Der Opel-Betriebsrat sowie der Bundestagsausschuss fordern einen eigenen finanziellen Beitrag von General Motors zur Opel-Sanierung. Von Christine Skowronowski
Anzapfen will GM vor allem auch die Belegschaft.
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Anzapfen will GM vor allem auch die Belegschaft.
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Die Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) muss einen eigenen finanziellen Beitrag zur Sanierung des Autobauers in Europa leisten und das bestehende Konzept erheblich nachbessern. Dies sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Opel, Klaus Franz, der Frankfurter Rundschau. Unterstützt wird er darin vom Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages.
Der bisher geleistete Vorschuss von 650 Millionen Euro auf von Opel erbrachte Entwicklungsleistungen sei wahrlich nicht als Sanierungsleistung anzusehen, rügt Franz. Auch die 600 Millionen Euro, die GM sich stets als Eigenbeitrag zur Sanierung zugutehalte, seien tatsächlich nur ein Teil der Rückzahlung von erhaltenen Staatskrediten und stünden daher nicht für Investitionen zur Verfügung. GM beziffert die Kosten der Sanierung auf 3,3 Milliarden Euro und will 2,7 Milliarden bei europäischen Regierungen mit Opel-Standorten einsammeln, davon 1,5 Milliarden in Deutschland.
Spezial: Autobauer
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Aus Sicht von Franz sollte GM als Eigentümer von Opel und der britischen Schwester Vauxhall mindestens die Hälfte zur Restrukturierung beisteuern. Das wären dann 1,65 Milliarden Euro. Dies hieße, dass General Motors akut noch mehr als eine Milliarde Euro locker machen müsste, wenn man die Rückzahlung von Krediten im Umfang von 600 Millionen Euro in Rechnung stellt.
Tatsächlich erwartet GM, dass die Belegschaften von Opel und Vauxhall in Europa fünf Jahre lang 265 Millionen Euro per annum als Sanierungsbeitrag leisten - zusätzlich zu den 2,7 Milliarden Staatshilfe in Form von Krediten und Kreditbürgschaften. Das lehnen die Arbeitnehmervertreter bislang strikt ab, weil sie als Gegenleistung finanzielle Sicherheiten wie etwa eine Kapitalbeteiligung verlangen. Das aber verweigert das Management bisher. Morgen treffen sich nach Informationen der FR Vertreter europäischer Gewerkschaften und Betriebsräte von Opel auf Initiative von IG-Metall-Chef Berthold Huber in Brüssel, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Rückblick - Aktionen für Opel
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Rückblick - Aktionen für Opel
Auch ohne GM könne Opel bestehen, ist verbreitete Meinung unter den Demonstranten - schon lange bevor solche Pläne konkret werden sollten.
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Schon am frühen Morgen machen sich die Opel-Mitarbeiter in Bochum auf den Weg nach Rüsselsheim zur zentralen Kundgebung.
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Bis zu 15.000 Teilnehmer werden erwartet.
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Aber nicht nur in Rüsselsheim gehen die Opelaner auf die Straße, sondern in ganz Europa.
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Sie kämpfen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Standortschließungen. Opel bemüht sich derzeit um staatliche Hilfen.
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Im Gespräch ist schon im Frühjahr die Abtrennung vom angeschlagenen Mutterkonzern General Motors. Der US-Autobauer kann damals nur durch staatliche Notkredite überleben.
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Opel-Mitarbeiter der Standorte Rüsselsheim und Bochum marschieren zur zentralen Kundgebung vor dem Opel-Stammsitz in Rüsselsheim.
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Ein Mitarbeiter der passend zur Parole sein Banner an einem Regenschirm befestigt hat.
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Auch die nächste Opelaner-Generation ist mit dabei: das Kind des Mitarbeiters trägt ein Plakat auf dem: Mein Bruder, mein Vater und mein Großvater sind gut für Europa."
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Deutliche Worte eines Opelaners.
