Im Rennen um die Übernahme des Autobauers Opel verbleiben nur noch zwei Interessenten. Die Verhandlungen würden mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und dem belgischen Finanzinvestor RHJ International weitergeführt, teilte General Motors Europe mit. Der chinesische Interessent BAIC ist damit aus dem Rennen.
Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna will im Falle eines Einstiegs bei Opel neben den vier deutschen Standorten auch die zwei britischen Werke erhalten. Dies geht nach Informationen der Frankfurter Rundschau aus dem Konzept hervor, das am Mittwoch der Bundesregierung vorgelegt wurde.
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In den Werken in Luton und Ellesmere Port sind derzeit etwa 4700 Arbeitnehmer beschäftigt. Über die Zukunft des Werkes im belgischen Antwerpen werde noch verhandelt. Die Existenz des spanischen Werkes in Zaragoza soll nie zur Diskussion gestanden haben.
Wann eine endgültige Entscheidung zu Opel fällt, ist nach wie vor ungewiss. Wie verlautet, will die einstige Opel-Mutter General Motors (GM) erst Ende Juli entscheiden. Dem Vernehmen nach ist Magna auch noch in harten Verhandlungen mit GM. Wie es heißt, sind die Zahlungen für Rechte und Patente noch strittig. Die Forderungen von GM halte Magna für überzogen.
Zur Debatte bei dem Treffen in Berlin standen drei Angebote - von Magna, dem Finanzinvestor RHJ und der chinesischen Firma BAIC. Die Bundesregierung und die vier Bundesländer mit Opel-Standorten favorisieren das Magna-Konzept. Die Präferenz der Bundesregierung dafür habe sich nach Prüfung der bei General Motors eingereichten Konzepte bestätigt, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin.
Und der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) betonte noch einmal: "Alle vier Bundesländer votieren für Magna." Die Opel-Übernahme müsse nun zügig mit Magna zu Ende verhandelt werden, um klare Zielvorgaben zu erhalten und die Verunsicherung der Belegschaft zu beenden.
Schon vor Beginn des Treffens hatte Regierungssprecher Wilhelm die Erwartungen gedämpft.Frühestens in der kommenden Woche erwarte die Bundesregierung eine "gemeinsame Einschätzung" mit der GM-Seite in der Bieterfrage - "wenn möglich auch schon eine gemeinsame Empfehlung". Wilhelm schloss auch ausdrücklich nicht aus, dass es noch zu "kontroversen Verhandlungen" mit der amerikanischen Seite kommen könnte.
Hessens Regierungschef Ronald Koch (CDU) will General Motors nicht das letzte Wort in der Frage überlassen, welcher Investor bei dem Rüsselsheimer Autobauer zum Zuge kommen soll. "Ob die Meinung von GM der Maßstab für die Zukunftskonzepte von Opel sein kann, wage ich zu bezweifeln", sagte Koch dem Handelsblatt. Koch reagierte damit auf Berichte, wonach GM den Finanzinvestor RHJ den anderen Bietern vorziehen könnte. GM ist längst nicht über die Runden und hat gerade ein erneutes Absatzminus von 15 Prozent im zweiten Quartal berichtet. (mit afp/dpa)
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