Der Adam gilt als Hoffnungsträger bei Opel. Der neue Kleinwagen soll neue Käuferschichten an die Marke mit dem Blitz binden und die Absatzzahlen wieder nach oben treiben. Das Modell nehme eine zentrale Rolle im Wachstumsplan für ganz Europa ein, sagt Interims-Chef Thomas Sedran.
Entwickelt wurde der Stadtflitzer in Rüsselsheim. Gebaut wird er jedoch in Eisenach – von diesem Donnerstag an läuft der Adam dort in Serie vom Band. 16.000 Bestellungen liegen laut Sedran schon vor. Vom 19. Januar an stehen die Wagen bei den Händlern; Absatzprognosen wagt Opel nicht. 190 Millionen Euro hat der Autobauer investiert, um das Thüringer Werk fit zu machen für die Produktion des Modells. Neue Gebäude wurden hochgezogen, hochmoderne Fertigungsstraßen angelegt.
Damit scheint die Fabrik in Eisenach mit ihren rund 1.600 Arbeitsplätzen erstmal sicher. Bisher ist das Thüringer Opel-Werk eine reine Corsa-Fabrik, die seit Jahren nicht vollständig ausgelastet ist. Seit Anfang Januar arbeitet die Belegschaft nur noch in zwei Schichten. Als Reaktion auf den dramatischen Absatzeinbruch in Europa wurde die Nachtschicht in Opels jüngstem deutschen Werk gestrichen. Mit dem Adam soll sich das ändern. „Für Opel Eisenach haben wir bis 2016 die Zusage, dass zwei Modelle produziert werden. Damit sind die bestehenden Arbeitsplätze gesichert“, so Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). Er verwies darauf, dass das Land Investitionen in der Opel Eisenach GmbH für die Serienproduktion des Adam mit öffentlichen Geldern unterstützt hat. „Thüringen hat 20 Millionen Euro an Fördermitteln zugeschossen“, sagte Machnig. Auch damit begründe er die Erwartung, dass die Autofabrik über 2016 hinaus ausreichend ausgelastet werde. „Es muss bei zwei Modellen in Eisenach bleiben.“
Kleiner bunter Cityflitzer: Der Opel Adam misst gerade mal 3,70 Meter Länge. Die Großstadtjugend könnte er aber überzeugen. Foto: Opel
Mit dem Adam erhält Eisenach erstmals ein Auto, für das das Thüringer Opel-Werk die alleinigen Produktionsrechte hat – denn der Corsa wird auch im spanischen Saragossa gebaut. Sedran sagte dem Magazin Auto Motor und Sport, er sehe noch Wachstumspotenzial für Eisenach und Rüsselsheim. Er hoffe, dass Opel mit den neuen Modellen und dem beschlossenen Aus für die Autofertigung im Bochumer Werk im Jahr 2016 die Auslastung an den verbleibenden Standorten steigern könne. „Wir streben für die Werke in Rüsselsheim und Eisenach einen Dreischichtbetrieb an“, so Sedran. „Wir sind derzeit die drittgrößte Pkw-Marke in Europa – und wollen die Nummer zwei werden.“
Mit dem Adam stößt Opel in den wachsenden Markt für Kleinwagen vor. Besonders gefragt seien diese in Italien; dort erwartet der Manager den größte Absatz. Als weitere Hauptmärkte nennt er Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. (mit dpa)
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