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22. März 2013

Opel bleibt hart: Keine Nachverhandlungen in Bochum

Arbeiter auf dem Weg ins Opel-Werk Bochum. Foto: dpa

Betriebsratschef Einenkel setzt nach der Ablehnung des Sanierungsplans durch die Belegschaft weiter auf Verhandlungen. Das Unternehmen lehnt das bisher ab. Es droht ein Kahlschlag.

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Betriebsratschef Einenkel setzt nach der Ablehnung des Sanierungsplans durch die Belegschaft weiter auf Verhandlungen. Das Unternehmen lehnt das bisher ab. Es droht ein Kahlschlag.

Bochum/Rüsselsheim –  

Mit ihrem Nein zum Sanierungsplan des angeschlagenen Autobauers Opel hat sich die Belegschaft in Bochum auf dünnes Eis begeben. Denn die Adam Opel AG hielt am Freitag an ihrem harten Kurs fest: Es wird keine weiteren Verhandlungen über die Zukunft des Werks geben, und die Autofertigung läuft Ende 2014 aus, hieß es in Rüsselsheim.

Doch damit will sich der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel nicht abfinden. Er hatte den Sanierungsplan vehement bekämpft, weil ihm klare Zusagen des Unternehmens fehlten. Er setzt nun auf weitere Verhandlungen mit dem neuen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. „Es muss weitere Gespräche geben. Dieser Vertrag ist nicht akzeptabel“, sagte Einenkel am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Die IG Metall kündigte an, sich in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat und der Adam Opel AG über weitere Schritte abstimmen zu wollen. Laut NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) bemüht sich die Gewerkschaft, das Unternehmen zu weiteren Gesprächen zu bewegen.

Sanierungsplan abgelehnt

Die Beschäftigten in Bochum hatten am Donnerstag den Sanierungsplan mit klarer Mehrheit abgelehnt. Das Unternehmen bedauerte das Votum und stellte klar: „Die Zafira Tourer Produktion und der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen werden Ende 2014 auslaufen.“

Die Getriebefertigung mit mehreren hundert Mitarbeitern im Ruhrgebiet soll nun doch schon Ende 2013 auslaufen. Und die nach den monatelangen Verhandlungen vorgesehene Ansiedlung eines Komponentenwerks in Bochum ist vom Tisch. Der Kündigungsschutz gilt für den Standort nur noch bis Ende 2014.

Die Gewerkschaftsmitglieder hatten sich nach Angaben der IG Metall mit 76,1 Prozent gegen den Tarifvertrag ausgesprochen. Sie folgten damit ihrem Betriebsrat, der den Sanierungsplan abgelehnt hatte.
Mit dem zwischen Gewerkschaft, Betriebsrat und Unternehmen erarbeiteten Tarifvertrag sollte das Aus für die Fahrzeugproduktion um zwei Jahre verschoben werden. Nach 2016 sollten Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1200 Arbeitsplätzen bleiben. Derzeit hat Opel dort noch 3200 direkt beim Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter, inklusive der ausgelagerten Bereiche stehen gut 3900 Menschen auf der Gehaltsliste von Opel. Wenn nicht weiter verhandelt wird, würde Opel nach heutigem Stand 2015 nur noch rund 420 Menschen im Warenverteilzentrum beschäftigen.

Einenkel setzt auf Klugheit der Manager

„Wir bedauern sehr, dass die Beschäftigten in Bochum ein attraktives Angebot nicht angenommen haben“, erklärte der Bochumer Werksleiter Manfred Gellrich am Abend in einer Mitteilung. Eine große Chance sei vertan.
Einenkel hofft hingegen auf eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und Neumann, der den defizitären Autobauer erst seit Anfang März führt: Sie beide seien nicht an den Verhandlungen beteiligt gewesen. Neumann habe man eine Baustelle überlassen. „Ich setze auf die Klugheit von den verantwortlichen Opel- und General Motors-Managern, jetzt mit uns zu reden.“

Es sei auch nicht so, dass es nun erstmal keine Gespräche mehr gebe. Bereits für den Nachmittag sei ein Gespräch mit der Werksleitung vereinbart. Dabei solle es um die Frage gehen: „Wie geht es weiter dem Werk?“
Betriebsrat und IG Metall waren sich bei der Beurteilung des Sanierungsplans nicht einig. Einenkel reichten die Zusagen für die Ersatzarbeitsplätze nicht. Außerdem drohten schon vor 2016 Entlassungen, hatte er gewarnt. Die Gewerkschaft betonte, mehr sei in den Verhandlungen nicht herauszuholen gewesen.

Einenkel hält das mögliche Ende der Autoproduktion schon 2014 für eine leere Drohung. Eine Verlagerung sei „aufgrund hoher Investitionen und fehlender Fachkompetenz in anderen Werken unsinnig“, hatte der Betriebsrat in einem Flugblatt erklärt. In Bochum wird der Zafira gebaut. Der soll nach den Plänen des Unternehmens nun von 2015 an einem anderen Standort vom Band rollen.
Die IG-Metall-Mitglieder an den drei Opel-Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen hatten den Tarifvertrag bereits mit großer Mehrheit angenommen. Ein Nein in Bochum hat darauf keine Auswirkungen. (dpa)

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