Frankfurt a. M. Die deutschen Flughäfen fürchten Jobverluste und schrumpfende Passagierzahlen durch die geplante Luftverkehrsabgabe. "Wir erwarten nach einer ersten groben Schätzung einen Passagierrückgang von drei Prozent", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, zur Nachrichtenagentur Reuters.
Vor allem bei Billigfliegern könnten Passagiere ausbleiben, wenn die Abgabe die Tickets teurer mache. "Zum anderen wäre davon der Umsteigeverkehr betroffen. Die Passagiere könnten nach Alternativen suchen und über andere Drehkreuze in Europa fliegen", sagte Beisel. Sollte die Abgabe eingeführt werden, sieht der ADV rund 10.000 Arbeitsplätze in der Branche in Gefahr.
Die größten Umsteigeflughäfen in Deutschland sind Frankfurt und München. Zudem fliegen zahlreiche Billigflieger wie Ryanair und easyJet deutsche Airports an.
Niederländer haben aufgegeben
Die Bundesregierung will zur Haushaltssanierung unter anderem eine Luftverkehrsabgabe einführen. Sie soll bis zur Einbeziehung der Fluggesellschaften in den Handel mit Verschmutzungsrechten in 2012 von allen Passagieren erhoben werden, die in Deutschland abfliegen.
Nach Einschätzung von Analysten dürften die Fluggesellschaften zumindest einen Teil der Zusatzkosten an die Passagiere weitergeben. Die Bundesregierung erhofft sich pro Jahr Mehreinnahmen von einer Milliarde Euro.
Die Regierung in den Niederlanden hatte vor einigen Jahren eine ähnliche Abgabe erhoben, diese dann aber wieder aufgegeben. Aus Sicht der Luftverkehrsbranche hat sie dort mehr Schaden als Nutzen angerichtet, weil das Passagieraufkommen geschrumpft war. (rtr)
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