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03. Mai 2012

Schuldenkrise: Krise frisst sich zum Euro-Kern

 Von Stephan Kaufmann
Den italienische Premierminister Mario Monti plagt die Rezession in der Eurozone besonders.  Foto: REUTERS

In Folge der harschen Sparprogramme schrumpft die Produktion, die Arbeitslosigkeit steigt – nun auch in Deutschland.

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Die Rezession in der Euro-Zone ist stärker als erwartet und erfasst nun auch Deutschland. Die Sparprogramme in Europa haben die Stimmung in der Industrie deutlich gedämpft, nur noch in Österreich ging es im April aufwärts. Das schlägt auf den Arbeitsmarkt durch: Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone hat einen neuen Rekord erreicht. Im April verlor sogar Deutschland Jobs. „Die Krise ist nicht mehr auf die Peripherieländer begrenzt“, stellt das Marktforschungsinstitut Markit fest.

Unter dem Druck der Finanzmärkte haben die Regierungen Europas harsche Sparprogramme verabschiedet. Folge dieser Programme sind eine sinkende Nachfrage und eine schrumpfende Wirtschaftsleistung. „Nach einer Daumenregel kann eine offene Volkswirtschaft eine Senkung des Haushaltsdefizits in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung verkraften“, so Christian Schulz von der Berenberg Bank. Im laufenden Jahr lägen aber Spanien, Italien, Irland und Griechenland weit über dieser Schwelle. Europa drohe daher „eine Überdosis an Sparpolitik“, warnte Schulz.

Ein trostloses Bild

Die Folgen zeigen sich in der Industrie der Euro-Zone. Dort ist die Geschäftsaktivität im April noch etwas stärker gesunken als bereits erwartet. Mit einem Wert von 45,9 rutschte der viel beachtete Einkaufsmanager-Index (PMI) von Markit auf den niedrigsten Stand seit 34 Monaten. Bereits seit neun Monaten liegt der PMI nun unter der 50-Punkte-Schwelle, ab der ein Wachstum signalisiert wird. Nur in Österreich wurde im April mehr produziert als im Vormonat.

Das bedeutet, dass die Euro-Zone wohl tiefer in der Rezession steckt als ursprünglich erhofft. „Die jüngste Prognose der Europäischen Zentralbank eines nur leicht rückläufigen Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr dürfte sich bereits überholt haben“, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

In Spanien und Griechenland verschärfte sich die Krise im April, teilte Markit mit. Besonders deutlich war der Rückgang in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone, Italien. Wegen der Nachfrageflaute verzeichnet dort die Industrie seit elf Monaten sinkende Auftragseingänge.

Die Markit-Daten basieren auf der Befragung von rund 3000 Industrieunternehmen aus acht Ländern, die etwa 90 Prozent der industriellen Kapazität der Euro-Zone repräsentieren.

„Die Zahlen zeichnen ein trostloses Bild der Euro-Wirtschaft“, kommentierte James Nixon von der Bank Société Générale. In Italien und Spanien bestünde nun das Risiko, dass die Rezession die Sparpläne der Regierungen zunichte mache.

Lesen Sie auf Seite 2: Die Talfahrt der Industrie kostet Jobs.

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