Der Konflikt um Patentrechte eskaliert: Apple setzt in den USA ein Importverbot für den iPhone-Konkurrenten HTC durch - ein erster nennenswerter Erfolg im Kampf gegen Googles Android-Betriebssystem.
Ein HTC-Laden in Taiwan. In den USA gibt es Ärger.
Foto: Bloomberg
Ein HTC-Laden in Taiwan. In den USA gibt es Ärger.
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Es ist noch kein Knockout, aber ein Wirkungstreffer: Apple hat erstmals einen nennenswerten Erfolg im Patentstreit mit Google erzielt. Der taiwanesische Konkurrent HTC darf einige Telefone mit dem Betriebssystem Android von Google ab 19. April nicht mehr in die USA importieren – sofern eine bestimmte Software-Funktion Verwendung findet, die es ermöglicht, eine Telefonnummer in einem Text oder einer E-Mail direkt anzuklicken um sie abzuspeichern oder anzurufen. Das hat die US-Handelsbehörde ITC bekanntgegeben.
Das Urteil ist ein wichtiger Richtungsentscheid im Kampf um Smartphone-Patentrechte, der seit mehr als einem Jahr verbissen geführt wird. Mobiltelefon-Betriebssysteme sind aus Hunderten einzelnen Funktionen zusammengefügt – und fast immer hat schon ein anderer zuvor eine ähnliche Lösung entwickelt. Die Folge: Fast jeder zieht gegen fast jeden ins Feld. Etwa 100 Patenklagen in zehn Ländern gibt es derzeit unter Mobiltelefonherstellern, schätzen Experten.
Doch trotz des Klagegestrüpps sind die Grundlinien des Konflikts klar: Der kürzlich verstorbene Apple-Chef Steve Jobs hatte laut seinem Biografen angekündigt, einen „Atomkrieg“ gegen das „gestohlene Produkt“ Android führen zu wollen. Und Apple hält sich an diese Vorgabe. Bei den wirklich schmerzhaften Klagen steht auf der einen Seite Apple und auf der anderen Seite stehen Telefonhersteller, die das Google-Betriebssystem Android nutzen.
HTC wiegelte am Dienstag zwar ab. Erstens würde bis April die Funktion ersetzt oder umgangen. Zweitens sei die Telefonnummern-Erkennung ohnehin nicht besonders wichtig. Und drittens hätten die US-Behörden in neun weiteren Fällen Apples Patentansprüche abgeschmettert.
Was Sie noch nicht über Apple wussten
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Was Sie noch nicht über Apple wussten
Das Logo (2/2)
… Das allererste Apple-Logo zeigt Sir Isaac Newton unter einem Baum sitzend, über ihm der berühmte Apfel. Der Legende nach fällt dieser ihm auf den Kopf und bringt Newton auf das Prinzip der Gravitation. Das detailreiche Logo ließ sich allerdings nicht so gut auf den Verkaufsprodukten reproduzieren und wurde nur sehr kurz verwendet.
Foto: Apple
Die Kapitalaufnahme (1/2)
Die Firmengründer von Apple, Steve Jobs (li.) und Steve Wozniak (re.), verfügten zu Beginn ihrer Karriere über sehr wenig Kapital. Um auf die wenigen Bestellungen des ersten Apple-Computers überhaupt eingehen zu können, verkauften die beiden Hab und Gut…
Foto: picture-alliance/ dpa
Die Kapitalaufnahme (2/2)
… Jobs verkaufte seinen VW-Bus und Wozniak (der zu dieser Zeit noch bei Hewlett-Packard arbeitete) seinen HP-65-Taschenrechner. Der erste programmierbare Taschenrechner der Welt galt damals als kleines elektronisches Wunderwerk, und Wozniak erhielt immerhin 500 Dollar dafür.
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Der Preis
Der erste Apple-Computer kostete 666,66 US-Dollar. Dabei hatte Wozniak keine teuflischen Hintergedanken, sondern rein praktische, wie er einmal auf einer Konferenz erklärte: „Der Einkaufspreis lag bei 500 Dollar, rechnet man ein Drittel dazu, um auf den Einzelhandelspreis zu kommen, liegt man bei ungefähr 667 Dollar. Ich habe daraus 666,66 Dollar gemacht – es war einfach zu tippen, das ist alles.“
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„Dogcow“ (1/2)
Die (ja, die) Dogcow (auf Deutsch etwa: Hundekuh) war ursprünglich ein Bestandteil der Cairo-Schriftfamilie. Als diese auf Macintosh-Rechnern nicht mehr verwendet wurde, blieb das seltsame Wesen als Icon im LaserWriter Treiber 4.0 erhalten und geriet nach und nach zu einem Maskottchen der Apple-Techniker.
