Aktuell: Flüchtlinge | Zuwanderung Rhein-Main | Fußball-Nationalteam | Basketball-EM | US Open
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

13. Februar 2013

OECD-Studie: Wie Mauritius zum Großinvestor wurde

 Von 
Beliebtes Steuerschlupfloch: Mauritius.  Foto: dpa-tmn

Eine OECD-Studie belegt: Steuerflucht multinationaler Konzerne führt in der Weltwirtschaft zu sonderbaren Geldströmen.

Drucken per Mail

Multinationale Unternehmen nutzen einer OECD-Studie zufolge immer häufiger Schlupflöcher im internationalen Steuersystem, um ihre Abgabenlast zu minimieren und sich so Wettbewerbsvorteile gegenüber regionalen Konkurrenten zu verschaffen. International tätigen Konzernen gelinge es durch geschicktes Ausnutzen der von Land zu Land unterschiedlichen Regularien, ihre Steuerlast auf fünf Prozent zu senken, während kleinere Firmen bis zu 30 Prozent zahlen müssten.

„Die Methoden der multinationalen Unternehmen zur Steueroptimierung sind in den vergangenen zehn Jahren immer aggressiver geworden“, heißt es in dem 70 Seiten starken Bericht. Nur globale Vereinbarungen könnten auf Dauer zu einer gerechteren Unternehmensbesteuerung führen. Beispielhaft nennt die OECD die Gründung von Konzerntöchtern und Briefkastenfirmen in Staaten mit geringen Steuersätzen. Bilaterale Abkommen, die eigentlich Doppelbesteuerung verhindern sollen, würden genutzt, um Steuern gänzlich zu umgehen.

Zypern ganz oben

Ein Beispiel: Während 2010 nach Deutschland 4,77 Prozent der weltweiten Direktinvestitionen in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar flossen, verbuchten die karibischen Zwergstaaten Barbados, Bermuda und British Virgin Islands 5,11 Prozent. Was geschah dort mit dem vielen Geld? Ganz einfach: Nichts. Es wurde kaum besteuert und anschließend erneut angelegt. So stiegen die British Virgins 2010 zum weltweit zweitgrößten Investor in China auf, hinter Hongkong, vor den USA. Mauritius belegte Platz eins der Direktinvestoren in Indien. Von Zypern aus wurden sage und schreibe 28 Prozent aller Direktinvestitionen in Russland getätigt.

Die Folgen sind laut OECD gravierend: Regionale Firmen erlitten Wettbewerbsnachteile, die Abgabenlast für ehrliche Steuerzahler steige, die Konsolidierung öffentlicher Haushalte stocke. OECD-Generalsekretär Angel Gurria fordert daher globale Abkommen, die Konzernen und Investoren mehr Transparenz abverlangten: „In einer Zeit, in der Regierungen und Bürger an allen Ecken und Enden zum Sparen gezwungen sind, müssen alle Steuerzahler, ob Privatleute oder Unternehmen, ihren Anteil zahlen und darauf vertrauen können, dass das internationale Steuersystem transparent ist.“ Pläne hierzu will die OECD im Juni vorlegen.

70 Jahre Frankfurter Rundschau - unser Online-Dossier zum Jubiläum.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Karriere

BMW statt Bahncard

Von  |
Beim Dienstwagen dürfen und müssen Frauen herzhaft zulangen, wenn ihnen das Angebot gemacht wird – so unmoralisch es auch scheinen mag.

Worauf Karrierefrauen nicht verzichten sollten: Frauen in Führung sollten keine Status-Kompromisse machen, wenn sie im Manager-Rudel etwas gelten wollen. Dabei ist Sparsamkeit beim Outfit ebenso überflüssig wie beim Geld der Firma.  Mehr...

FRAX

FR präsentiert Arbeitsmarkt-Index

Die Frankfurter Rundschau und das Forschungsinstitut Wifor stellen den FR-Arbeitsmarktindex vor, kurz FRAX. Er erlaubt einen genaueren Blick auf unsere Arbeitswelt als es die Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahlen tun. Mehr...

Videonachrichten Wirtschaft

Koffein-Junkies

Die Jobs mit dem höchsten Kaffee-Konsum

Ohne den Wachmacher geht es nicht: 70 Prozent der befragten Berufstätigen glauben, ihre Arbeitsleistung wäre ohne Kaffee beeinträchtigt.

In TV-Serien sitzen Polizisten oft mit einem Becher Kaffee im Auto und observieren. Doch eine Umfrage belegt: Gesetzeshüter sind gar nicht die größten Kaffeetrinker unter den Berufsgruppen. In diesen zehn Jobs sind Mitarbeiter süchtig nach Koffein. Mehr...

Premium-Fotostrecke

Das Frankfurter Bankenviertel - eine Welt für sich. Schlendern Sie mit uns um die Mittagszeit über Opernplatz, Platz der Republik und Taunusanlage.

Zur Premium-Fotostrecke

Anzeige

Forum Entwicklung

Recht auf Arbeit – auch für Kinder?

Das Forum Entwicklung der Frankfurter Rundschau und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Weltweit arbeiten rund 150 Millionen Kinder – oft unter ausbeuterischen Bedingungen auf Plantagen, in der Teppichproduktion oder als Dienstmädchen. Darum geht es beim „Forum Entwicklung“ am Donnerstag, 23, April. Mehr...

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen