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13. August 2012

Schwedisches Möbelhaus: Ikea baut Hotels und Studentenwohnheime

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Ikea-Wohnprojekt in London. Bald können auch Deutsche in Ikea-Häuser einziehen.  Foto: dpa (LandProp)

Der schwedische Möbelriese Ikea eröffnet demnächst günstige Hotels und Unterkünfte für Studenten. Natürlich gehört zu den Gebäuden auch die passende Einrichtung. Für die Wohnheime sei ein intelligentes System geplant.

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Wiesbaden/Frankfurt –  

Wohnen im Ikea-Stil - das könnte für Studenten und Touristen bald eine neue Bedeutung bekommen. Inter Ikea, eine Schwestergesellschaft des schwedischen Möbelhauses, will nach einem Bericht der Immobilien Zeitung in Westeuropa Studentenwohnheime und Billig-Hotels errichten - auch in Deutschland.

Für die Studierenden habe man „ein intelligentes Einrichtungssystem“ entwickelt, um die Zimmer für unterschiedliche Funktionen zu nutzen, sagte der zuständige Manager bei der Inter-Ikea-Tochter Landprop, Harald Müller, dem Fachblatt. Er hoffe, demnächst eine Vereinbarung über einen ersten deutschen Standort zu erzielen. Grundsätzlich seien alle Universitätsstädte interessant, vor allem aber jene mit großen Hochschulen oder klassische Uni-Städte wie Freiburg.

Vorerst scheint jedoch Skepsis angebracht. Zumindest das Deutsche Studentenwerk hat schon sehr viele Ankündigungen privater Investoren gehört, ohne, dass die Wohnheim wirklich gebaut wurden. „Wenn jemand Wohnraum schaffen will, ist das immer zu begrüßen. Ob das aber realisiert wird, ist die nächste Frage“, sagte Georg Schlanzke dieser Zeitung. Entscheiden sind auch die Mietpreise. Je höher die ausfallen, umso weniger Studenten können sich dann solch eine Unterkunft leisten. Das könnte dann ein Nischenangebot werden, vermutet Schlanzke.

Ganz neue Stadtteile

Bei der Entwicklung von sogenannten Budget-Design-Hotels habe sich das Unternehmen mit Partnern zusammengetan. Gesucht würden dafür unbebaute Grundstücke oder solche mit Abrissgebäuden. Darüber hinaus will Landprop auch ganze neue Stadtteile entwickeln. So sollen in London in der Nähe des Olympiaparks auf einem brachliegenden Industrieareal mehr als 1000 Wohnungen, Büros, ein Hotel und Geschäfte entstehen. Auch in Deutschland seien dafür in großen Städten zum Beispiel freiwerdende Flächen in Bahnhofsnähe geeignet, sagte Müller.

Ikea kooperiert in der Branche bereits mit der Hotelgruppe Accor und richtet deren 60 Etap-Häuser mit Möbeln und Accessoires ein. Inhaber der Family-Karte bei jeder Übernachtung in einem Etap Hotel ein kostenloses Frühstück. In Schweden betreibt Ikea ein eigenes Gästehaus in Älmhut in nächster Nähe zum weltweit ersten Ikea-Geschäft.

Für den Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ist die Ikea-Ankündigung keine Überraschung. „Der Markt mit Budget-Hotels ist sehr dynamisch. Seit 2008 gelten Budgethotels als der Zukunftsmarkt der Beherbergungsbranche“, sagte ein Sprecher dieser Zeitung. Obwohl es bereits zahlreiche Angebot gebe, sei in dem Segment noch großes Wachstumspotential. Insbesondere wenn man bedenkt. Budgethotels machen in Deutschland bislang zehn Prozent des Marktes aus.

Das Möbelgeschäft und die verwandte Gesellschaft, die Eigentümer sämtlicher Ikea-Markenrechte ist, wurden von Ikea-Erfinder Ingvar Kamprad gegründet, sind heute aber finanziell und operativ unabhängig voreinander. Eines der Geschäftsfelder von Inter Ikea ist die Immobilienentwicklung.

Name Ikea ist neun Milliarden wert

Mit den Rechten an der Marke hütet Inter Ikea einen Milliarden-Schatz. Nach Einschätzung des Unternehmens sind die Rechte neun Milliarden Euro wert. Das zeigen Zahlen über den Verkauft der Stiftung Interogo in Liechtenstein, die den Markennamen bereits am 1. Januar an Inter Ikea Systems weitergab. Ziel sei, „die Unternehmensstruktur zu stärken und zu vereinfachen“, sagte ein Sprecher.

Die „interne Transaktion“ habe keinerlei externe Folgen, sagte Bylund. Der Name Ikea habe nun aber erstmals einen Buchwert. Diesen hätten außenstehende Experten ermittelt. Inter Ikea Systems habe „keinen Rabatt“ bekommen. Daher habe Interogo Inter Ikea Systems 5,4 Milliarden Euro geliehen und Kapital in Höhe von 3,6 Milliarden Euro in die Firma eingebracht.

Ikea wurde 1943 von Ingvar Kamprad gegründet, der im Alter von 86 Jahren immer noch die Fäden in der Hand hält. Erst seit kurzem veröffentlicht das Unternehmen Umsatz- und Gewinnzahlen. Kamprad ist laut Angaben des Schweizer Magazins „Bilanz“ der reichste Mensch Europas. Nach den Berechnungen der Wochenzeitung kommt der in der Nähe von Lausanne lebende Schwede auf ein Vermögen von 37,5 Milliarden Dollar (knapp 30,1 Milliarden Euro). Mitberechnet wurde dabei der Wert seiner Stiftung, die einen Großteil des Ikea-Vermögens verwaltet. (mit dpa/afp)

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