Paris. Probleme auf vielen Konzern-Baustellen setzen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen EADS schwer zu. Zusätzliche Rückstellungen für das Militärtransportflugzeug A400M und die Dauerprobleme mit dem Riesenjet A380 brachten dem Konzern 2009 tiefrote Zahlen ein. Für die Geschäftsentwicklung 2010 hat EADS wegen des weiter unbeständigen Wirtschaftsumfelds und des starken Euro nur vorsichtige Erwartungen. Das wurde am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Paris deutlich.
Drei schwergängige Großprojekte gleichzeitig - A400M, Super-Airbus A380 sowie das neue Langstreckenmodell A350 - treiben den Konzern an den Rand der Belastungsfähigkeit. Mit dem jetzigen Verzicht auf den US-Auftrag für 179 Tankflugzeuge begräbt der Konzern zudem alle Chancen auf ein hochlukratives Geschäft im stark umkämpfen US-Rüstungsmarkt. Dank der Bestellungen der letzten Jahre konnte Airbus zwar eine Rekordzahl von 498 Zivilflugzeugen ausliefern - der Umsatz verharrte deshalb bei 42,8 Milliarden Euro. Die Rentabilität ist allerdings eingebrochen, so setzte es einen hohen Verlust von 752 Millionen. Im Unterschied zu den Vorjahren zahlt der EADS-Konzern daher keine Dividende mehr. A400M ist schwere Last
Am schwersten lastet der Militärtransporter A400M auf der Bilanz. EADS muss dafür 1,8 Milliarden Euro zurückstellen. Vom zivilen A380 konnten 2009 nur zehn Maschinen ausgeliefert werden. Der doppelstöckige Riesen-Airbus sorgt vermutlich auch für rote Zahlen, weil er - wegen technischer Probleme - unter dem offiziellen Preis an die Airlines verkauft wird. Auf der Jahrespressekonferenz räumte Finanzvorstand Hans-Peter Ring ein, dass es auch bei der Neuentwicklung A350 - ein Mittelklassejet für lange Strecken - zu "leichten" Verzögerungen kommen werde. Die Verzögerungen bei den anderen Modellen lassen hier Schlimmes ahnen.
EADS-Chef Louis Gallois meinte vorsichtig, dass 2010 wieder ein Gewinn von einer Million Euro anfallen solle. Doch die Börse bleibt skeptisch, die EADS-Aktie verlor zeitweise kräftig. Gallois kommentierte den Ausstieg aus dem Bieterwettbewerb für das US-Tankflugzeug mit einer Mischung aus Galgenhumor und Spott: "Die Folge ist, dass die USA nicht das beste Flugzeug bekommen werden, das es gibt. Das heißt, dass Australien, Großbritannien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ein leistungsfähigeres Flugzeug haben werden als die US Air Force."
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