Die Solarinitiative Desertec kommt ökonomisch derzeit wenig voran. „Investoren sind aufgrund der politischen Unsicherheiten in den nordafrikanischen Staaten momentan nicht bereit zu investieren“, räumte ein Berater der Desertec-Industrieinitiative (DII), der ungenannt bleiben will, gegenüber der Frankfurter Rundschau ein.
Die von revolutionären Umwälzungen betroffenen Länder Ägypten und Tunesien gelten als Zielregionen von Desertec. Dort sollen künftig große Solarspiegelkraftwerke Strom für die Region und den Export nach Europa produzieren.
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„Natürlich haben die politischen Vorgänge Einfluss auf die Wüstenstromprojekte“, sagte Klaus Töpfer am Rande einer internationalen Solarforschungskonferenz in Hamburg der FR. Der frühere Chef des UN-Umweltprogramms ist ebenfalls Berater der DII. „Es wäre aber falsch, die Chancen zu vergessen, die der Aufbau eines regenerativen Energienetzes langfristig für die Bevölkerung hat.“
Denn die nach politischen Freiheiten drängenden Menschen verlangten auch nach ökonomischer Entwicklung. „Das geht nicht ohne Energie. Wind- und Solarstrom kann dazu einen entscheidenden Beitrag leisten“. Töpfer betonte die Notwendigkeit, dass der Desertec-Strom zunächst den lokalen Bedürfnissen der Energieversorgung zugutekommt.
„Der größte Nutzen muss vor Ort bleiben.“ Für die Leistungsbilanz der Staaten sei aber auch der Export nach Europa wichtig. „So kann Solarstrom die volkswirtschaftlich bedeutenden Ölexporte ersetzen“.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hält trotz der Umwälzungen in Nordafrika an ihren Prognosen für den Ausbau der Solarenergie fest. „Bis 2050 wird die Solarenergie 20 bis 25 Prozent des Weltstrombedarfs decken“, sagte IEA-Manager Cedric Philibert. Die produktivsten Regionen zur Erzeugung des Sonnenstroms seien Afrika und der Mittlere Osten, wo jährlich im Schnitt 3000 Sonnenstunden gemessen werden und die über hohe Landressourcen verfügen.
Künftig können die Wüstenprojekte mit mehr finanziellem Engagement der deutschen Regierung rechnen. 200 Millionen Euro für Projekte zur Speicherung des Stroms kündigte ein Vertreter des Bundesforschungsministeriums an. Speicher sind eine zentrale Herausforderung, um den Strom aus der Wüste dauerhaft verfügbar zu machen. Die Desertec-Stiftung hofft nach Auskunft ihres Gründers Gerhard Knies außerdem auf „Hermesbürgschaften für ein erstes Projekt“.
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