Die Realeinkommen sind im vorigen Jahr in Deutschland wieder gesunken. Damit sind die Reallöhne fünf Jahre in Folge geschrumpft, trotz des Aufschwungs bis Anfang 2008. Eine solch lang anhaltende dürftige Lohnentwicklung gab es in der wiedervereinigten Republik noch nie.
Dass es auch 2008 ein Minus gab, liegt vor allem an der hohen Inflationsrate: Zwar sind die Bruttolöhne relativ stark gestiegen, die Preise für Waren und Dienstleistungen haben sich jedoch mit 2,6 Prozent noch stärker erhöht.
Für die hartnäckige Lohnflaute seit 2004 seien auch die Arbeitsmarkt-Reformen mitverantwortlich, meint Rudolf Zwiener, Volkswirt beim Wirtschaftsforschungsinstituts IMK in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Sie hätten prekäre Jobs wie Leiharbeit und Minijobs begünstigt.
Die Tariflöhne sind im vorigen Jahr mit 2,9 Prozent etwas stärker gestiegen als die gesamten Bruttoeinkommen, berichtet Rainer Bispinck, Tarifexperte der Böckler-Stiftung. Das größte Plus gab es im öffentlichen Dienst mit 4,4 Prozent, das kleinste im Handel mit 1,9 Prozent. Die Rezession dürfte sich "dämpfend" auf die künftigen Tarifabschlüsse auswirken, meint Bispinck.
Real bleibt diesmal vielleicht trotzdem was übrig, weil die Preise nicht so stark steigen werden.
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