Berlin. In Deutschland sind über drei Millionen Haushalte überschuldet, weitere 1,2 Millionen sind von Zahlungsunfähigkeit bedroht. Wie die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung am Dienstag mitteilte, hat sich die Zahl der überschuldeten Haushalte seit 1990 verdoppelt.
Allein 2007 wandten sich dem Statistischen Bundesamt zufolge 100.000 Menschen an die Gerichte, um sich dauerhaft von ihren Schulden zu befreien. Seit Ende 2007 zeichnet sich erstmals ein leichter Rückgang der Privatinsolvenzen ab.
Seit Einführung der Insolvenzordnung 1999 wurden fast eine halbe Million Anträge auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens gestellt, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Rolf Egeler, sagte. Jedoch erst seit 2002 wurde die Möglichkeit der gerichtlichen Schuldenregulierung für Privatpersonen stärker genutzt, nachdem der Gesetzgeber die Stundung der Verfahrenskosten einführte.
Häufigster Grund für Überschuldung ist bei fast 30 Prozent der Menschen, die eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, Arbeitslosigkeit, gefolgt von Trennung, Scheidung oder Tod des Partners mit 14 Prozent. Zehn Prozent der hilfesuchenden Personen gerieten durch Krankheit, Sucht oder Unfall in die Schuldenfalle, weitere zehn Prozent nach einer gescheiterten Selbstständigkeit.
Besonders häufig können mit 44 Prozent allein lebende Menschen ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen. Vom Alter her gesehen sind die 35- bis 45-Jährigen mit 30 Prozent am häufigsten auf Beratung angewiesen. Im Schnitt beliefen sich die Schulden 2007 auf 36.000 Euro. Rechnet man die Schulden von Immobilienbesitzern und Selbstständigen heraus, betrug die geschuldete Summe durchschnittlich 23.000 Euro. (ap)
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