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Ökostrom: VW-Motoren statt Atomkraft

Der Wolfsburger Autobauer VW will mit dem Ökostromanbieter Lichtblick Blockheizkraftwerke für private Haushalte auf den Markt bringen. Von Oliver Ristau

Außenansicht des Verwaltungsgebäudes der Volkswagen AG in Wolfsburg.
Außenansicht des Verwaltungsgebäudes der Volkswagen AG in Wolfsburg.
Foto: Foto: dpa

Volkswagen und Lichtblick machen den konventionellen Großkraftwerken Konkurrenz: Zusammen mit dem Hamburger Ökostromanbieter will der Autobauer künftig Klein-Kraftwerke für Haushalte und Gewerbe offerieren.

Beide Konzerne planen nach eigener Aussage für Mitte der Woche die Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrags. Dabei geht es um den Einsatz von effizienten Gasmotoren der Wolfsburger als Antrieb für so genannte Blockheizkraftwerke insbesondere für private Haushalte.

Lichtblick und VW sehen bei dieser Technologie einen enormen Bedarf. Dem Vernehmen nach erwarten die Partner, dass durch den flächendeckenden Einsatz so viel Strom erzeugt werden kann, dass mindestens zwei große Atom- oder Kohlekraftwerke überflüssig würden. Die Energieerzeuger für den Heizungskeller sollen unter dem Namen "ZuHauseKraftwerke" vertrieben werden.

Die Mini-Kraftwerke sollen auf der Basis von Erdgas für die Erzeugung von Wärme und Strom sorgen. Die Haushalte können damit ihren Heizungs- und Warmwasserbedarf decken. Der Strom soll hingegen in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Für Elektrizität aus solchen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wird eine gesetzlich garantierte Vergütung gezahlt, weil die Energie des eingesetzten Brennstoffs wegen der zusätzlichen Auskopplung der Wärme deutlich effizienter genutzt wird als bei konventionellen Kraftwerken. Für Anlagen bis 50 Kilowatt sind dies nach dem KWK-Gesetz 5,11 Cent je Kilowattstunde für zehn Jahre. Die Kosten werden auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Solche Mini-Kraftwerke haben ein enormes CO2- Einsparpotential. Noch ist diese Energietechnologie hier zu Lande relativ wenig verbreitet. Zigtausende Haushalte würden in Deutschland damit quasi unabhängig von der externen Stromversorgung.

Sicherheit durch Vernetzung

Zusätzlich sollen die Kraftwerke intelligent miteinander vernetzt werden, um flexibel auf den Strombedarf im Netz reagieren zu können. Solche Einheiten könnten als Grundlastkraftwerke dienen, die die ungleichmäßige Erzeugung von regenerativen Energien ausgleichen.

So könnten nach Angaben Lichtblicks binnen Sekunden tausende dieser Mini-Kraftwerke Strom in das Netz einspeisen, wenn eine Flaute etwa bei der Windenergie für eine Unterversorgung im Netz sorgen würde. Denn das Verhältnis von Wärme- und Stromproduktion ist bei den Blockheizkraftwerken nicht starr. Je nach Bedarf kann ein größerer Teil Heizungsenergie oder Elektrizität erzeugt werden.

Für den bundesweiten Ausbau regenerativer Energiequellen wäre eine solche CO2-freundliche Grundlast-Technologie aus Gründen der Versorgungssicherheit jedenfalls mehr als sinnvoll.

Autor:  Oliver Ristau
Datum:  6 | 9 | 2009
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