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Sicherungsgrenze: Banken übernehmen weniger Garantie für Erspartes

Nach Ansicht des Instituts für Finanzdienstleistungen könnte es in der Euro-Krise durchaus passieren, dass eine Bank pleite geht. Die bisherigen Bankenpleiten seien dagegen "Peanuts". Pech haben dann vor allem die einfachen Sparer.

Für Erspartes wollen die Banken künftig weniger Garantien übernehmen.
Für Erspartes wollen die Banken künftig weniger Garantien übernehmen.
Foto: dpa

Angesichts von Lehman-Pleite und Schuldenkrise fahren die privaten Banken in Deutschland ihre freiwillige Garantie für das Ersparte ihrer Kunden zurück. In den kommenden zehn Jahren werde die Sicherungsgrenze stufenweise abgesenkt, teilte der Bundesverband Deutscher Banken (BdB) am Dienstag mit. Die Kunden der privaten Banken in Deutschland genössen aber weiter den höchsten Einlagenschutz weltweit.

Die meisten Sparguthaben und Termingelder sind in der ganzen EU gesetzlich geschützt – die Garantie reicht bis 100.000 Euro. Die privaten Banken in Deutschland, auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, haben zudem eigene Sicherungssysteme, die bei einer Bankenpleite einspringen und dann Guthaben von über 100.000 Euro garantieren.

Wie viel Kunden bei einer Bankpleite erhalten, hängt vom Eigenkapital der Bank ab. Derzeit liegt die Grenze bei den Privatbanken bei 30 Prozent des Eigenkapitals. Da dieses Eigenkapital mindestens fünf Millionen Euro betragen muss, sind laut BdB also mindestens 1,5 Millionen Euro pro Anleger geschützt. Diese Grenze soll nun ab 2015 auf 20 Prozent, ab 2020 auf 15 Prozent und ab 2025 auf 8,75 Prozent gesenkt werden. Geschützt wären dann noch mindestens 437.000 Euro pro Anleger.

Bisherige Bankpleiten "Peanuts"

„Wir stellen mit den nun beschlossenen Reformen den Fonds für zukünftige Herausforderungen besser auf“, erklärte BdB-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Massenberg. Bei der Ankündigung im September hatte er zudem mitgeteilt, die Privatbanken wollten ihren Kunden auch weiterhin „glaubhaft“ den besten Schutz bieten.

Der Direktor des unabhängigen Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) in Hamburg, Udo Reifner, sagte, angesichts der Lage in Griechenland könne es durchaus passieren, dass eine Bank pleite gehe – die Privatbanken würden ihr Sicherungssystem daher nun anpassen. Die bisherigen Bankpleiten hierzulande – der BdB verweist auf 30 Fälle in den vergangenen mehr als 30 Jahren, in denen die Kunden stets vollkommen entschädigt worden seien – seien stets „Peanuts“ gewesen, sagte Reifner.

Der Bankenverband gibt nicht preis, wie viel Geld in dem Fonds steckt. Er finanziert sich den Angaben zufolge durch jährliche Umlagen der 173 beteiligten Banken. Bei Entschädigungen von Kunden bekomme der Fonds einen Teil des Geldes aus der Insolvenzmasse der betroffenen Bank zurück. Anlagen wie Aktien, Fonds oder Zertifikate fallen allerdings nicht unter die Einlagensicherung, betonte der Bankenverband. (AFP)

Datum:  18 | 10 | 2011
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