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Kommentar: Reha-Rätsel

So schnell wie die Wartezeiten in der Reha wachsen noch nicht einmal die Arzneimittelausgaben. Wenn die Zahlen der Krankenkassen stimmen, ist das eine äußerst bedenkliche Entwicklung − und es kann dann nur vordringlichste Aufgabe der Rentenversicherung sein, sie zu beenden.

Doch diese streitet alles ab − wie sie fast immer alles abstreitet, was nicht in ihr Selbstbild passt. Allein deswegen neigt man dazu, den Krankenkassen zu glauben.

Die Statistiken zeigen auch, dass die Zahl der Rehafälle in der Zuständigkeit der Rentenversicherung zwischen 2005 und 2009 um 17 Prozent auf 942000 gestiegen ist. Es muss also für deutlich mehr Patienten ein Reha-Platz gefunden werden − obwohl die Zahl der Reha-Einrichtungen in dem Zeitraum sogar leicht abgenommen hat. Gleichzeitig heißt es aus dem Haus, dass man Mühe habe, Arztstellen in den Kliniken und der Verwaltung zu besetzen, und dass es deshalb zu Engpässen komme. Auch das wird offiziell bestritten.

Die Beteiligten trifft deshalb die Pflicht zur Aufklärung. Denn wenn es zu Verzögerungen bei der Rehabilitation kommt, wird dadurch die Gesundheit der Patienten gefährdet. Das ist unverantwortlich.

Hinzu kommen die finanziellen Schäden. Schlecht therapierte Krankheiten führen zu hohen Folgekosten im Gesundheitssystem, weil sich Patienten wieder in medizinische Behandlung begeben müssen. Die Krankenkassen und Arbeitgeber müssen bei krankgeschriebenen Arbeitnehmern zudem bis zum Reha-Beginn Krankengeld bezahlen. Warten bezahlen die einen also mit Geld − und die anderen mit ihrer Gesundheit.

Autor:  Daniel Baumann
Datum:  14 | 9 | 2010
Kommentare:  1
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