Friendscout, Parship, Flirtfair: In der westlichen Welt ist es für immer mehr Menschen selbstverständlich, im Internet zu flirten und nach Partnern zu suchen. In Europa nutzen mittlerweile 40 Prozent aller Alleinstehenden Online-Singlebörsen, Partnervermittlungen und Erotiktreffs, hat das Portal Singlebörsen-Vergleich in seiner jährlichen Studie über den Online-Dating-Markt herausgefunden. So seien jeden Monat etwa sieben Millionen Deutsche auf Online-Dating-Portalen unterwegs, weitere drei Millionen suchten Sex-Kontakte.
Während andere Branchen 2009 eines der schwärzesten Geschäftsjahre seit vielen Jahrzehnten durchlebten, verdiente die europäische Online-Dating-Industrie so viel wie noch nie: In Deutschland verbuchte sie einen Rekordumsatz von 179,5 Millionen Euro, das ist acht mal mehr als noch im Jahr 2003.
Als eine Ursache für den Boom vermuten die Autoren der Studie, dass „Menschen sich bei drohenden Krisen stärker nach einem Partner sehnen“. Die steigenden Umsätze der Branche resultierten aber auch daraus, dass Flirtwillige, die nicht nur schauen, sondern auch Kontakt zu anderen aufnehmen wollen, zunehmend dafür bezahlten. Den Unternehmen sei es zuletzt durch Abo-Modelle, Preiserhöhungen und diverse Anreize immer besser gelungen, die Kunden fürs Flirten zur Kasse zu bitten, heißt es in der Studie.
Doch die Grenzen des Wachstums sind offenbar langsam erreicht: Nach eine knappen Jahrzehnt mit „beindruckenden“ Zahlen gehe es für die Player nun in erster Linie darum, Marktanteile zu verteidigen und zu gewinnen, so die Studie. Dies lasse sich besonders gut bei den Partneragenturen Parship, Elitepartner und EDarling beobachten, die um Werbeplätze rangelten und teilweise Kampfpreise austesteten.
Nur in einem Marktsegment sieht die Studie noch Wachstumspotenzial: Dem sogenannten Casual Dating. Eine „Beziehung ohne Verpflichtung“ – so definiert das Online-Portal C-Date sein Angebot, das Frauen eine „seriöse Option“ bieten soll, um erotische Kontakte zu finden. Bislang galt dieses Segment als reine Männerdomäne. „Der Trend, dass es für Frauen immer selbstverständlicher wird, sich das Warten auf den Lebenspartner mit erotischen Abenteuern zu versüßen, hat noch gar nicht richtig begonnen“, prognostiziert Henning Wiechers, Initiator der Studie.
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