Foto: Apple
„Dogcow“ (1/2)
Eine nicht ganz ernst gemeinte sogenannte Technote von Apple-Mitarbeiter Mark „The Red“ Harlan vom April 1989 geht näher auf die Dogcow ein: Das von Susan Kare designte Tierchen trägt den Namen Clarus (in Anspielung auf Apples Office-Software Claris) und macht „Moof!“
Foto: njh/Flickr
Der Name
Apples erfolgreicher Computer „Lisa“ ist angeblich nach Steve Jobs’ Tochter benannt. Der Name „Macintosh“ stammt hingegen von Jef Raskin, einem Mitarbeiter aus dem Design-Team, der den Namen von seiner Lieblings-Apfelsorte „McIntosh“ ableitete. Steve Jobs wollte den Namen wohl noch in „Bicycle“ ändern, aber bekanntermaßen blieb es bei dem eingängigeren Macintosh.
Foto: Lars Zapf/Flickr
Die Digitalkamera
1994 brachte Apple die erste für den Massenmarkt taugliche Digitalkamera auf den Markt: die Apple QuickTake 100. Sie konnte bis zu acht Aufnahmen speichern und sich via Kabel mit einem Mac verbinden. Der Preis war allerdings happig: 749 US-Dollar kostete das Gerät (heute in etwa 1000 Dollar), das weniger als einen Megapixel Auflösung hatte und über kein digitales Display verfügte. Steve Jobs beendete die Serie drei Jahre später wieder.
Foto: gmhofmann/Wikimedia
Der iPod
Den Namen iPod verdankt der MP3-Player dem freien Texter Vinnie Chieco. Der war Teil eines Teams, das Steve Jobs rekrutiert hatte, um einen einprägsamen Namen für seinen neuen Apparat zu finden. Chieco fiel der Name wie Schuppen von den Augen erzählte er der Zeitschrift Wired: „Als ich den weißen iPod sah, dachte ich sofort an „2001“: „Open the pod bay door, Hal!“ Ich musste nur noch das Präfix „i“ vom iMac hinzufügen – fertig war der Name.“
Foto: Metro Goldwyn Mayer
Das Osterei
Wo wir schon beim iPod sind: Wussten Sie, dass der erste iPod ein sogenanntes Easteregg – also eine kleine versteckte Spielerei – an Bord hatte? Wer sich im Menüfeld „Über“ unterhalb von „Einstellungen“ befindet und dort das Click Wheel für drei Sekunden gedrückt hält, kann während des Musikhörens „Pong“ spielen – den Urvater aller Videospiele.
Foto: www.geek.com
John Appleseed (1/3)
Der Name John Appleseed taucht immer wieder in der Firmengeschichte von Apple auf, eine offizielle Erklärung hat es jedoch nie gegeben. In der US-amerikanischen Geschichte gab es durchaus einen Mann dieses Namens, seiner Zeit ein Pionier, Missionar und Gärtner. Die einzige Verbindung zum Computerhersteller lässt sich über seinen Namen herstellen und seine Vorliebe für Äpfel.
Foto: Wikimedia
John Appleseed (2/3)
Die früheste Referenz an den Namen findet sich bei Mike Markkula (einem Investor und ehemaligen Apple-Geschäftsführer), der unter diesem Namen Programme für den Apple II geschrieben hat. Der Name taucht außerdem auf, wenn man das TextEdit-Icon vergrößert. Wer genau hinsieht, findet einen Brief an eine Kate, der die „Think Different“-Kampagne von 1997 zitiert und von einem John Appleseed signiert ist.
Foto: Apple
John Appleseed (3/3)
Einer breiten Öffentlichkeit wurde der Name während der Einführung des iPhones bekannt. Hier nutzte Apple den Namen als geheimnisvollen Anrufer auf dem Display des Apple-Handys. Wer die in der Fernsehwerbung eingeblendete Nummer tatsächlich wählt, landet allerdings auf einem Anrufbeantworter.
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Die Kleidung (1/2)
Steve Jobs’ Vorliebe für schwarze Rollkragenpullover der Marke St. Croix, blaue Levis-Jeans und Turnschuhe von New Balance sind bekannt. Er trug diese Kombination bisher bei jeder neuen Produktpräsentation.
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Die Kleidung (2/2)
Weniger bekannt dürfte sein, dass auch andere Apple-Mitarbeiter einen einheitlichen Kleidungsstil bevorzugen. Wie zum Beispiel Apples Chef-Designer Jony Ive, der nicht nur in allen Produkt-Videos der letzten zehn Jahre (!) das gleiche T-Shirt trägt, sondern offenbar auch bei allen anderen Gelegenheiten. Was soll’s: es steht ihm ja.
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Das Logo (1/2)
Wer an Apple denkt, sieht den Apfel vor sich. Die regenbogenfarbene Apfelsilhouette mit Biss wurde von Designer Rob Janoff entwickelt. Sie dient seit 1976 als offizielles Logo, wurde 1998 lediglich durch eine einfarbige Variante ersetzt. Es ist jedoch nicht das erste Logo der Firma…
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Apple
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Steve Jobs und Apple: Aus der Garage zum Weltkonzern
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Steve Jobs und Apple: Aus der Garage zum Weltkonzern
Trauer und Fassungslosigkeit bei den Fans - hier am Apple Store in der New Yorker West 66th Street.
