Der Sanierungsplan für Opel steht. Die Beschäftigten tragen jährlich 265 Millionen Euro dazu bei - allerdings nur, wenn die Mutter GM Investitionszusagen einhält.
Der Rettung einen Schritt näher: Opel hat sich mit seinen Beschäftigten auf einen Sanierungsplan geeinigt.
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Der Rettung einen Schritt näher: Opel hat sich mit seinen Beschäftigten auf einen Sanierungsplan geeinigt.
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Rüsselsheim. Arbeitnehmer und Management des Autobauers Opel sind sich nach weit mehr als einem Jahr über den Sanierungsbeitrag der Belegschaft einig. Die ausgehandelte Rahmenvereinbarung steht, muss jetzt aber noch von Betriebsräten und Gewerkschaft abgesegnet werden.
Die rund 48.000 Beschäftigten in den europäischen Werken der US-Muttergesellschaft General Motors (GM) verzichten demnach fünf Jahre lang bis 2014 auf jeweils 265 Millionen Euro, davon kommen jeweils 176,8 Millionen Euro aus den deutschen Betrieben.
Jobabbau und Werksschließungen vermeiden
Im Gegenzug macht das Unternehmen feste Zusagen für Investitionen in neue Produkte und die Auslastung der einzelnen Werke, wie Opel-Chef Nick Reilly und der Vorsitzende des Europäischen Arbeitnehmerforums (EEF), Klaus Franz, versichern. Hält das Unternehmen die Zusagen ganz oder teilweise nicht ein, sollen die Arbeitnehmer ihr Geld im entsprechenden Umfang zurückbekommen. Erfüllt Opel die Vereinbarung, erhält es Stück für Stück den Sanierungsbeitrag der Belegschaft.
Rückblick - Aktionen für Opel
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Rückblick - Aktionen für Opel
Auch ohne GM könne Opel bestehen, ist verbreitete Meinung unter den Demonstranten - schon lange bevor solche Pläne konkret werden sollten.
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Schon am frühen Morgen machen sich die Opel-Mitarbeiter in Bochum auf den Weg nach Rüsselsheim zur zentralen Kundgebung.
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Bis zu 15.000 Teilnehmer werden erwartet.
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Aber nicht nur in Rüsselsheim gehen die Opelaner auf die Straße, sondern in ganz Europa.
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Sie kämpfen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Standortschließungen. Opel bemüht sich derzeit um staatliche Hilfen.
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Im Gespräch ist schon im Frühjahr die Abtrennung vom angeschlagenen Mutterkonzern General Motors. Der US-Autobauer kann damals nur durch staatliche Notkredite überleben.
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Opel-Mitarbeiter der Standorte Rüsselsheim und Bochum marschieren zur zentralen Kundgebung vor dem Opel-Stammsitz in Rüsselsheim.
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Ein Mitarbeiter der passend zur Parole sein Banner an einem Regenschirm befestigt hat.
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Auch die nächste Opelaner-Generation ist mit dabei: das Kind des Mitarbeiters trägt ein Plakat auf dem: Mein Bruder, mein Vater und mein Großvater sind gut für Europa."
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Deutliche Worte eines Opelaners.
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Auch Bundesaußenminister und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier ist zum Aktionstag von Opel gekommen und hat zu den Arbeitern gesprochen. Sein Auftritt sorgt für Streit. Seine Einladung durch die IG Metall zu der Kundgebung sei parteipolitisch motiviert gewesen, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Christdemokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Gerald Weiß. Er sehe das als unschöne Wahlkampfhilfe. "Es ist recht instinktlos, dass die IG Metall den SPD-Kanzlerkandidaten eingeladen hat und nicht die von der Sache her zuständigen Minister Karl-Theodor zu Guttenberg und Olaf Scholz."
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Den ganzen Tag über sind Opelaner aus ganz Deutschland nach Rüsselsheim gekommen.
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Solidaritätsbekundungen: Nicht nur Mitarbeiter nehmen an dem Aktionstag teil.
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Rund 1000 Menschen kommen auf den Marktplatz in Eisenach.
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Auch in Kaiserslautern demonstrieren Opel-Mitarbeiter.
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Opel-Mitarbeiter demonstrieren im Februar 2009 am Stammsitz des Unternehmens in Rüsselsheim im Rahmen des Opel-Aktionstages für die Rettung des angeschlagenen Autobauers. Hintergrund der Proteste ist nach Angaben des Betriebsrats die geplante Übergabe eines Geschäftsplans für die Zukunft der Tochter des US-Konzerns General Motors an die Bundesregierung.
