Jede dritte Vollzeit-Beschäftigte bezieht ein deutlich geringeres Einkommen als der Durchschnitt - Frauen verdienen immer noch 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.
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Zum 100. Internationalen Frauentag fällt die Bilanz wie in längst vergangen geglaubten Zeiten aus: Niedriglöhne sind auch heute im Wesentlichen Frauensache. Nicht nur Teilzeitkräfte und Minijobberinnen werden oft schlecht bezahlt. Auch Arbeitnehmerinnen, die ganztags arbeiten, sind häufig Geringverdienerinnen: Jede dritte Frau mit Vollzeitjob muss sich mit einem Niedriglohn begnügen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Demnach sind von den 7,3 Millionen weiblichen Vollzeitkräften 33 Prozent Geringverdienerinnen. Bei den Männern sind es lediglich 13 Prozent.
Schaut man sich alle Beschäftigten inklusive Teilzeitkräften an, ist das Niedriglohn-Risiko ähnlich ungleich verteilt, berichtet Claudia Weinkopf, Vize-Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen. Das heißt: Ob ganztags oder halbtags: „Über alle Erwerbsformen hinweg arbeiten Frauen eher auf schlechter bezahlten Stellen.“ Insgesamt seien 68 Prozent aller Niedriglöhner Frauen.
Als Geringverdiener gelten Menschen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Einkommens erhalten. Wenn man ausschließlich Vollzeitbeschäftigte betrachtet, was die Regierung getan hat, dann liegt die Niedriglohnschwelle in Westdeutschland bei einem Bruttomonatsgehalt von 1870 Euro, in Ostdeutschland bei 1367 Euro. Dabei sind Jahresleistungen und Zuschläge mitberücksichtigt.
Und warum erhalten auch Frauen in einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis viel öfter als Männer ein geringes Gehalt? Weil sie häufig in Branchen mit einer geringen Tarifbindung tätig sind, erläutert Weinkopf. Etwa im Gastgewerbe oder in der Gebäudereinigung. Und weil Frauenarbeit oft geringer bewertet wird als Männerarbeit – auch in Tarifverträgen. Beispiele gefällig? Der tarifliche Mindestlohn in der Pflegebranche beträgt im Westen 8,50 Euro, im Baugewerbe ist die Untergrenze spürbare 28 Prozent höher und liegt bei 10,90 Euro. Die tarifliche Grundvergütung einer Verkäuferin beträgt 1680 Euro im Monat, bei einem Drucker sind es 2336 Euro.
Frauen arbeiten in anderen Branchen
Nun könnte man sagen: Frauen arbeiten meist im Dienstleistungssektor und dort sind die Einkommen nun mal viel niedriger als in der Industrie. Das stimmt für Deutschland, in anderen europäischen Ländern ist der Unterschied dagegen kleiner. Dazu passt, dass in Deutschland auch die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern besonders üppig ausfällt: Hierzulande verdienen Frauen 23 Prozent weniger als Männer, im EU-Durchschnitt ist der Abstand mit 17,5 Prozent kleiner, gesteht das Frauenministerium in seiner Antwort auf die Linken-Anfrage.
Nicht nur im Niedriglohnsektor, auch im Prekariat sind Frauen klar in der Mehrheit. Von den 6,7 Millionen atypisch Beschäftigten sind 74 Prozent Frauen, berichtet die Regierung. Zu dieser Gruppe gehören Minijobberinnen, Leiharbeiterinnen, Menschen mit einer kleinen Teilzeitstelle oder einem befristeten Vertrag.
Und was ist zu tun, damit die Bilanz am 101. Frauentag günstiger ausfällt? Minijobs müssten in reguläre Arbeitsplätze umgewandelt werden, fordert Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Links-Fraktion im Bundestag. Forscherinnen wie Weinkopf plädieren für einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Linkspartei schlägt eine Untergrenze von zehn Euro vor.
Frauen in deutschen Aufsichtsräten
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Frauen in deutschen Aufsichtsräten
Beatrice Weder di Mauro, eine der fünf Wirtschaftsweisen, sitzt im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp. Die Schweizerin ist Professorin der Universität Mainz uns seit 2004 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung.
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Susanne Klatten ist Großaktionärin bei BMW und Mitglied im Aufsichtsrat. Die Erbin der Familie Quandt gilt mit einem geschätzten Vermögen von 11,1 Milliarden US-Dollar als reichste Frau Deutschlands. Bereits 1993 wurde Klatten mit 31 Jahren Mitglied im Aufsichtsrat des Chemiekonzerns Altana.
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Die Finnin Sari Baldauf war mal Nokia-Chefin und ist heute Mitglied des Daimler-Aufsichtsrates.
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Die Vorsitzende des Institutes für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, ist gleich in drei Aufsichtsräten vertreten: Bei der Allianz und dem Chiphersteller Infineon sowie bei dem Fahrzeugkonzern MAN.
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Sie gehört zu den prominenteren weiblichen Aufsichtsratsmitgliedern: Benita Ferrero-Waldner, jetzt bei Munich Re, saß in der EU-Kommission und war Außenministerin von Österreich.
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Martina Koederitz gilt als zäh, robust, hartnäckig. Sie ist die neue Deutschland-Chefin von IBM.
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Die promovierte Philologin Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, wurde 2008 Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens und Mitglied im Aufsichtsrat der Lufthansa.
