und wer wie viel kassiert. Wir gehen dabei von einem Benzinpreis von 1,67 Euro aus.
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FR-Infografik
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Damit ist das Polster der Konzerne zwar deutlich geschrumpft. Aber eigentlich sollte es möglich sein, die Quote auch 2011 ohne große Probleme zu erfüllen, die Menge müsste dafür ausreichen. Zwar gibt es noch einige Unbekannte in der Gesamtrechnung für 2011, sie dürften sie aber nicht allzu stark ändern. So ist der Absatz von reinem Biodiesel im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 80 Prozent eingebrochen. Auf der anderen Seite werden ja immerhin geringe Mengen E10 an den Tankstellen verkauft, die wiederum die Quotenerfüllung erleichtern.
Oliver Krischer, der Energieexperte der Grünen im Bundestag, ist empört. Die „Preisaufschläge entbehren jeder faktischen Grundlage“, sagte er der Frankfurter Rundschau. Aus dem Schreiben der Bundesregierung gehe eindeutig hervor, dass die Konzerne wie auch in der Vergangenheit große Kapazitäten aus dem Vorjahr anrechnen ließen. „Es geht den Mineralölkonzernen vor allem darum, Druck auf die Politik aufzubauen, die Beimischungsquote zu senken. Die Zeche zahlen mal wieder die deutschen Autofahrer.“
Noch sind die Zahlen des Finanzministers in der Branche nicht bekannt. BP-Europa- und Aral-Chef Uwe Ranke hatte allerdings kürzlich behauptet, dass der Branche Kosten von 300 Millionen bis 400 Millionen Euro durch die E10-Ablehnung entstehen, entweder durch Strafzahlungen oder durch teure Ausgleichsmaßnahmen. Sie müssten zum Teil beim Kunden eingetrieben werden. Damit hatte er die empörten Äußerungen der Politik provoziert. Angesichts des dicken Polsters an alten Quoten, auf dem die Konzerne offenbar sitzen, ist diese Einschätzung wohl kaum noch zu halten.
Vielmehr könnte ein anderer Mechanismus zum Tragen kommen: Die alten Quoten reichen zwar zur Erfüllung der Vorgaben und kompensieren das E10-Debakel. Sie könnten aber dennoch bei regulärem Superbenzin eingepreist werden, schließlich haben sie für die Konzerne, die sie auch weiterverkaufen könnten, einen bestimmten Wert. Die Versilberung der alten Quoten wäre also ein kaufmännisch korrektes Verhalten.
Ob die Kunden an den Tankstellen und die Politik dafür Verständnis haben, steht allerdings auf einem anderen Blatt.