Rückendeckung für Klaus Franz: Der Opel-Betriebsrat hat sich am Freitag mit einer dreiseitigen Erklärung öffentlich hinter seinen Vorsitzenden gestellt. Franz sei „Objekt einer hinterhältigen Pressekampagne“, heißt es in dem Schreiben. Namentlich greift der Betriebsrat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) an. Das Blatt habe Mitte Oktober einen Artikel unter der Überschrift „Opel schmiert seine Betriebsräte“ veröffentlicht und unter Berufung auf einen Arbeitsrechtler Extra-Zahlungen an Opel-Betriebsräte von bis zu 1300 Euro monatlich infrage gestellt.
Die erhobenen Vorwürfe hatten sowohl Franz als auch der Opel-Vorstand zurückgewiesen. Die Zahlungen entsprächen den Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes, hieß es. Sie seien eine Art Aufwandsentschädigung mit der Reisezeiten, Mehrarbeit und Rufbereitschaft abgegolten werde. Auch die Gewerkschaft IG Metall hält die Zahlungen für nicht problematisch.
Dennoch ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen Franz. Mit ihm stehen Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke und Personalchef Holger Kimmes unter dem Verdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft Bochum indes hat Ermittlungen gegen den örtlichen Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel wieder eingestellt.
Von „einem Selbstbedienungsladen“ könne keine Rede sein, erklärte der Betriebsrat gestern in Rüsselsheim. Das Entlohnungssystem habe nicht der Betriebsrat entwickelt, sondern die Personalabteilung beziehungsweise die Tarifvertragsparteien. Franz habe „mit der Vergütung als Person schlicht nichts zu tun“ gehabt.
Das Ausscheiden von Franz bei Opel zum Jahresende stehe nicht in Zusammenhang mit den Ermittlungen, erklärt der Betriebsrat. Franz hatte Ende November für Außenstehende überraschend seinen Wechsel in die passive Phase der Altersteilzeit erklärt. Vereinbart habe er diesen Schritt bereits im Jahr 2006, so Franz. An die große Glocke habe er das aber nicht gehängt – er wollte nicht als „lahme Ente“ dastehen, die ohnehin bald abdankt.
Das „inszenierte Lügendrama“ habe den guten Ruf von Franz, der Firma Opel und des Betriebsrats beschädigt, moniert das Gremium. Der Beschluss zur Abgabe der Erklärung sei „in Abwesenheit“ von Franz „mit überwiegender Mehrheit“ gefasst worden.
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