Die Job-Befürchtungen der Arbeitnehmervertreter von Siemens beginnen sich zu bestätigen: Am Berliner Standort steht das Siemens-Gasturbinenwerk vor einem Stellenabbau. Jetzt teilte der Technologiekonzern mit, dass in der gesamten Energiesparte 1100 von 13.600 Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Neben Berlin sind davon die Standorte Erlangen, Offenbach, Duisburg und Mülheim an der Ruhr betroffen. Um wie viele Stellen es in Berlin geht, ließ ein Siemens-Sprecher offen, zu den konkreten Planzahlen wolle man sich derzeit nicht äußern. Immerhin gab Siemens eine Tendenz an: Auf das Gasturbinenwerk in Berlin würde nur „ein äußerst geringer Teil“ entfallen. Die von Arbeitnehmervertretern genannten Größenordnung von bis zu 200 Stellen sei „bereits zu hoch gegriffen“. Mehr als 100 seien es allerdings.
Betriebsräte und Gewerkschafter hatten sich in dieser Woche besorgt um die Zukunft einzelner Bereiche von Siemens in Berlin und um den gesamten Standort gezeigt. Der sei zwar mit rund 12 000 Mitarbeitern immer noch der größte Produktionsstandort von Siemens weltweit, aber befürchtet wurde, dass er weiter an Bedeutung verliert.
Im Gasturbinenwerk in Berlin werden die leistungsfähigsten Turbinen der Welt hergestellt. Allerdings, so hatte Betriebsrat Lennart Kunde Mitte der Woche berichtet, würde Auftragsmangel herrschen. In der Regel würden jedes Jahr 45 bis 50 Turbinen hergestellt, derzeit seien es 30 bis 35. Letztes Jahr habe es ein Auftragshoch gegeben, weil ein Werk in Kanada geschlossen und ein neues in den USA aufgebaut worden waren. Aufträge waren in dieser Zeit nach Berlin umgeleitet worden. Aber selbst bei Berücksichtigung dieses Sonderfaktors liege das Berliner Werk jetzt unter der normalen Auslastung. Kunde beklagte, dass sich die Bundesregierung in der Energiewende nicht klar zum Energieträger Gas und Gaskraftwerken bekennen würde. Das würde wiederum bei Energieversorgern zur Zurückhaltung führen.
Siemens-Sprecher Alfons Benzinger betonte, dass in den vergangenen drei Jahren 700 Stellen im Berliner Werk aufgebaut worden seien, womit insgesamt 3 500 Mitarbeiter mit der Fertigung von Gasturbinen befasst seien. Jetzt seien im Zuge des aktuellen Siemens-Programms Felder analysiert worden, in denen Handlungsbedarf bestehe. Benzinger betonte, dass in den untersuchten Geschäftsfeldern mittelfristig der Stellen-Trend positiv sei. Der jetzt geplante Stellenabbau soll bis Oktober 2013 abgeschlossen sein und sozialverträglich erfolgen.
Siemens-Chef Klaus Löscher hatte kürzlich in Berlin das Ziel ausgegeben, konzernweit in den nächsten zwei Jahren sechs Milliarden Euro Kosten einzusparen. Pikanterweise hatte er dies genau in einer Produktionshalle im Gasturbinenwerk getan und damals darauf verwiesen, welche guten Produkte Siemens herstellt.
Aber auch andere Siemens-Bereich in Berlin stehen unter Druck. Für Osram fordern die Arbeitnehmervertreter neue Produktlinien. Dort waren 2009 etwa 2 100 Mitarbeiter tätig, derzeit sind es noch 1 500. Es soll weiter auf etwa 1 000 Beschäftigte reduziert werden. Im Messgerätewerk geht die Sorge um, dass 200 Arbeitsplätze nach Indien verlagert werden. Von Nokia Siemens Networks wird nach Personalabbau und Ausgliederungen nur ein kümmerlicher Rest übrig bleiben.
Für Siemens in Deutschland erwartet die IG Metall, dass dem Sparkurs etwa 5 100 Stellen zum Opfer fallen könnten. Betriebsräte und Gewerkschafter beklagen, dass der Unternehmenskurs immer stärker nur den Aktionärs-Interessen folgt.
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
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22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
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67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
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11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

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