Die US-Rating-Agentur Fitch prüft unter zwölf Geldhäusern auch die Deutsche Bank auf eine mögliche Herabstufung. Spanien hat schon wegen ungewisser Konjunkturlage eine schlechtere Note bekommen.
Die Frankfurter Bankenwelt.
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Berlin –
Auch als grundsolide geltende Banken geraten in die Vertrauenskrise. Gestern ereilte es die Deutsche Bank: Die Ratingagentur Fitch teilte gestern mit, sie prüfe die Herabstufung der Kreditwürdigkeit des größten deutschen Bankhauses sowie zwölf anderer Großbanken. Unterdessen erhielt die Euro-Schuldenkrise einen neuen Schub: Die Ratingagentur Standard & Poor’s stufte die Kreditwürdigkeit Spaniens herab. Damit steigt der Druck auf die Politik, rasch eine Lösung für die Krise zu finden.
Fitch setze die Deutsche Bank und andere Kreditinstitute unter Beobachtung, da ihre „Geschäftsmodelle besonders stark auf die Herausforderungen reagieren, die sich den Finanzmärkten derzeit stellen“, teilte die Agentur mit.
Getrennt davon senkte Fitch gestern die Kreditwürdigkeit der Landesbank Berlin und der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank. Herabstufungen sorgen in der Regel dafür, dass die betreffende Bank höhere Zinsen für Kredite bezahlen muss.
Die Kreditinstitute sind derzeit in der Klemme: Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab, was ihre Gewinne drückt. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten belasten vor allem Geldhäuser wie die Deutsche Bank, die stark vom Investmentgeschäft abhängig ist. Zudem planen Europas Regierungen einen Schuldenschnitt für Staaten wie Griechenland, was für die Banken Verluste bedeuten würde.
Deutsche Investitionen in Griechenland
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Deutsche Investitionen in Griechenland
COMMERZBANK: 2,9 Milliarden Euro.
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DEUTSCHE BANK (inkl. Postbank): 1,6 Milliarden.
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LBBW: 1,4 Milliarden Euro.
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ALLIANZ: 1,3 Milliarden Euro.
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MUNICH RE: 1,1 Milliarden Euro.
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EAA (WestLB Bad Bank) 1,1 Milliarden Euro.
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DZ BANK: 1,0 Milliarden Euro.
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LBB: 266 Millionen Euro (Stand Mitte Juni 2011; umfasst auch Kredite an nicht-staatliche Abnehmer)
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NORDLB: 273 Millionen Euro.
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HSH Nordbank: 200 Millionen
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BayernLB: 120 Millionen Euro.
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WESTLB: 97 Millionen Euro.
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HELABA: 78 Millionen Euro. (Stand Ende 2010)
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TALANX (u.a. Gerling): 9 Millionen Euro (Stand 2010)
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Von der Rettung Griechenlands hängen auch die Anlagen deutscher Finanzinstitute ab. Sie sollen jetzt Laufzeitverlängerungen hinnehmen, wenn griechische Staatsanleihen fällig werden. Das haben die deutschen Finanzinstitute angelegt: FMS Wertmanagement (HRE Bad Bank) - 7,4 Milliarden Euro.
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Straßenschlachten in Athen
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Straßenschlachten in Athen
Blutige Straßenschlachten und Generalstreik: Während im Parlament das Sparpaket zur Rettung Griechenlands beraten wird, protestieren draußen die Menschen mit Plakaten, Trillerpfeifen und Töpfen. Die Polizei sperrt den Eingang zum Parlament ab. Die Gewerkschaften haben zum 24-Stunden-Generalstreik aufgerufen.
Foto: dpa
Blutige Straßenschlachten und Generalstreik: Während im Parlament das Sparpaket zur Rettung Griechenlands beraten wird, protestieren draußen die Menschen mit Plakaten, Trillerpfeifen und Töpfen. Die Polizei sperrt den Eingang zum Parlament ab. Die Gewerkschaften haben zum 24-Stunden-Generalstreik aufgerufen.
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dpa
Fotostrecken Wirtschaft
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Und schließlich dürfte die Politik von den Kreditinstituten bald verlangen, größere Kapitalreserven anzulegen. Die Banken müssten dann auf Gewinne verzichten und Manager-Boni kappen, um ihre Reserven aufzufüllen. Oder sie müssten sich Geld vom Staat leihen.
Dagegen wehrt sich insbesondere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Er werde alles tun, damit sein Institut ohne staatliche Hilfe auskommt, sagte er am Mittwoch. Zudem mahnte Ackermann die Politik, die verbreitete Unsicherheit nicht durch „unbedachte und vielstimmige Äußerungen“ zu vergrößern.
Auf diese Kritik reagierte die Bundesregierung gestern verhalten. Wo ein Rekapitalisierungsbedarf bestehe, müsse die Regierung die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Banken ergreifen, sagte gestern Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.
Das Verhältnis von Politik und Kreditwirtschaft ist also gespannt. Beide Seiten pokern darum, wer die Kosten für die Stabilisierung der Euro-Zone tragen muss. Die Zeit drängt. Eine Woche nach Fitch hat nun auch der Konkurrent Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft, zudem sei der Ausblick negativ, teilte die Agentur mit. Grund seien unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und ein voraussichtlich schwaches Wirtschaftswachstum. Damit gerät auch die viertgrößte Wirtschaft der Euro-Zone tiefer in den Krisen-Strudel.
Die Hoffnungen richten sich nun auf die Politik. Gestern trafen sich die Finanzminister der 20 größten Volkswirtschaften, um den G20-Gipfel Anfang November vorzubereiten. Im Vorfeld des Gipfels attackierte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern die USA für deren Widerstand gegen die Einführung einer weltweiten Börsensteuer. Es könne nicht sein, dass sich diejenigen, „die uns immer wieder von außen zum umfassenden Handeln auffordern, um die Schuldenkrise zu bewältigen, gleichzeitig gemeinsam der Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer umfassend verweigern“, sagte Merkel beim Gewerkschaftstag der IG Metall in Karlsruhe.