„Armut und wirtschaftliches Potenzial liegen in den Megacitys nahe beieinander“, sagte KfW-Vorstand Norbert Kloppenburg am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresberichts von KfW Entwicklungsbank und ihrer Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG). „Oberstes Gebot ist es dabei, verantwortlich zu wirtschaften, um Armut zu bekämpfen und Umwelt wie Klima zu schützen.“
In den vergangenen fünf Jahren hat die KfW im Auftrag der Bundesregierung rund 3,1 Milliarden Euro für Projekte der Stadtentwicklung in Asien, Afrika, Lateinamerika sowie Osteuropa zugesagt. Für 2010 stehen immerhin 720 Millionen Euro in der Bilanz. Rund die Hälfte davon floss in Wasservorhaben. Damit förderten KfW und die in Köln ansässige DEG beispielsweise einen Fonds in Kenia, der Wasserkioske und Hausanschlüsse in den Slums von Nairobi finanziert, eine Kläranlage für Industrieabwässer in Mexiko City oder aber den Bau von Wasserleitungen in El Salvador.
Insgesamt sagten KfW Entwicklungsbank und DEG im vergangenen Jahr Kredite über rund 5,7 Milliarden Euro für Armutsbekämpfung, Umweltschutz und Wirtschaftsentwicklung zu. Damit konnten die beiden Institute das Fördervolumen im Vergleich zu 2009 um 1,2 Milliarden Euro auf ein Rekordniveau steigern.
Während die DEG private Unternehmen fördert, unterstützt die KfW überwiegend öffentliche Institutionen in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie setzt dabei vor allem auf eine Mischfinanzierung – zu Mitteln aus dem Bundeshaushalt kommt Geld, das die KfW auf dem Markt aufnimmt. Die Konditionen für diese Kredite richten sich dabei nach der Leistungsfähigkeit des Entwicklungslandes.
Auch hessisches Unternehmen profitierte
Auf Darlehen der KfW entfielen 2010 rund 4,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden). Davon waren 2,8 Milliarden Eigenmittel, der Rest stammte aus dem Bundeshaushalt. Die DEG stellte Privatfirmen 1,2 Milliarden Euro als langfristiges Kapital bereit. Davon profitierte auch das hessische Unternehmen Enviro-Chemie. Die Rossdorfer bauten eine Kläranlage in der Region um Rio de Janeiro für die Abwässer kleinerer und mittlerer Industrieunternehmen.
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