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25. Juni 2012

Rauchen in Südkorea: Karriere nur für Nichtraucher

Der Glimmstängel führt in Südkorea zum Karriereknick. Foto: dpa

In Südkorea sagen Wirtschaft und Politik den Rauchern den Kampf an. Große Unternehmen wie Samsung machen mit bei der "Null-Toleranz"-Strategie, zu der sogar Nikotintests bei Mitarbeitern gehören.

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Seoul –  

Von allen Industrienationen hat Südkorea die höchsten Raten männlicher Raucher. Das will nicht nur die Regierung ändern. Auch die Firmen üben massiven Druck auf ihre Angestellten aus, um sie vom Zigarettenkonsum wegzukriegen.

Zum Beispiel Samsung. Das Elektronikunternehmen, mit 102.000 Angestellten der größte Arbeitgeber des Landes, ist führend im Kampf gegen das Rauchen. Das Management der Abteilung Device Solutions (DS) rief seine 35.000 Angestellten zur Teilnahme an einem Nichtraucher-Programm auf. Einem Firmensprecher zufolge wurde das freiwillige Programm „sehr gut aufgenommen": Fast alle DS-Angestellten hätten das Versprechen abgegeben, auf Glimmstängel künftig zu verzichten. Nun werden Nichtraucher-Kampagnen in der ganzen Firma erwogen.

Anti-Raucher-Bekenntnis ist Pflicht

Noch weiter geht der auf zahlreichen Geschäftsfeldern tätige Woongjin-Konzern: Bei den Beförderungen im Februar wurden Nichtraucher bevorzugt behandelt. „Dies wurde vorher angekündigt, so dass es keine Beschwerden gab von denen, die nicht befördert wurden“, sagte eine Sprecherin. In unregelmäßigen Abständen führt die Firma Stichprobentests mit Haar- und Urinuntersuchungen durch. Zudem müssen neue Angestellte ein Anti-Raucher-Bekenntnis unterschreiben.

Nach Medienberichten verfolgen andere große Firmen ähnliche Strategien, obwohl sie dementieren, Druck auf ihre Angestellten auszuüben. Manche Betroffenen haben nichts dagegen. „Zunächst hatte ich Bedenken, weil zu viel Zwang dabei war. Aber als ich mitmachte, dachte ich, dass es gut für mich ist“, sagt der 31-jährige Che Young-Jin, der vor kurzem das Rauchen aufgab. Andere sind empört: „Stichprobenkontrollen und der ständige Druck auf Angestellte, das Rauchen aufzugeben, sogar außerhalb der Arbeit, verstoßen eindeutig gegen die Menschenrechte“, sagt der Präsident der koreanischen Rauchervereinigung, Hong Sung Yong.

Sind deutsche Firmen zu lax zu Rauchern?

Nach jüngsten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD rauchten im Jahr 2009 etwa 44,3 Prozent der männlichen Bevölkerung in Südkorea, im Durchschnitt aller Mitgliedstaaten dagegen nur 26,5 Prozent. Bei Frauen liegt die Quote niedrig. Für sie ist Rauchen in dem ostasiatischen Land noch immer ein Tabu. Die Stadtverwaltung der Hauptstadt Seoul plant, bis 2014 ein Fünftel der Stadt rauchfrei zu machen. Auch das Militär ist mit von der Partie: Eine Klinik soll Wehrpflichtige auf dem Weg zum Nichtraucher unterstützen.

Rauchen in der Öffentlichkeit verboten

Die Stadtverwaltung von Seoul erließ Rauchverbote für Plätze, Parks, Bushaltestellen und Schulen. Verstöße werden mit einer Geldstrafe von umgerechnet 67 Euro geahndet. „Dieses Jahr machen 23 Beamte Kontrollen an zufällig ausgewählten Orten und erwischen drei bis fünf Raucher pro Tag“, heißt es im Rathaus.
Das Gesundheitsministerium wird die Fläche der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln von 30 auf 50 Prozent erhöhen. „Neben der Originalbotschaft werden die Nummer der Beratungshotline gedruckt und eine Erklärung, dass die Inhalation von Teer von den Rauchgewohnheiten abhängt“, sagt Sprecher Song Myung Jun. Auch drastische Warnhinweise wie Bilder kranker Lungen sollen auf die Päckchen kommen.

Doch bei der Anhebung der Tabaksteuer zögern die Verantwortlichen. Dies erfordere „sozialen Konsens“, betont Ministeriumssprecher Song. Noch immer kostet eine Schachtel Zigaretten umgerechnet lediglich 1,82 Euro. (afp)

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