Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Adam Opel GmbH bekräftigte, der Zahlungsverkehr aus den USA "läuft bisher unverändert". Man habe die Bundesregierung und die Länder, in denen Opel produziere, "nur für den Fall um eine Bürgschaft gebeten, wenn sich die Situation bei GM in den USA weiter verschlechtern" und Zahlungen ausbleiben sollten.
Die Bundesregierung reagierte überrascht über die Aussagen des Opel-Chefs. In Gesprächen habe der Rüsselsheimer Autobauer sowohl bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wie auch im Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium stets den Eindruck erweckt, Forderungen von etwas mehr als zwei Milliarden Euro gegenüber dem Mutterkonzern General Motors zu haben - und deswegen in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. "Opel hat uns ganz konkrete Zahlen genannt", hieß es in Regierungskreisen.
Update. Opel korrigiert sich selbst: Welche Botschaft will der Opel-Chef verbreiten? Ein Interview und seine Geschichte. Von Stephan Börnecke und Robert von Heusinger Mehr
Das Gespräch im Wortlaut
Wie dringend braucht Opel die eine Milliarde Euro, die GM dem Unternehmen schuldet?
GM hat keine Schulden bei Opel. Der Zahlungsverkehr läuft bisher unverändert. Wir haben die Bundesregierung und die Landesregierungen, in deren Ländern wir Standorte besitzen, nur für den Fall um eine Bürgschaft gebeten, wenn sich die Situation bei GM in den USA weiter verschlechtern sollte und Zahlungen ausbleiben sollten.
Sie sagen, GM hat keine Schulden bei Opel. Angeblich schuldet GM doch Opel wegen nicht bezahlter Entwicklungsleistungen einen Milliardenbetrag. Wie erklärt sich das?
Es sind keine Schulden in dem Sinn, dass wir da auf unbezahlten Rechnungen sitzen. Es sind Verpflichtungen der Eigentümerin, also Forderungen, die aber noch nicht fällig sind.
Wird Opel in diesem Jahr mit einem Minus abschließen?
Wie Sie wissen , wird Opel bei General Motors Europa konsolidiert. Bei der derzeitigen Marktsituation ist es schwierig, einen Ausblick zu geben.
Wie sehr braucht GM Opel?
Opel ist seit 80 Jahren ein Teil von General Motors. Über diese lange Zeit haben wir ein gutes Verhältnis entwickelt und uns eng mit dem Mutterkonzern strukturell, finanziell und technisch verbunden. Man darf nicht vergessen, dass GM Opel in schwierigen Zeiten finanziell unter die Arme gegriffen hat. Und GM hat uns auch geholfen, die wohl modernsten Fertigungsanlagen in unseren Werken zu installieren.
Aber GM weiß auch, was der Konzern an dem hohen technischen Know-how von Opel hat. Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, das für die Kompakt- und Mittelklasse zuständig ist, hat globale Bedeutung. Das Elektroauto Volt, das 2010 auf den Markt kommen soll, wurde auch mit Know-how aus Rüsselsheim entwickelt.
Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: Demant über Opel als unabhängige Firma, eine staatliche Bürgschaft und das neue Modell Insignia.
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