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27. Mai 2010

Selbstmord-Serie bei Apple-Partner: Erneut Suizid bei Elektro-Riesen Foxconn

Mehr als 300.000 Beschäftigte arbeiten im Foxconn-Werk im südchinesischen Shenzhen.  Foto: rtr

Die Aufforderung, eine Suizid-Verzichtserklärung zu unterschreiben, scheint nicht zu helfen: Erneut hat sich in China ein Foxconn-Arbeiter in den Tod gestürzt - kurz nach dem Besuch des Unternehmenschefs.

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Peking. Ein weiterer Mitarbeiter des weltweit größten Elektronik-Herstellers Foxconn im südchinesischen Shenzhen hat Selbstmord begangen. Der neue Todesfall ereignete sich nur wenige Stunden nachdem der Vorsitzende des taiwanesischen Mutterunternehmens Hon-Hai mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht hatte, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

In dem Werk hat es eine Serie von Selbstmorden gegeben. Es war der zehnte tödliche Zwischenfall und zwölfte Sturz dieser Art in der Fabrik seit Jahresanfang. Zwei Mitarbeiter wurden zudem bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt. Zuvor hatte der Hon-Hai-Chef Terry Kuo den Reportern das Unternehmen gezeigt, um Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen als Ursache zu entkräften.

Vor Mitternacht sprang dann allerdings wieder ein Beschäftigter vom Balkon des siebten Stocks eines Wohnheimes in den Tod, wie Augenzeugen beobachteten. Die Polizei sprach von einem Selbstmord. In der Fabrik arbeiten mehr als 300.000 Beschäftigte. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell oder Sony.

"Anormale geistige oder körperliche Verfassung"

Apple und Hewlett-Packard haben nach Presseberichten ihre eigenen Untersuchungen in die Arbeitsbedingungen eingeleitet. Einige Arbeiteraktivisten in Hongkong haben bereits zum Boykott des neuen iPhones aufgerufen, das bei dem Unternehmen hergestellt wird.

Auch der US-Computerbauer Dell hat angekündigt, die Arbeitsbedingungen bei seinem Zulieferer Foxconn unter die Lupe nehmen. "Wir untersuchen die Berichte", sagte eine Dell-Sprecherin am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Wenn nötig würden "angemessene Maßnahmen" ergriffen. "Wir erwarten von unseren Zulieferern die gleichen hohen Standards wie in unseren eigenen Werken", fügte die Sprecherin hinzu.

Medienberichten zufolge greift Foxconn nach der Suizidserie inzwischen zu drastischen Mitteln: Die Beschäftigten erhielten demnach einen Brief, in dem sie sich schriftlich verpflichten müssen, sich nicht selbst zu töten. Die Beschäftigten erlaubten mit ihrer Unterschrift dem Unternehmen zudem, sie "zum eigenen Schutz und dem anderer" in eine psychiatrische Klinik zu schicken, sollten sie in einer "anormalen geistigen oder körperlichen Verfassung sein". Gebäude des Unternehmens wurden mit Netzen verhängt, um Todesstürze zu verhindern.

Foxconn beschäftigt in China 800.000 Mitarbeiter. Viele der mehr als 300.000 Arbeiter des Werks in Shenzhen leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgelände, das wie eine kleine Stadt ist. (dpa/afp)

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