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Auch Bundesaußenminister und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier ist zum Aktionstag von Opel gekommen und hat zu den Arbeitern gesprochen. Sein Auftritt sorgt für Streit. Seine Einladung durch die IG Metall zu der Kundgebung sei parteipolitisch motiviert gewesen, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Gerald Weiß. Er sehe das als unschöne Wahlkampfhilfe. "Es ist recht instinktlos, dass die IG Metall den SPD-Kanzlerkandidaten eingeladen hat und nicht die von der Sache her zuständigen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg und Olaf Scholz."
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Den ganzen Tag über sind Opelaner aus ganz Deutschland nach Rüsselsheim gekommen.
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Solidaritätsbekundungen: Nicht nur Mitarbeiter nehmen an dem Aktionstag teil.
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Rund 1000 Menschen kommen auf den Marktplatz in Eisenach.
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Auch in Kaiserslautern demonstrieren Opel-Mitarbeiter.
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Opel-Mitarbeiter demonstrieren im Februar 2009 am Stammsitz des Unternehmens in Rüsselsheim im Rahmen des Opel-Aktionstages für die Rettung des angeschlagenen Autobauers. Hintergrund der Proteste ist nach Angaben des Betriebsrats die geplante Übergabe eines Geschäftsplans für die Zukunft der Tochter des US-Konzerns General Motors an die Bundesregierung.
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Opel - Marke mit Tradition
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Opel - Marke mit Tradition
Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Eine Werbeanzeige für den Opel Kadett A, 1963-1965
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Eine Werbeanzeige für das Opel Commodore A, Coupé, GS, Jahrgang 1967
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Der Opel Commodore A, Coupé, GS/E, aus dem Jahr 1970-1971
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Der Opel Kadett B, Coupé Rallye, LS, 1967-1970
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Aus dem Jahre 1971: Der Opel GT/J
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Der Opel Diesel Rekordwagen auf Basis des Opel GT von 1972.
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Damals nobel: der Opel Rekord D, Luxus, 1972-1977.
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Kurt C. Volkhart am Steuer des ersten Raketenautos Opel RAK 1, 1928.
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Die Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1938
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1948
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Werbeanzeige für den Opel Admiral von 1937.
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Ein weiterer Opel Olympia, aus dem Jahre 1951-1953
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Der Opel Kapitän P1, 1958-1959
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Werbeanzeige mit Walter Röhrl für das Opel Kadett C Coupé, GT/E, 1975
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Der Opel Manta A, Luxus, 1970-1975
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Die momentane Krise von Opel bietet Gelegenheit, die Geschichte des Unternehmens Revue passieren zu lassen. Seit 1898 bauen die Nachfahren Adam Opels Automobile. Von peppig bis bieder- der Rückblick auf die wichtigsten Modelle ist unterhaltsam. Ein Klassiker seiner Zeit war beispielsweise der Opel Olympia Rekord aus dem Jahr 1953.
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Informationen über hohe Zahlungen an einstige und aktuelle Manager vermiesen den Opelaner derzeit zusätzlich die Laune, wie Franz sagt. So soll der frühere Konzernchef Fritz Henderson für 20 Stunden Beratung im Monat rund 59.000 Dollar bekommen. Hendersons Nachfolger Ed Whitacre lasse sich seinen Job an der Konzernspitze mit einem Jahresgehalt von 9,2 Millionen Dollar (6,8 Millionen Euro) vergolden.
GM will inklusive Altersteilzeit in Europa an die 10.000 der noch rund 48.000 Jobs streichen. Dies hält nicht nur der Betriebsrat für unsinnig. Zumal Stellenabbau Geld absorbiert, dass eigentlich dringend für Investitionen in neue Produkte und Technologien eingesetzt werden müsste. Aus dem Wirtschaftsausschuss des Bundestages verlautet, dass wichtige Punkte im Sanierungskonzept noch diffus seien. Dies betreffe etwa den Eigenbeitrag von GM an den Sanierungskosten.
Der Jobabbau wird als "nur bedingt nachvollziehbar" kritisiert. Zudem seien die Finanzhilfen anderer EU-Länder - Spanien, Großbritannien, Polen und Österreich - noch unklar. Überdies könne GM bis dato nicht gewährleisten, dass Staatshilfen in Europa blieben und nicht in den weltweiten GM-Verbund abflössen. (mit dpa)