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Porträt Facebook-Gründer: Milliardär mit Milchgesicht

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, hält das Zeitalter der Privatsphäre für beendet. Lockert das Netzwerk den Schutz privater Daten, so passt es sich nur den geänderten Gewohnheiten der Menschen an. Sagt er. Von Felix Wadewitz

Vom Student zum Milliardär: Gründer des sozialen Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg.
Vom Student zum Milliardär: Gründer des sozialen Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg.
Foto: rtr

Mark Zuckerberg flattert in diesen Tagen wundersame Post ins Haus: Eine gewisse Ilse Aigner aus Germany beschwert sich in einem offenen Brief darüber, dass Facebook die Daten seiner Nutzer allzu großzügig durch das Internet jagen will, und droht damit, ihr Profil zu löschen. "Die Frau hat mich wohl nicht verstanden", denkt Zuckerberg vielleicht. Dabei hat der 25-Jährige doch schon im Januar das Zeitalter der Privatsphäre für beendet erklärt.

"Als ich damals in meinem Wohnheim in Harvard mit Facebook anfing, war es für die meisten Leute unvorstellbar, überhaupt irgendetwas über sich ins Netz zu stellen", erzählte er. "Das hat sich in den letzten fünf, sechs Jahren grundlegend verändert. Die Leute wollen sich mitteilen, sie sind offener geworden."

Wenn Facebook seine Einstellungen zur Privatsphäre ändere, dann passe sich das Netzwerk nur den geänderten Gewohnheiten der Leute an, so Zuckerbergs Logik. Facebook ist also nur ein Spiegel der Gesellschaft, der soziale Normen reflektiert. Dann verplapperte sich Zuckerberg: "Wir haben entschieden, dass dies die sozialen Normen sind." So wurden kürzlich Daten wie Name, Profilbild, Geschlecht und Wohnort der User jedem im Internet zugänglich gemacht. Benutzer, die das nicht wollen, müssen eine Sperrung dieser Informationen extra einstellen.

Mark Zuckerberg, Jahrgang 1984, findet das völlig normal. Seit er als Student Facebook 2004 gegründet hat, surft der Junge auf einer Erfolgswelle, bei der er schon öfter Politiker vergrätzt hat, aber eine immer größere Gemeinde an Nutzern um sich geschart hat. 400 Millionen sind es aktuell. Der Wert seines Unternehmens kann nur geschätzt werden: Als 2009 eine russische Investmentfirma knapp zwei Prozent an Facebook kaufte, flossen 200 Millionen Dollar. Hochgerechnet ergibt das einen Gesamtwert von zehn Milliarden Dollar. Ein weiterer Anteilseigner ist der Softwarekonzern Microsoft von Bill Gates, der 2007 für 1,6 Prozent der Anteile noch mehr bezahlte.

Zuckerbergs Mission ist es, dass Facebook überall auf der Welt von Menschen genutzt wird, sich zu vernetzen und Informationen auszutauschen. Seine Geschichte erinnert an eine Hollywood-Verfilmung des amerikanischen Traums - da darf es auch nicht an Intrigen fehlen. So gibt es Anschuldigungen, Zuckerberg habe seine Mitgründer über den Tisch gezogen und die Grundidee seines Netzwerks zumindest in Teilen von anderen abgekupfert. Das ficht das Milchgesicht aber nicht an.

Nachdem Zuckerberg von Google erfahren hat, dass Ilse Aigner in Deutschland das Amt der "Consumer Protection Minister" bekleidet, kann er sich ja mit ihr verlinken. Noch hat Aigner ihr Profil ja nicht gelöscht.

Autor:  Felix Wadewitz
Datum:  7 | 4 | 2010
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