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Auch Sibylle Wankel von der IG Metall Bayern sitzt im Siemens Aufsichtsrat. Mit Bettina Haller, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, und Birgit Steinborn, stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, vertreten dort noch zwei weitere Frauen die Arbeitnehmer. Nicht nur bei Siemens kommen Frauen häufig über den Betriebsrat in die Aufsichtsgremien deutscher Firmen.
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Neben Leibinger-Kammüller sitzen im Aufsichtsrat der Lufthansa noch zwei weitere Frauen: Dominique Hiekel und Marlies Rose - sie vertreten die Arbeitnehmer.
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Spitzenreiter unter den Dax-Unternehmen, was weibliche Aufsichtsratsmitglieder betrifft, ist der Branchenprimus deutsche Bank. In dem Aufsichtsrat des Unternehmens sitzen sechs Frauen - und 14 Männer. Stellvertretende Vorsitzende ist die Gewerkschafterin Karin Ruck.
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Auch die Sozialwissenschaftlerin Marlehn Thieme, Mitglied im Rat der EKD, sitzt im Aufsichtsrat der Bank. Thieme machte 1986 eine Traineeausbildung bei der Deutschen Bank und arbeitete sich hoch. Weitere Frauen im Aufsichtsrat des Geldinstituts sind: Martina Klee, Suzanne Labarge, Henriette Mark und Gabriele Platscher.
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Den zweiten Platz im Dax-Ranking belegt die Commerzbank: Im Aufsichtsrat der Bank sind fünf Frauen vertreten.
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Jeweils vier weibliche Aufsichtsräte haben die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, Waschmittelhersteller Henkel und der Pharmakonzern Merck.
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Marie-Christine Lombard ist Vorstandsmitglied von TNT - und gleichzeitig eine von drei Frauen im Aufsichtsrat der Metro AG.
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Sabine Bauer ist Arbeitnehmervertreterin im Aufsichtsratsgremium von Adidas im fränkischen Herzogenaurach.
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Heidi Thaler-Veh vertritt ebenfalls die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat des Sportartikelherstellers.
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Keine einzige Frau findet sich beispielsweise in den Aufsichtsräten von Fresenius ...
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... dem Maschinenbaukonzern Linde...
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... und HeidelbergCement.
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Seit 1994 ist Gabriele Gratz Betriebsratsvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats des Energiekonzerns Eon. Mit der Juristin Karen de Segundo ist im Eon-Aufsichtsrat noch eine weitere Frau vertreten.
Dagmar Mühlenfeld ist Oberbürgermeisterin von Mühlheim an der Ruhr - und gleichzeitig Aufsichtsrätin bei RWE. Die Betriebsratsvorsitzende Dagmar Schmeer vertritt die Arbeitnehmer im RWE-Aufsichtsrat.
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Roswitha Süßelbeck ist eine von zwei Aufsichtsrätinnen bei Bayer.
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Auch Petra Kronen vertritt die Arbeitnehmerseite im Chemiekonzern.
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Die Belgierin Denise Schellemans vertritt die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsratsgremium von BASF.
Aufsichtsräte in Deutschland werden von Männern dominiert. Doch eine Frau hat es sogar ganz an die Spitze eines Dax-Konzerns geschafft: Die Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah führt das Gremium des Düsseldorfer Klebstoff- und Waschmittelherstellers Henkel. Hier neben einer Büste des Firmengründers Fritz Henkel.
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Wirtschaftsbosse zur Frauenförderung
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Wirtschaftsbosse zur Frauenförderung
"Es bedarf keiner Quoten, um Frauen ins Top-Management zu bringen. Was will man mit einer Quote jetzt noch erreichen? Dann wäre so etwas vor 10 oder 20 Jahren sinnvoll gewesen."
Frank Appel, Vorstandschef der Deutschen Post
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"Eine Quote behandelt das Symptom, nicht die Krankheit: Maßnahmen müssen bei den Ursachen ansetzen; nämlich bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere."
Kommunikationsabteilung Infineon
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"In den vergangenen Jahren haben bei uns immer mehr Frauen verantwortungsvolle Aufgaben übernommen. Sie sind aber noch nicht so stark vertreten, wie es ihren Qualifikationen entsprechen würde. Das wollen wir ändern."
Ulrich Sieber, Vorstandsmitglied der Commerzbank
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"Viel wichtiger als eine Quote ist aus der Sicht von Beiersdorf die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die für viele Frauen immer noch ein großes Problem darstellt."
Kommunikationsabteilung Beiersdorf
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"K+S hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet und sich so verpflichtet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Eine besondere Förderung der Frauen - ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts - würde gegen die Charta der Vielfalt verstoßen und wäre verfassungsrechtlich bedenklich."
Kommunikationsabteilung K+S
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"Wir sind überzeugt, dass Handeln und das Schaffen geeigneter Rahmenbedingungen wichtiger und nachhaltiger sind als Quoten."
Kommunikationsabteilung Deutsche Börse
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"Frauenquoten sind ein notwendiges Übel."
Rita Lietzke, Personalmanagerin Deutsche Telekom
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Die Debatte um die Frauenquote hat die deutsche Wirtschaft erreicht. Wir haben Topmanager von Dax-Konzernen gefragt, wie sie zur Frauenförderung stehen. Das sind ihre Antworten: "Wir haben in der Deutschen Bank Frauen, die eine Quote nicht nötig haben."
Josef Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank
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