An der Neuauflage des Ausbildungspaktes wird der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erneut nicht teilnehmen. Die Vertragsparteien konnten sich im wichtigen Bereich 'Neue Arbeitsplätze' wieder nicht einigen. „Die Wirtschaft bedauert, dass es derzeit keine gemeinsame Position mit den Gewerkschaften gibt und dass der DGB öffentliche Festlegungen getroffen hat, die eine Konsensfindung erheblich belasten“, erklärten Arbeitgeberverbände in einer Mitteilung.
Der DGB fordert von den Arbeitgebern die Einhaltung ihrer Versprechen. Dazu zählte die Einrichtung von 60.000 neuen Ausbildungsplätzen sowie 30.000 neue Ausbildungsbetriebe. Rund 40.000 Einstiegsqualifizierungen sollten angeboten werden. Der DGB kritisiert die Spitzenverbände der Wirtschaft: Vor dem Hintergrund, dass 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung haben, sei eine Rücknahme der Zusagen nicht vertretbar.
Die größten beteiligten Spitzenverbände der Wirtschaft - BDA, BFB, DIHK und ZDH - erklärten daraufhin, die Unternehmen können angesichts erheblicher Rückgänge bei den Bewerberzahlen nicht noch mehr Ausbildungsplätze versprechen: Bereits im vergangenen Jahr konnten rund 50.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Daher sei es erst einmal nötig, die bereits vorhandenen Bewerber zu beschäftigen. Umso mehr gehe es jetzt darum, den Fachkräftenachwuchs noch stärker als bisher in den Blick zu nehmen und zusätzliche Chancen auch für praktisch begabte Jugendliche zu erschließen.
Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Die Wirtschaft zeigte sich überzeugt, dass sie auch weiterhin mit den bisherigen Paktpartnern - sowohl den Gewerkschaften als auch der Politik - den Ausbildungspakt um weitere vier Jahre verlängern will. Auf dieser Basis werde den Gewerkschaften weiterhin angeboten, sich konstruktiv zu beteiligen.
Der neue Pakt soll eine Laufzeit bis 2014 haben. Den Ausbildungspakt hatten die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Wirtschaft 2004 für zunächst drei Jahre
geschlossen. Im Vordergrund stand die Überlegung, möglichst jedem ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu beschaffen, um den größer werdenden Fachkräftemangel in Deutschland eindämmen zu können. (prtm/dapd)
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