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Opel-Sanierung: Antwerpen will GM unter Druck setzen

"Wir glauben, Opel-Chef Reilly in die Knie zwingen zu können", sagt der Betriebsratschef von Antwerpen. Vertreter der Beschäftigten aus den Opel-Staaten fordern neue Verhandlungen. Von Werner Balsen

Das von GM-Chef Reilly vorgelegte Konzept sieht einen Abbau der Opel- und Vauxhall-Kapazitäten um rund ein Fünftel vor.
Das von GM-Chef Reilly vorgelegte Konzept sieht einen Abbau der Opel- und Vauxhall-Kapazitäten um rund ein Fünftel vor.
Foto: ddp

Brüssel. "Ich bin sehr glücklich, dass alle zu Antwerpen stehen." Rudi Kennes, Betriebsratschef im dortigen Opel-Werk, hebt das entscheidende Signal hervor: Die Metallarbeitergewerkschaften aus den Opel-Staaten, der Europäische Betriebsrat und der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB) stellen nach ihrem Treffen in Brüssel klar, dass sie keinem Sanierungskonzept für Opel zustimmen werden, in dem das Werk in der belgischen Hafenstadt keine Zukunft hat.

Sie forderten Opel-Chef Nick Reilly auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein besseres Konzept zur Sanierung des Autobauers vorzulegen.

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Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber warf dem US-Manager "Wildwest-Methoden" vor. Reilly habe das Gespräch mit den Gewerkschaften bisher verweigert. Trotzdem geben sich die Arbeitnehmervertreter sehr selbstbewusst.

"Wir glauben, Reilly in die Knie zwingen zu können", sagte Kennes. "Der Fall Opel/Vauxhall zeigt, wie multinationale Unternehmen versuchen Arbeiter in verschiedenen Ländern gegeneinander auszuspielen. Das lässt sich nur mit europaweiter Einigkeit beantworten", fügte er hinzu.

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Kennes und seine Kollegen sind überzeugt, gemeinsam wirksamen finanziellen Druck auf den Opel-Chef und damit auf die Opel-Mutter General Motors (GM) ausüben zu können: "Wir werden Kurzarbeit auf keinen Fall über die Gewerkschaften finanzieren", betonte der Chef des Europäischen Opel-Betriebsrates, Klaus Franz. "Aber wir werden den Konzern am stärksten treffen, in dem wir die Arbeitnehmerbeiträge verweigern."

Franz schloss zudem Arbeitskampfmaßnahmen nicht aus. Ankündigen wolle man solche Aktionen derzeit aber nicht. "Da muss man spontan bleiben." Die Gewerkschaften würden zudem auf die Regierungen einwirken, keine Staatsbeihilfen auf Basis des derzeitigen, unsoliden Konzepts zu gewähren, betonte EMB-Generalsekretär Peter Scherrer.

Das von Reilly vorgelegte Konzept sieht einen Abbau der Opel- und Vauxhall-Kapazitäten um rund ein Fünftel vor. Das würde die Vernichtung von fast 10.000 Stellen bedeuten. GM erwartet dabei eine Beteiligung der europäischen Regierungen von 2,7 Milliarden Euro.

Franz forderte dagegen GM auf, mindestens eine Milliarde Euro an Eigenleistung beizusteuern. Derzeit gebe es keinen Dialog. "Ich gehe aber davon aus, dass General Motors bald auf uns zukommen wird." (mit rtr)

Autor:  Werner Balsen
Datum:  24 | 2 | 2010
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