Es ist keine Schande, noch nichts von der Yatta Solutions GmbH gehört zu haben. Das Kasseler Software-Haus wurde erst vor wenigen Jahren gegründet und beschäftigt sich mit einem für Laien ziemlich exotischem Thema. Unter Spezialisten der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) hingegen dürfte das kleine Unternehmen längst nicht mehr zu den unbekannten Größen zählen. Selbst in Reihen der Bundesregierung weiß man mit dem Namen inzwischen etwas anzufangen.
Yatta sei „eindeutig eine Erfolgsstory“, meint der Staatssekretär im Berliner Forschungsministerium, Helge Braun. Und kürzlich zeichnete Wirtschaftsminister Philipp Rösler die Firma als eine der „besonders erfolgreichen Unternehmensgründungen“ in der Sparte IKT aus. Die Kasseler hätten unter den Bewerbern den „höchsten Grad an technischer Innovation“ gezeigt.
Die Liste der Mitwirkenden im Initiativkreis Gründertage Hessen reicht von „A“ wie Agentur für Arbeit bis „W“ für Wirtschaftsförderungsgesellschaft.
Der Initiativkreis verleiht jedes Jahr in den Kategorien „Mutige Gründung“, „Geschaffene Arbeitsplätze“ und „Innovative Geschäftsidee“ den Hessischen Gründerpreis. Die Auszeichnungen werden am 22. September beim Hessischen Mittelstandstag in Baunatal verliehen.
Als Medienpartner unterstützt die Frankfurter Rundschau diese Aktion. Wir stellen die Finalisten vor.
Heute: Yatta Solutions GmbH aus Kassel, www.yatta.de.
Höchster Grad an technischer Innovation
Die Errungenschaft, mit der Yatta punktete, nennt sich UML Lab. Dieses Werkzeug („Tool“) ist eine Software für Software-Entwickler. Es gleicht zwei parallele Arbeitsgänge automatisch miteinander ab: die Darstellung in Diagramm-Form, das Modellieren, und das Schreiben des Quelltexts, das Programmieren. Damit lasse sich der aufwendige Prozess „einfacher, schneller, transparenter und kostengünstiger“ gestalten, erklärt Yatta-Manager Johannes Jacop. Das sehen Kunden wie VW offenbar genauso. Aus der Taufe gehoben wurde die Firma 2008 von acht jungen Leuten, als Ableger („Spin-off“) eines größeren Forschungsprojekts für Software-Entwicklung, an dem auch die Uni Kassel beteiligt ist. Finanzielle Starthilfe leistete der Hightech Gründerfonds, der unter anderem von der staatseigenen KfW-Bankengruppe und Konzernen wie Siemens gespeist wird. Er hält 15 Prozent des Yatta-Kapitals, die restlichen 85 Prozent liegen bei den Firmengründern. Außerdem gab es Zuschüsse aus Forschungsförderungsprogrammen des Landes Hessen und des Bundes.
Grips und Geld
Die Investitionen von Grips und Geld scheinen sich auszuzahlen. Seit November 2010 wird UML Lab online vermarktet. Mit inzwischen mehr als 8000 Downloads sei der Absatzplan deutlich übertroffen worden, sagt der 31-jährige Jurist Jacop, der neben dem Software-Experten Christian Schneider (32) als Geschäftsführer von Yatta fungiert. Zuletzt bestand das Team aus 13 Köpfen, im nächsten Jahr sollen es 20 sein. Auf sie wartet ein neues Projekt. Vielleicht wird es so erfolgreich wie UML Lab. „Damit haben wir einen Technologievorsprung von zwei Jahren“, schwärmt Jacop. Das sei bei Software eine Menge.
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