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13. November 2013

Neuer Standort in Tschechien: Protest gegen Amazon-Logistikzentrum

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Amazon will in der Nähe von Prag ein Logistikzentrum eröffnen. Doch das Vorhaben stößt dort nicht nur auf Begeisterung.  Foto: Imago/Symbolbild

Amazon will in mehreren Ländern in Mittel- und Osteuropa neue Logistikstandorte errichten und verspricht Tausende neue Arbeitsplätze. In einem kleinen Dorf in Tschechien regt sich jetzt aber Widerstand gegen die Pläne des US-Logistikkonzerns.

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Amazon will in mehreren Ländern in Mittel- und Osteuropa neue Logistikstandorte errichten und verspricht Tausende neue Arbeitsplätze. In einem kleinen Dorf in Tschechien regt sich jetzt aber Widerstand gegen die Pläne des US-Logistikkonzerns.

Dobrovíz –  

Bis zu 4000 ständige und weitere 6000 saisonal beschränkte neue Arbeitsplätze verspricht der US-Versandhändler Amazon an seinen beiden geplanten Standorten in Tschechien. Angebote wie diese kann der in der Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise unter Druck geratene tschechische Arbeitsmarkt zurzeit sehr gut gebrauchen.

Dennoch regt sich an einem der beiden geplanten neuen Amazon-Standorte heftiger Widerstand gegen das Vorhaben des US-Konzerns: In Dobrovíz, einem 470-Seelen-Nest 16 Kilometer westlich von Prag, soll ein gigantisches Logistik-Zentrum aus dem Boden wachsen. Die Bewohner befürchten eine Verkehrslawine.

"Das Problem ist, dass die Verkehrserschließung des Standortes bis jetzt nicht gelöst ist. Es muss eine Umgehung gebaut werden, die den Verkehr direkt dorthin lenkt und dem Ortskern eine erhöhte Verkehrsbelastung erspart", sagte Jitka Ungerová, die eine Bürgerinitiative gegen das Projekt geründet hat, dem tschechischen Nachrichtenportal Idnes.cz.

Besonders verärgert sind die Bürger von Dobrovíz darüber, dass sie nicht über den Bau der 95.000 Quadratmeter großen Logistikhalle informiert wurden. "Wir sind schockiert drüber, was in Tschechien alles möglich ist. Wir als Bürger erfahren als letzte davon, dass hier ein Riesenkomplex aus dem Boden gestampft werden soll."

Der Bürgermeister von Dobrovíz, Martin Šafr, beruhigt gegenüber Idnes.cz: "Wir sind aufgefordert worden, zu dem Vorhaben eine Stellungnahme abzugeben. Das haben wir bis jetzt nicht gemacht, weil wir noch nicht mit dem Investor gesprochen haben." Aber es geben bereits einen Termin für gemeinsame Verhandlungen mit Vertretern von Amazon und der mittelböhmischen Regionalverwaltung, versichert der Politiker.

Die Zeit drängt

Viel Zeit für Verhandlungen bleibt aber nicht, Amazon will den Betrieb in dem in unmittelbarer Nähe zum Prager Flughafen gelegenen Logistikzentrum schon in der zweiten Jahreshälfte 2014 aufnehmen. Deswegen befürchten die Bewohner von Dobrovíz und den umliegenden Orten Kněževes, Hostouň, Středokluky und Jeneč, dass der Bau der Riesenhalle längst beschlossene Sache ist.

Neben der erhöhten Verkehrsbelastung durch die erwarteten 450 täglichen Lastwagenfahrten befürchten Bürger von Dobrovíz auch eine Zerstörung des denkmalgeschützten Ortsbildes. "Ursprünglich waren vier kleinere Hallen geplant und genehmigt, jetzt soll es auf einmal eine große werden", klagt Aktivistin Jitka Ungerová.

Für Amazon ist der Standort nicht nur wegen der geringen Entfernung zum Václav-Havel-Flughafen attraktiv: In unmittelbarer Nähe des Airports eröffnet ein Subunternehmer des US-Konzerns in Kürze ein Umschlagzentrum für Retourware aus Deutschland.

Insgesamt sei Tschechien wegen seiner gut qualifizierten Arbeitskräfte und der verkehrsgünstigen Lage in der Mitte Europas ein idealer Standort, schreibt Amazon in einer Pressemitteilung.

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