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26. Dezember 2014

Russland: Ende der Rubel-Krise?

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Der Rubel hat wieder um die Hälfte aufgewertet.  Foto: dpa

Noch vor wenigen Tagen drohte Russland eine Eskalation der Wirtschaftskrise-Krise, der Rubel stürzte ab. Doch auf einmal hat sich die Lage stabilisiert - auch dank der Hilfszusagen vom reichen Nachbarn China.

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Der russische Rubel ist auf Jahressicht um fast 40 Prozent abgestürzt, die Währungsreserven Moskaus sind erstmals seit dem Jahr 2009 unter 400 Milliarden Dollar gefallen – und die russische Regierung gibt sich optimistisch: Die Währungskrise sei beendet, erklärte Finanzminister Anton Siluanow am Donnerstag, der Rubel erstarke wieder. Ist das nur Pfeifen im Wald? Nicht ganz. Tatsächlich hat sich die Lage offensichtlich stabilisiert – auch dank der Hilfe aus China.

Der Ölpreisverfall und die Sanktionen der EU und der USA lassen den Rubelkurs an den Finanzmärkten seit Monaten sinken, bis Mitte Dezember rutschte er bis auf 80 Rubel je US-Dollar ab. „Kommt die Krise von 1998 wieder?“, fragten sich daraufhin Ökonomen und Investoren. Doch so weit kommt es vorerst nicht. Inzwischen hat der Rubel wieder um die Hälfte aufgewertet. Warum?

Stabile Staatsfinanzen

Erstens sieht es so aus, als würden die Ölpreise nicht weiter fallen, was die russische Wirtschaft entlastet, deren Exporte zur Hälfte aus dem Energiesektor kommen. Zweitens schien der Rubel-Absturz übertrieben angesichts der recht stabilen russischen Staatsfinanzen. Der Haushalt wird 2015 voraussichtlich nur leicht ins Defizit rutschen, die staatlichen Schulden sind gering – und die Auslandsschulden der Unternehmen sind angesichts der bislang noch immer hohen russischen Devisenreserven mittelfristig auch kein Problem.

Drittens hat Moskau die großen Exporteure des Landes dazu angehalten, ihre Devisenbestände auf den Stand von Oktober zu senken, was de facto einer Einführung von Kapitalmarktkontrollen gleichkommt. In der Folge müssen Konzerne wie Rosneft oder Gasprom Dollars verkaufen, was den Rubelkurs stützt.

Viertens kam kurz vor Weihnachten ein Hilfsangebot vom großen Nachbarn China, der über einen Devisenschatz von fast vier Billionen Dollar verfügt: Das Land werde Russland dabei helfen, seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu bewältigen, zitierte der Sender Phoenix TV in Hongkong die Außenminister Wang Yi. Und Wirtschaftsminister Gao Hucheng brachte eine Ausweitung des Währungs-Tausch-Programms zwischen den beiden Nationen ins Spiel. Über eine so genannte Swap-Vereinbarung hatte China den Russen bereits im Oktober chinesisches Geld im Wert von 24 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Zudem vereinbarten beide Länder Gaslieferungen über 400 Milliarden Dollar in den nächsten 30 Jahren.

Hier zeichnet sich eine Konfliktlinie ab, die in den nächsten Jahren deutlicher werden wird: China unterstützt Länder, die im Westen oder an den Finanzmärkten in Ungnade gefallen sind. So hatte Peking Venezuela eine Kreditlinie über vier Milliarden Dollar gewährt. Mit Argentinien wurde ein Swap-Abkommen über 2,3 Milliarden Dollar vereinbart – das Land steht in der Kritik, weil es sich weigert, Alt-Schulden vor allem bei US-amerikanischen Gläubigern zu begleichen. Derartige Abkommen nützen China auch wirtschaftlich. Denn sie fördern die globale Verwendung der chinesischen Währung und machen sie schrittweise zur Konkurrenz zu Dollar und Euro.

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