kalaydo.de Anzeigen

Wirtschaft
Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse, Finanz-Themen

22. Januar 2013

Opel Bochum: Produktionsstopp droht Ende 2014

 Von Frank-Thomas Wenzel
Eine Opel-Mitarbeiterin kontrolliert die fertigen Autos. Foto: Getty Images/dpa

Aufsichtsratschef Girsky setzt die Opel Belegschaft unter Druck. Der Autobauer droht mit dem Ende der Autoproduktion in Bochum bereits Ende 2014, sollten Unternehmen und Arbeitnehmer bei den Verhandlungen über die Zukunft von Opel Deutschland zu keiner Lösung kommen.

Drucken per Mail

Aufsichtsratschef Girsky setzt die Opel Belegschaft unter Druck. Der Autobauer droht mit dem Ende der Autoproduktion in Bochum bereits Ende 2014, sollten Unternehmen und Arbeitnehmer bei den Verhandlungen über die Zukunft von Opel Deutschland zu keiner Lösung kommen.

Bochum –  

Die Manager der Opel-Mutter General Motors verlieren die Geduld. Vize-Konzernchef Steve Girsky hat in einem Schreiben an die Beschäftigten des Bochumer Werks damit gedroht, die Fahrzeugproduktion schon im Dezember 2014 zu beenden. Eigentlich soll der Familien-Van Zafira dort etwa zwei Jahre länger gebaut werden.

In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, erinnert der Manager daran, dass mit den Arbeitnehmervertretern über einen Zukunftsplan bis zum Jahr 2022 bereits seit Mitte vorigen Jahres verhandelt wird. Girsky macht nun massiv Druck: Er habe darum gebeten, dass man „noch im Februar zu einer Lösung“ komme. „Unser Deutschland-Plan muss dann stehen“, schreibt der Manager. Gebe es keine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern werde GM sich an den bestehenden Standortsicherungsvertrag halten. „Dieser läuft allerdings Ende 2014 aus“.

Einenkel wertet Schreiben als "Kriegserklärung"

Betriebsratschef Rainer Einenkel wertet Girskys Schreiben als „Kriegserklärung“. Die Belegschaft werde sich aber nicht erpressen lassen.

In den Verhandlungen gab es bislang kaum Bewegung, weil die Arbeitnehmervertreter langfristig die Fahrzeugproduktion an allen deutschen Standorten sichern wollen. In der Diskussion ist unter anderem die Produktion des Klein-Geländewagens Mokka nach NRW zu holen – derzeit wird das Fahrzeug in Korea gebaut.

Die Manager von Opel und GM hingegen wollen in Bochum bestenfalls noch eine Komponentenfertigung betreiben, mit mutmaßlich deutlich reduzierter Belegschaft – rund 3000 Leute arbeiten noch an dem Standort.

In den Verhandlungen geht es aber auch um dauerhaften Verzicht auf Geld. Die Beschäftigten haben die jüngsten Lohnerhöhungen gestundet. Girsky argumentiert in seinem Brief, dass Opel sich keine Tariferhöhungen leisten könne, so lange das Unternehmen Verluste erziele. Beträchtliche Einsparungen und Kostensenkungen seien in Zukunft nötig.

Einenkel betonte hingegen, dass die Arbeitnehmervertreter Tariferhöhungen einfordern würden. Auch IG-Metall-Chef Berthold Huber kritisierte die Arbeitgeberseite massiv. Derart schlecht geführte und schlecht vorbereite Verhandlungen wie die des Opel-Managements habe er noch nicht erlebt. Zu dem Brief äußerte er sich nicht.

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus der Wirtschaft, Börsen-Trends, Kurse und Finanz-Themen.

Videonachrichten Wirtschaft
Steueroasen
Beliebtes Steuerparadies: Cook Inseln.

Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.

FR-Forum Entwicklung
Das "Forum Entwicklung" ist eine Veranstaltungsreihe von FR, Giz und HR-Info.

Die FR diskutiert mit Polarexperte Arved Fuchs, Prof. Claudia Kempfert und Dr. Stephan Paulus.

Mitreden

Erst kippen die Banken - dann wackelt die Weltwirtschaft. Nun wird die Finanzbranche umgebaut - und der Staat stützt die Konjunktur. Reden Sie mit.

Smartphone-Markt
Anzeige
Animation

Die weltweite Ausbeutung der Schiefergas-Reserven könnte den Energiemarkt nachhaltig verändern: Animation mit Infos zu Vorkommen weltweit und der umstrittenen Fördermethode "Fracking".

Brutto-Netto-Rechner
Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.)
St.-Kl.
Arbeitslosengeldrechner
Wie viel Arbeitslosengeld steht Ihnen zu?
Bruttogehalt (jährl. Euro) Steuerklasse
Kinder Ja Nein Berechnen
FR-Spezial

Wendige Elektroautos statt schwerer Spritfresser, enges Bahnnetz statt weniger schneller Strecken - wie wir mobil bleiben.

FR-Spezial
Die IG Metall will in Kürze entscheiden, ob sie zu Warnstreiks in der Stahlindustrie aufruft.

Kurzarbeit, Jobabbau - wie sozial unsere Marktwirtschaft noch ist. Und: Hartz IV - Nachwirkungen der großen Sozialreform.

Frauen in die Aufsichtsräte

Die EU will, dass 40 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein sollen. Für Vorstände gilt das nicht. Eine gute Lösung?

22% Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen.
67% Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht.
11% Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend.

Euro-Krise

Das Märchen von den Griechen

Von Stephan Kaufmann | 22 Kommentare
Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen.

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...

Anzeige
Faktencheck
Zurück zur Drachme um den Euro zu retten?

Griechenland steht im Ruf, über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Mythen über die Ursachen der Krise.

Anzeige
Spezial
Stromzähler (Archivbild)

Was kommt nach dem Atomausstieg? Diskutieren Sie mit über die Energie der Zukunft.

Wirtschaft-Spezial

Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.


Faktencheck
Steigende Beiträge zur Sozialversicherung - die Zukunft?

Was würde passieren, wenn Deutschland ein Sparpaket bewältigen müsste wie Griechenland? Ein erschreckendes Szenario.

In eigener Sache

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."