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Solarbranche: Die Sonne geht nicht unter

Preisabsturz, Kreditklemme - bisher sah es so aus, als treffe der Abschwung die Solarbranche heftig. Nun zieht Solarworld Bilanz: Die Bonner verdienen mehr als zuvor. Eine Expertin sieht die Krise gar als Chance.

Produktion bei Solarworld .
Produktion bei Solarworld .
Foto: Foto: dpa

Düsseldorf. Geht die Sonne in der Solarbranche unter? Erste Zeichen deuten darauf hin: Die erzielbaren Preise für Solaranlagen fallen, der weltgrößte Hersteller Q-Cells schickt die meisten seiner 2500 Beschäftigten in Kurzarbeit. Nun legt Solarworld Zahlen vor - und siehe da: Das erfolgsverwöhnte Bonner Unternehmen verdient im Auftaktquartal ein Viertel mehr als vor Jahresfrist. Damit nicht genug: Eine Expertin sieht die Krise als Chance für die Branche.

Im ersten Quartal habe der Konzern die Preise um rund zehn Prozent verringert, das aber durch Einsparungen auffangen können, berichtet Firmenchef Frank Asbeck. Damit kommt Solarworld besser weg als andere aus der Branche, die zum Teil Preisabschläge von über 15 Prozent verkraften müssen.

Auch andere führenden deutschen Hersteller von Solarstromtechnologie könnten gute Chancen haben, die aktuelle Wirtschaftskrise ohne große Probleme zu überstehen. "Die Branche kommt mit einem blauen Auge davon", schätzt Claudia Kemfert, Leiterin der Energieabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Zwar dürften einige Firmen, die ihre Kosten nicht ausreichend senken könnten, Schwierigkeiten bekommen und vom Markt verschwinden. