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Opel-Mutterkonzern: General Motors ringt um Milliarden-Hilfen

Der schwer angeschlagene Opel- Mutterkonzern General Motors ringt in den USA um dringend benötigte Milliarden-Hilfen und die deutsche Bundeskanzlerin lädt Opel ins Kanzleramt ein.

Nach Einschätzung von Analysten braucht GM rund 15 Milliarden Dollar, die für etwa ein Jahr reichen könnten.
Nach Einschätzung von Analysten braucht GM rund 15 Milliarden Dollar, die für etwa ein Jahr reichen könnten.
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New York. Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors ringt in den USA um dringend benötigte Milliarden-Hilfen. Noch am Wochenende wollen einflussreiche Mitglieder des GM-Verwaltungsrates in Washington Druck machen, wie das "Wall Street Journal" am Samstag berichtete.

Sie wollen im US-Kongress, im Weißen Haus und bei Vertretern des künftigen Präsidenten Barack Obama die Dringlichkeit der Lage vor Augen führen. General Motors hatte vor einigen Tagen vor einer möglichen Insolvenz gewarnt. Opel ersuchte Bund und Bundesländer um eine Bürgschaft, angeblich in Milliardenhöhe. Offiziell heißt es, Opel wolle damit für den Fall einer GM-Insolvenz vorsorgen.

Opel

Nach der Forderung des deutschen Automobilbauers Opel nach staatlichen Hilfen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Firmenspitze und den Betriebsrat ins Kanzleramt eingeladen. Das sagte Merkel am Rande des Weltfinanzgipfels in Washington. Die Regierung nehme sich "der Sache an", erklärte Merkel. (dpa)

Die Hilfen für die notleidenden US-Autobauer drohen, in politischen Grabenkämpfen zerrieben zu werden. Die Demokraten im US-Kongress sind dafür, den Autoherstellern den Zugang zum 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche zu öffnen. Die Republikaner setzen dagegen auf das bereits gebilligte Kredit-Paket von 25 Milliarden Dollar, das eigentlich die Entwicklung sparsamerer Autos fördern soll. Zuletzt setzte sich Präsident George W. Bush dafür ein, die Umwelt-Bindung aufzuheben, und das Geld einfach so zu gewähren. Die Demokraten lehnen dies ab. Ein solcher Schritt würde auf Kosten der Zukunftsfähigkeit der US-Autoindustrie gehen, argumentieren sie.

Mehrere Mitglieder des GM-Verwaltungsrates genießen großen Einfluss in Washington, den sie nun geltend machen wollen, schrieb das "Wall Street Journal". Darunter seien Erskine Bowles, einst Stabschef von US-Präsident Bill Clinton, und John Bryant, einer der Organisatoren von Obamas Präsidentschafts-Kampagne. Auch Armando Codina, der als enger Vertrauter von Präsident Bush gelte, habe sich eingeschaltet.

Nach Einschätzung von Analysten braucht GM rund 15 Milliarden Dollar, die für etwa ein Jahr reichen könnten. Angesichts des Absatzeinbruchs "verbrennt" der größte US-Autohersteller jeden Monat mehr als eine Milliarde Dollar und ihm könnte schlicht das Geld ausgehen.

GM warnt nun vor dramatischen Auswirkungen einer Insolvenz des Unternehmens. Sie würde nicht nur die 123 000 Arbeitsplätze des Konzerns in Nordamerika in Gefahr bringen, sondern auch hunderttausende weitere Jobs bei Autozulieferern. Und Ausfälle von Teile-Lieferanten würden auch die Konkurrenten Ford und Chrysler an den Abgrund bringen - denn die meisten großen Zulieferer seien gleich mit mehreren Herstellern im Geschäft. "Es wird kein "Plan B" als Alternative zu einer Rettung durch den Staat diskutiert", zitierte die Zeitung einen ranghohen GM-Berater.

Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer betonte, Hilfen an Opel in Europa machten nur Sinn, wenn auch der Mutterkonzern gerettet werde. Es sei ein Vorgehen von Obama und der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) notwendig, sagte er in einem Gespräch mit dem Audiodienst der dpa. (dpa)

Datum:  15 | 11 | 2008
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