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Opel - Marke mit Tradition
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Opel - Marke mit Tradition
Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Eine Werbeanzeige für den Opel Kadett A, 1963-1965
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Eine Werbeanzeige für das Opel Commodore A, Coupé, GS, Jahrgang 1967
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Der Opel Commodore A, Coupé, GS/E, aus dem Jahr 1970-1971
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Der Opel Kadett B, Coupé Rallye, LS, 1967-1970
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Aus dem Jahre 1971: Der Opel GT/J
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Der Opel Diesel Rekordwagen auf Basis des Opel GT von 1972.
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Damals nobel: der Opel Rekord D, Luxus, 1972-1977.
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Kurt C. Volkhart am Steuer des ersten Raketenautos Opel RAK 1, 1928.
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Die Werbeanzeige für den Opel Manta A, GT/E Sondermodell Black Magic, 1975
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1938
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Werbeanzeige für den Opel Kapitän, 1948
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Werbeanzeige für den Opel Admiral von 1937.
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Ein weiterer Opel Olympia, aus dem Jahre 1951-1953
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Der Opel Kapitän P1, 1958-1959
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Werbeanzeige mit Walter Röhrl für das Opel Kadett C Coupé, GT/E, 1975
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Der Opel Manta A, Luxus, 1970-1975
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Die momentane Krise von Opel bietet Gelegenheit, die Geschichte des Unternehmens Revue passieren zu lassen. Seit 1898 bauen die Nachfahren Adam Opels Automobile. Von peppig bis bieder- der Rückblick auf die wichtigsten Modelle ist unterhaltsam. Ein Klassiker seiner Zeit war beispielsweise der Opel Olympia Rekord aus dem Jahr 1953.
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Die Übereinkunft gilt auch dann, wenn der Autobauer die bei europäischen Regierungen beantragte Staatshilfe von 1,8 Milliarden Euro nicht erhalten sollte, wie Franz betont. Dass GM das Verhandlungspaket neu aufschnüren kann, werde damit ausgeschlossen werden.
Der Sanierungsbeitrag der Belegschaft wird jeweils am Anfang eines Jahres auf einem Treuhandkonto geparkt, auf das Opel oder die Mutter GM keinen Zugriff haben. Führen wird dies ein unabhängiger Verwalter, im Gespräch ist ein Anwalt, wie Franz erklärt. Entlassungen und Werksschließungen sollen vermieden werden. Eine Lösung für das vom Aus bedrohte Werk im belgischen Antwerpen muss noch gefunden werden.
Dafür wird ein Investor gesucht. Die Beschäftigten sollen künftig am Gewinn beteiligt werden, die Details darüber wollen Reilly und Franz bis Herbst 2010 klären. Fest steht, wie Reilly versichert, dass Opel von einer GmbH in eine AG umgewandelt wird - mit entsprechender erweiterter Mitbestimmung für die Arbeitnehmer.
Es bleibt dabei, dass in Europa etwa 10.000 Stellen (inklusive Altersteilzeitregelungen) abgebaut werden sollen, davon knapp 4000 in Deutschland. Sollte das Geschäft anziehen, könnte sich diese Zahl auch reduzieren, stellt Reilly in Aussicht.
Reilly und Franz fordern Staatshilfe
Sowohl der Opel-Chef als auch Franz appellieren eindringlich an Bund und Länder, die in Deutschland beantragte Staatshilfe von reichlich einer Milliarde Euro in Form von Bürgschaften zu gewähren. Am nächsten Dienstag wird sich damit in Berlin der staatliche Lenkungsrat beschäftigen. Eine Entscheidung erwartet Reilly dann aber noch nicht, wohl aber bis Anfang Juni.
Aus Sicht von Franz gibt es positive Signale aus den Bundesländern für eine staatliche Unterstützung. "Es geht nicht um Steuergeld, sondern um Bürgschaften für Kredite, die Opel für Investitionen benötigt." Dass der GM-Konzern nach der jüngsten Geschäftsbelebung im ersten Quartal die europäischen Töchter Opel und Vauxhall aus eigener Kraft und ohne Staatshilfe für die Zukunft fit machen könne, hält Reilly für einen Trugschluss.
GM brauche selbst Geld, um seinen umfangreichen Verpflichtungen nachzukommen. Vom US-Staat hat der Autobauer 50 Milliarden Dollar Unterstützung erhalten. Im Übrigen sei GM selbst auch in den USA noch nicht über den Berg, so Reilly.