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06. Dezember 2010

Rhein-Main-Kompass: Krise ad acta

 Von Stephan Börnecke
Es geht aufwärts – wie hier auf einer Baustelle am Flughafen. Foto: Alex Kraus

Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet sind wieder optimistisch. Das hat positive Folgen: Die Firmen stellen zusätzliche Mitarbeiter ein und investieren. Für 2011 schwindet die Zuversicht - allerdings nur bedingt.

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Frankfurt –  
Die Umfrage

Der Rhein-Main-Kompass ist eine repräsentative Trend-Umfrage zu aktuellen Themen unter Managern aus dem Ballungsraum Rhein-Main. Im Auftrag von Frankfurter Rundschau, Rhein-Main-TV und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ermittelt das Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung Psephos aus Hamburg einmal monatlich per Telefonumfrage, wie Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände bestimmte Entwicklungen einschätzen.

Für die neunte Erhebung dieses Jahres wurden im November 424 Führungskräfte aus der Rhein-Main-Region zu Standortbedingungen der Wirtschaft, Investitions- und Beschäftigungsklima, Konjunkturerwartungen sowie Auftragslage befragt.

Die Ergebnisse der Umfrage werden im Studio von Rhein-Main-TV am heutigen Abend mit Experten diskutiert. Beginn der Sendung: 21 Uhr. (ke)

Die Ärmel hochgekrempelt, die Stimmung super – die Manager im Rhein-Main-Gebiet sind in Sektlaune. Das jedenfalls spiegelt der Rhein-Main-Kompass wider. Die im Auftrag der Frankfurter Rundschau, Rhein-Main-TV und der Landesbank Hessen-Thüringen vom Psephos-Institut ausgeführte Manager-Befragung belegt: Die von der Wirtschaftskrise ausgelösten „Irritationen“ sind angesichts des kräftigen Wachstumskurses Wirtschaft „ad acta gelegt“.

Mehr noch: Psephos führt diese Art des Wirtschaftstrend-Reports, dem die Befragung von 424 Führungskräften im November zugrunde liegt, seit Frühjahr 2006 durch. Der jetzt vorliegende neunte Report aber zeigt: Die Stimmung der Führungskräfte ist so gut wie noch nie seit Beginn der repräsentativen Befragungen.

Höchstwerte bei allen Indikatoren

Die Folge: Der zunehmend gute Geschäftsverlauf führt bei den Unternehmen der Region zu vermehrter Investitions- und Beschäftigungsbereitschaft. Bei beiden Indikatoren ermittelte das Institut jetzt Höchstwerte. 41 Prozent der Firmen (plus vier Punkte gegenüber August) wollen ihre Investitionen hochschrauben, nur drei Prozent zurückfahren.

Ähnlich sieht es bei der Personalplanung aus: Ebenfalls 41 Prozent der Unternehmen und damit sieben Prozentpunkte mehr als im Sommer wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, nur vier Prozent (plus ein Prozentpunkt) streichen Stellen. Vor allem mittelgroße Unternehmen denken an eine Personalaufstockung.

Vom Standort Rhein-Main halten die Manager viel: Drei Viertel der Befragten schätzen die regionalen Rahmenbedingungen weiter günstig ein, 21 Prozent glauben, sie werden sich noch verbessern. Nur drei Prozent zählen bei der Frage zu den Pessimisten.

"Verhaltener Optimismus" für 2011

Dass die überwiegende Mehrheit der Firmen bullish gestimmt ist, spiegelt sich in der Auftragslage wider: 56 Prozent der Unternehmen bezeichnen sie als gut, fünf Punkte mehr als noch im August. Weitere 37 sehen eine „eher gute“ Auftragssituation. Das Institut kommentiert die Entwicklung mit dem Satz, damit habe sich „seit dem Tiefpunkt vor eineinhalb Jahren ein kontinuierlicher Aufwärtstrend ergeben“, denn im August 2009 hatten nur 21 Prozent der Firmen ihre Auftragslage als gut bezeichnet. Parallel ging der Anteil unzufriedener Beurteilungen der Lage von damals 31 auf nun sieben Prozent zurück.

Der Ausblick für 2011: Die Unternehmen gehen von einem Anhalten der Konjunkturentwicklung aus. Psephos spricht aber nur noch von einem „verhaltenen Optimismus“, denn der Anstieg gehe nun mit „geringerer Dynamik“ einher. Nur ein Zehntel der Entscheider aber ist pessimistisch und rechnet mit einem schlechteren Verlauf. Für das eigene Unternehmen bedeutet das: Zehn Prozent gehen von einem deutlich besseren , 44 Prozent von einem „etwas“ besseren Abschneiden der Firma aus. 37 Prozent schließlich glauben, man werde 2011 am Ende genauso gut dastehen wie jetzt kurz vor Weihnachten 2010.

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