Zur Sanierung von Opel sollen die Beschäftigten bis 2014 einen Beitrag von 300 Millionen Dollar leisten. Dies sieht ein der Frankfurter Rundschau in Auszügen vorliegender Businessplan des möglichen Investors Magna vor. Der Autozulieferer rechnet demnach bei Opel und der britischen Schwester Vauxhall in diesem Jahr mit einem Verlust von 2,1 Milliarden Dollar. Dieser soll bis 2014 in 1,2 Milliarden Gewinn verwandelt werden.
Zu diesem Schub von 3,3 Milliarden sollen zum einen neue Fahrzeugmodelle und höhere Preise beitragen (1,3 Milliarden). Darüber hinaus soll der Marktanteil steigen (600 Millionen). Die restlichen 1,4 Milliarden Dollar sollen durch geringere Kosten etwa beim Material, aber auch durch den Umbau des Unternehmens sowie Personaleinsparungen erreicht werden.
Magna will 11 600 der noch rund 50 000 Stellen in Europa kappen. Dabei sollen laut Plan 9500 durch den Abbau von Überkapazitäten wegfallen, 2100 in Verwaltung und Vertrieb. Werksschließungen beziehungsweise eine "Verschlankung" der Fabriken werden nicht ausgeschlossen. Das Konzept sieht darüber hinaus vor, die Produktivität bis 2014 um zehn Prozent zu erhöhen.
Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster will mit Opel bereits vor 2013 wieder einen Gewinn erzielen. Dies sagte er der Bild-Zeitung. Magna-Chef Frank Stronach hatte zuvor erklärt, er rechne damit, dass Opel erst in vier Jahren wieder Gewinn mache. "Da ist mein voller Ehrgeiz geweckt, Herrn Stronach das Gegenteil zu beweisen. Wir werden alles daran setzen, schon vor 2013 Gewinn zu machen", so Forster.
Forster unterstrich, dass der staatliche Überbrückungskredit auf jeden Fall bis zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags für Opel reichen werde: "Der Kredit wird mindestens so lange ausreichen, bis die Verträge mit den Investoren unterschrieben sind. Das kann bis zu sechs Monate dauern." Die Geschäfte liefen gut, der Marktanteil steige und vom neuen Modell Insignia seien bereits 120 000 verkauft.
Italien gibt Hoffnung noch nicht auf
Italien gibt indes die Hoffnung bei Opel nicht auf. Der Fiat-Konzern ist bei der Übernahme nach Einschätzung des italienischen Ministers Claudio Scajola immer noch im Rennen. Der Übernahmeplan von Fiat sei der beste, es sei ein "Plan mit Perspektive", sagte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung am Donnerstag laut italienischen Nachrichtenagenturen.
Scajola äußerte die Hoffnung, dass in sechs Monaten noch einmal darüber nachgedacht werde, ob das nun beschlossene "Provisorium" für Opel unter Führung der deutschen Regierung und der Mutter General Motors (GM) tatsächlich im Interesse Europas sei. Europa brauche einen großen Autokonzern, fügte er hinzu. (Mit afp)
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