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08. Mai 2012

SEB-Fonds wird aufgelöst

 Von Sebastian Wolff
Barbara Knoflach, Fondsmanagerin  Foto: seb

Zu viele Anleger wollten ihr Geld aus den Immobilien abziehen

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Es war ein waghalsiges Experiment – und es ist schief gegangen. Eindringlich hatte die Managerin des milliardenschweren Immobilienfonds SEB Immoinvest, Barbara Knoflach, die Anleger gebeten, ihr Geld im Fonds zu lassen. Doch zu viele wollten nur noch raus. Jetzt wird der Fonds aufgelöst.

Zuvor war der Fonds schon zwei Jahre lang eingefroren, hatte also keine Anteile von Anlegern mehr zurückgenommen. Wenn ein Immobilienfonds aber so lange eingefroren ist, muss er laut Gesetz automatisch aufgelöst werden – deshalb der Versuch mit der probeweisen Öffnung, der nun gescheitert ist. Dabei hatte der Fonds schon rund 30 Prozent Bargeld angesammelt. Doch das reichte bei Weitem nicht aus, um die aussteigewilligen Anleger zu bedienen. Jetzt bekommt erst einmal niemand sein Geld. Der Fonds hat bis zum 30. April 2017 Zeit, um alle Immobilien zu verkaufen. Die Erlöse sollen halbjährlich ausgeschüttet werden. Eine erste Auszahlung ist für Juni geplant. Doch Experten befürchten hohe Verluste für die Anleger. Denn der Fonds muss die Immobilien unter Druck verkaufen. Potenzielle Käufer dürften deshalb versuchen, die Preise gewaltig zu drücken.

Der gut sechs Milliarden Euro schwere Fonds ist nach Angaben der SEB in 132 Immobilien in 18 Ländern investiert. Allein rund 1,5 Milliarden Euro ist ein riesiger Immobilienkomplex am Potsdamer Platz in Berlin wert. Kritiker werfen SEB vor, nicht schon zuvor mit aller Macht versucht zu haben, den Komplex zu verkaufen.

Nun blicken die Anleger gebannt auf die Entscheidung des ähnlich großen eingefrorenen Immobilienfonds CS Euroreal, der in den nächsten Tagen bekanntgeben muss, ob er wieder öffnet oder auch aufgelöst wird.

Anlegerschützer halten es nun für nicht mehr ausgeschlossen, dass die gesamte Anlageklasse der offenen Immobilienfonds in Schieflage gerät. Etwa drei Millionen Bundesbürger halten Anteile an solchen Fonds. Sie verwalten ein Vermögen von rund 85 Milliarden Euro. „Ich halte die Gefahr für die Fonds, die noch offen sind, zwar nicht für groß, weil sie inzwischen ordentlich Bargeld angehäuft haben dürften“, sagte Jürgen Kurz vom Anlegerschutzverband DSW der Berliner Zeitung. „Doch ausschließen kann man nicht, dass auch sie in Schieflage geraten.“

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