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Schweizer Kartellamt: Verdacht auf Zinsabsprachen

Im Visier der WEKO steht auch Deutsche Bank - doch vor allem haben Schweizer Wettbewerbshüter gegen die Großbanken Credit Suisse und UBS eine Untersuchung gestartet: Derivate-Händler sollen Interbanken-Zinsen manipuliert und Preise abgesprochen haben.

Schweizer Bank UBS (Archivbild)
Schweizer Bank UBS (Archivbild)
Foto: dpa

Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) hat eine Kartelluntersuchung gegen die beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS sowie zehn internationale Geldhäuser wegen möglicher Zinsabsprachen eröffnet. Die Wettbewerbshüter gehen nach Angaben vom Freitag dem Verdacht nach, dass Derivatehändler bei einer Reihe von Banken die Zinssätze LIBOR und TIBOR manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen.

Diese Interbanken-Zinssätze werden in London und Tokio aufgrund von Angaben großer Banken für eine Reihe von Währungen täglich berechnet und spiegeln wider, zu welchen Zinsen Banken Geld untereinander verleihen. Sie dienen als Basis für zahlreiche Bankgeschäfte, unter anderem auch bei Swaps und Futures. Im Visier der WEKO steht auch Deutsche Bank.

Dass es bei der Berechnung der London Interbank Offered Rate (LIBOR) nicht immer mit rechten Dingen zugegangen sein könnte, war in der Vergangenheit immer wieder vermutet worden. So gab es im März des vergangenen Jahres internationale Ermittlungen wegen möglicher Manipulationen. Ebenfalls im vergangenen Jahr reichte der große amerikanische Broker Charles Schwab in der gleichen Sache eine Anzeige gegen elf internationale Banken ein. „Wir stehen in Kontakt mit dem US-Justizministerium und der EU-Wettbewerbskommission“, sagte ein Sprecher der WEKO.

Das Verfahren in der Schweiz kam aufgrund einer Selbstanzeige in Gang. Teil der Untersuchung sind auch japanische Geldhäuser. Sie sind bei der Berechnung der Tokyo Interbank Offered Rate (TIBOR) beteiligt. Neben falschen Eingaben für die Referenzsätze sollen Derivatehändler auch die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen, die sogenannten Spreads, abgesprochen und so Kunden manipulierte Preise in Rechnung gestellt haben. Die WEKO will nun klären, inwieweit die möglichen Absprachen Auswirkungen auf den Wettbewerb in der Schweiz hatten. Falls Banken für schuldig befunden werden, kann die WEKO die regelwidrig erzielten Gewinne einziehen. Die Bank nehme die Untersuchung sehr ernst und arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen, erklärte UBS. Credit Suisse wollte keine Stellung nehmen. (rtr)

Datum:  3 | 2 | 2012
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