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12. Mai 2015

Öl-Förderung: Shell darf in der Arktis bohren

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Umweltschützer protestieren schon seit Jahren gegen die Ölförderung in der Arktis.  Foto: dpa/Archiv

Schwerer Rückschlag für Umweltschützer. Der Ölmulti Shell darf in der Arktis nach Öl bohren. Die Frankfurter Rundschau erläutert, wo die Gefahren liegen.

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Wer hat die Erlaubnis gegeben?
Die zuständige US-Behörde Boem (Bureau of Ocean Energy Management) hat Shell eine Erlaubnis für Bohrungen unter Auflagen gegeben. Man habe ich die Entscheidung nicht einfach gemacht und die Risiken sorgfältig abgewogen, so die Boem. In der Tschuktschensee, gut 100 Kilometer vor der Nordwest-Küste Alaskas, soll an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser nach Öl und Gas gesucht werden. Schon im Sommer sollen die Bohrtrupps anrücken. Allerdings müssen vorher noch weitere Genehmigungen von anderen Behörden eingeholt werden. 

Warum will Shell ausgerechnet im hohen Norden nach fossilen Energieträger suchen?
Für Experten besteht kein Zweifel, dass in der Region riesige Vorkommen erschlossen werden können. Die US-Energieagentur EIA geht davon aus, dass in den arktischen Regionen etwa 22 Prozent der weltweiten noch unentdeckten Öl- und Gasreserven liegen. Eine Förderung im großen Stil  von derart gigantischen Reserven würde das gesamte weltweite Geschäft mit Öl und Gas auf den Kopf stellen. Vor allem  Russland würde darunter leiden. Da es sich aber um Öl und Gas handelt, das nur mit relativ hohen Kosten auf dem Boden geholt werden kann, würden es Saudi-Arabien oder den Irak weniger betreffen, da dort der wichtigste Rohstoff der Welt sehr günstig gefördert wird. Bei solchen Projekten spielen in den USA immer geopolitische Aspekte eine große Rolle. Den Amerikanern geht es darum, möglichst autark von Öl- und Gaslieferungen aus dem Ausland zu werden. 

Was befürchten Umweltschützer?
Sie  befürchten Schäden, die unumkehrbar sind, denn die  Ökosysteme der Arktis sind sehr empfindlich.  Die wichtigste Frage ist: Wie muss bei einer Ölpest reagiert werden? Nach Angaben der Organisation Oceana  gibt es da keine bewährte Methode. Das Problem ist das extrem kalte Wasser. Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls wegen der extremen Temperaturen und der oft stürmischen See extrem hoch.  

Gibt es da schon Erfahrungen?
Shell hat selbst schon negative Erfahrungen gemacht. Vor zwei Jahren wurden Förderpläne für die Arktis in Alaska nach mehreren Zwischenfällen auf Eis gelegt. Eine  Förderplattform hatte  sich bei stürmischer See von ihren Befestigungen gelöst und wurde an Land gespült. Eine andere Plattform wurde unlängst von der US-Küstenwache wegen Sicherheitsmängeln kritisiert. 

Wie ist das Projekt im Zusammenhand mit Klimaschutz und Energiewende zu beurteilen?
Nach Ansicht von Greenpeace ist wissenschaftlich bewiesen, dass Öl aus der Arktis im Boden bleiben muss, wenn es bei einer  globalen Erwärmung von zwei Grad Celsius bleiben soll. Die Verwendung von Öl und Gas als Brennstoff für private Haushalte, für Industrie und Kraftwerke sowie als Treibstoff für Autos und Flugzeuge ist der wichtige Faktor für die Erderwärmung. Greenpeace und viele andere Umweltschutzorganisationen machen sich dafür stark, erneuerbare Energien stärker auszubauen, um CO2-Emissionen aus fossilen Energierohstoffen zu bremsen.

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