Toyotas Konkurrenten könnten sich schadenfroh zurücklehnen und über die Absatzrückgänge der Japaner nach den riesigen Rückruf-Aktionen freuen. Doch damit, das wissen VW & Co, würden sie sich einen Bärendienst erweisen. Denn Rückrufe können jeden Hersteller treffen - und sind auch keine Seltenheit. In Deutschland ist ihre Zahl von 1998 bis 2006 gestiegen, um danach zu sinken (siehe Grafik). Ob dies eine Trendwende bedeutet, ist unklar, da die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für 2009 erst im März erwartet werden.
Im Jahr 2008 mussten 726.000 Halteranschriften ermittelt werden, was sich laut KBA in der normalen Bandbreite bewegte. Die größte Aktion betraf 170.424 Halter. Nach den Aktionen wird dann nachgefasst. Bei besonders gefährlichen Mängeln überwacht die Behörde die Aktionen, bis die Halter informiert sind, sich gemeldet haben und die Mängel repariert wurden. Dies war 2008 in 69 Fällen nötig.
Rückrufe wie bei Toyota schaden nicht nur dem Image dieses Herstellers. Sie können auch Zweifel an der Sicherheit des Fortbewegungsmittels Auto überhaupt aufkommen lassen. Nobert Kühnl, Autoexperte der Sachverständigenorganisation Dekra, spricht von "gefühlter Wahrnehmung". Tatsächlich sei die Qualität der meisten Fahrzeuge sehr gut. Dass die Zahl der Rückrufe in den vergangenen Jahren gestiegen sei, erklärt er vor allem mit der Vielzahl zusätzlicher Komponenten und der komplexeren Elektronik. Gemessen an dem wachsenden Fahrzeugbestand von inzwischen rund 42 Millionen in Deutschland seien die Rückrufe nicht alarmierend hoch. Zumal die Verkehrsunfälle nicht zunähmen, sondern abnähmen.
Kein Grund, die Rückrufe auf die leichte Schulter zu nehmen. Und dies tun zum Leidwesen des KBA immer mehr Autobesitzer. 2008 mussten 7195 Fahrzeuge wegen besonders gefährlicher Mängel aus dem Verkehr gezogen werden, weil die Halter sich nicht meldeten - 2006 waren es "nur" 2237 gewesen.
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