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02. Oktober 2012

Ökomode-Hersteller: Kritik an Hessnatur unerwünscht

Der Konflikt zwischen den neuen Hessnatur-Eigentümern und dessen Mitarbeitern und Kunden eskaliert.  Foto: dapd

Neue Eigentümer verklagen Kunden-Homepage „Wir-sind-die-Konsumenten.de“.

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Der Konflikt zwischen den neuen Eigentümern des Ökomode-Herstellers Hessnatur und dessen Mitarbeitern und Kunden eskaliert weiter: Die Schweizer Private Equity-Gesellschaft Capvis, die Hessnatur gekauft hat, geht juristisch gegen die Webseite „Wir-sind-die-Konsumenten.de“ vor, auf der sich Kunden kritisch über den Besitzerwechsel äußern. Wie die Betreiber der Internetseite am Montag in Berlin mitteilten, macht sie die von Capvis beauftragte Anwaltskanzlei Allen&Overy LLP für Gewinnrückgänge bei Hessnatur verantwortlich, da sie Kunden zum Boykott aufrufe und eine Verbindung von Capvis zum australischen Militär behaupte. Dafür will Capvis 200 000 Euro Schadensersatz. Bei Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung gebe es Nachlass.

Vorausgegangen war ein monatelanger Konflikt zwischen Capvis und den Beschäftigten von Hessnatur. Die hatten gemeinsam mit Kunden des Versandhändlers mit Sitz im hessischen Butzbach die Genossenschaft HnGeno gegründet – mit dem alleinigen Ziel, Hessnatur zu kaufen. Doch sie zogen den Kürzeren: Im Juni kam die Nachricht, dass der Verkauf von Hessnatur an Capvis in trockenen Tüchern sei.

Betreiber wehrt sich

Der Betreiber der Kunden-Website wehrt sich nun gegen die Vorwürfe der Kanzlei. „Beide Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage“, schreibt Johannes Mosmann in einem offenen Brief an das Management von Hessnatur und Capvis. Er habe weder zum Boykott aufgerufen, noch die Unwahrheit über militärische Investments verbreitet. „Ich werde die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen“, erklärt der Berliner Sozialwissenschaftler.

Auf der Seite tauschten sich Konsumenten aus, die Hessnatur boykottieren und darüber berichten, so Mosmann. Das Portal sei vor dem Kauf von Capvis eingerichtet worden, um Kunden die Möglichkeit zu geben, zu der damals drohenden Übernahme eines anderen Private-Equity-Fonds Stellung zu nehmen. Der beanstandete Satz „Wir kaufen erst wieder, wenn die Arbeiter und Kunden, die sich zur Genossenschaft HnGeno zusammengeschlossen haben, Hessnatur weiterführen dürfen“, stehe für einen Kundenstandpunkt, der Capvis vor dem Kauf bekannt war.

Die Veröffentlichungen über Verbindungen zum Militär enthielten keine Unwahrheit. Ein Capvis-Investor sei Finanzinvestor HarbourVest. Und der stecke sein Geld unter anderem ins australische Militär und den italienischen Rüstungskonzern Avio. Von jedem Euro, den Kunden an Hessnatur und somit an Capvis zahlten, profitiere auch HarbourVest und damit die Rüstungsindustrie, schreibt Mosmann.

HnGeno plant unterdessen, ein Konkurrenzunternehmen zu Hessnatur zugründen. Vier von fünf befragten Hessnatur-Sympathisanten sprachen sich vor einigen Tagen dafür aus. jma./epd

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