Die Commerzbank braucht rein rechnerisch 2,9 Milliarden mehr Kapital. Sie hatte bereits angekündigt, keine neuen Geschäfte außerhalb Deutschlands und Polen mehr abzuschließen. Dadurch sollen Bilanzrisiken abgebaut und Kapital freigesetzt werden. Auch der Immobilienfinanzierer Eurohypo soll keine neuen Kredite mehr vergeben.
Doch die Kreditanalysten der Ratingagentur Fitch sähen die Bemühungen der Commerzbank, die verschärften Eigenkapital-Vorschrift bis Mitte 2012 aus eigener Kraft mit Hilfe von Sparmaßnahmen zu erfüllen, kritisch. Das geht aus einer aktuellen Kurzstudie der Ratingagentur hervor.
Konjunktur könnte Commerzbank Strich durch Rechnung machen
Demnach könnte eine Eintrübung der Konjunktur ihr einen Strich durch die Rechnung machen: „Wenn sich die Weltwirtschaft abschwächt, dürfte die derzeit niedrige Risikovorsorge steigen und damit den Nutzen der Kostensenkungsmaßnahmen neutralisieren“, warnte Fitch. Dann könnte die Bank nicht mehr hoffen, ihre Eigenkapitalquote durch Einbehaltung von Gewinnen aufzubessern.
Fitch hält es nicht für ausgeschlossen, dass der Staat dann noch einmal der Commerzbank unter die Arme greifen muss. Die Chance, einen Teil der benötigten 2,9 Milliarden mit einer Kapitalerhöhung aufzubringen, schätzt Fitch als gering ein, nachdem die Commerzbank in diesem Jahr bereits elf Milliarden Euro eingesammelt hatte. „Deshalb erwartet Fitch, dass jeglicher zusätzlicher Kapitalbedarf zum größten Teil durch den Staat gedeckt werden müsste“, lautet das Fazit der Kreditexperten.
Die Commerzbank hatte 2009 insgesamt 18 Milliarden Euro an frischem Kapital vom Bankenrettungsfonds SoFFin erhalten. Mehr als 90 Prozent der Stillen Einlage hat sie zurückgezahlt, der Staat hält aber immer noch 25 Prozent an der Commerzbank. (rtr)
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