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Am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit) gibt Apple die Todesnachricht bekannt. Sofort versammeln sich Fans am Hauptquartier von Apple in Kalifornien.
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Im Park vor dem Hauptquartier legen sie Blumen und Botschaften ab.
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Weltweit verleihen Apple-Fans ihrer Trauer Ausdruck. Hier am Apple Store im kalifornischen Santa Monica.
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Das iPad war Jobs' Erfindung. Nun nutzen die Fans es für ihr Gedenken.
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Anerkennung via iPhone im Dolores Park in San Francisco.
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"Apple ist die allerbeste Frucht aller Zeiten. Danke Steve Jobs." Am Apple-Store in San Francisco hinterlassen die Fans Botschaften.
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Im August 2011 verabschiedet sich Jobs endgültig von der Konzernspitze - nach seiner Rücktritts-Ankündigung fällt der Wert der Apple-Aktie nach Börsenschluss in New York um 5,3 Prozent.
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Der Nachfolger Tim Cook tritt in große Fußstapfen.
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Jobs versammelt Top-Manager um sich, denen er vertraut, achtet stets auf ordentliche Gewinne und setzt seine Visionen gegen alle Zweifel durch.
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Bisweilen bringt ihm seine Vorgehensweise den Vorwurf ein, diktatorisch zu agieren. Doch der Erfolg gibt Jobs Recht.
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Immer mal tauchen auch Vorwürfe gegen Jobs auf, etwa den des Aktienbetrugs, oder dass er Konkurrenten mit Drohungen einzuschüchtern versuche - hängen bleibt davon aber weder bei ihm noch beim tadellosen Apple-Image etwas.
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1997 holt Apple den früheren Chef zurück - und der führt die Firma aus einer tiefen Krise.
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1984 stellt Jobs noch triumphal den Apple Macintosh, den ersten erfolgreichen Computer mit einer grafischen Bedienungsoberfläche vor.
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1985 wird er aus seiner Firma gedrängt - von dem ehemaligen Pepsi-Cola-Manager John Sculley (Mitte), den er selbst auf den Chefposten geholt hat.
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Der Erfolg der ersten Apple-Computer machte Jobs schnell zum Millionär - doch sein steiler Aufstieg findet ein abruptes Ende.
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Wie so viele Erfolgsgeschichten des Computerzeitalters beginnt auch die von Apple in einer Garage. Diese Garage in Kalifornien gehörte Jobs' Adoptiveltern, der 21-Jährige baute dort Ende der 70er seine ersten Computer und entwickelte bald eine für damalige Zeiten bahnbrechende Idee: Computer sollten so einfach werden, dass jeder sie im Alltag bedienen kann.
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Der Studienabbrecher Steve Jobs gründet 1976 mit dem Hewlett-Packard-Mitarbeiter Steve Wozniak zusammen die Firma Apple.
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Blumen für den Apple-Mitbegründer: Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 nach langer Krebserkrankung im Alter von 56 Jahren.
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Apple geht gestärkt in weitere Prozesse
Tatsächlich hat das ITC-Urteil aber bekräftigt, dass Apple wohl die wertvolleren Patente besitzt und vor allem, dass die US-Behörden bereit sind, den Rechtsanspruch mit harten Mitteln – einem Importverbot – durchzusetzen. Apple ist nun in einer starken Position: Das iPhone war das erste voll funktionsfähige Smartphone und Apple hat deshalb wichtigere Patente angesammelt.
Wie geht es nun weiter? Möglich ist, dass der Patentkonflikt ohne größere Entscheidungen lange Jahre vor sich hinschwelt. Apple könnte noch viele kleine Siege erringen, ohne Android ernsthaft zu stören. Die einzigen echten Sieger wären dann die Patentrechts-Anwälte.
Die andere Möglichkeit: In dem unübersichtlichen Wust an Klagen und Gegenklagen kommt es irgendwann, vielleicht sogar schon bald, zum ganz großen Knall: Apple (oder vielleicht auch ein anderer Smartphone-Pionier wie etwa Microsoft) hat Erfolg mit einer Klage, die zentrale Teile des Betriebssystems von Android lahmlegt. Dann wäre der Tag der Abrechnung gekommen, an dem die Android-Hersteller sich entscheiden müssen, entweder zeitweilig aus dem Markt auszuscheiden oder hohe Lizenzzahlungen zu leisten. Das wiederum würde das gesamte Gratis-Konzept von Android gefährden, das bislang umsonst von Telefon-Herstellern genutzt werden kann und dafür als Werbe-Plattform für Google dient. Gute Smartphones würden dann vermutlich deutlich teurer werden.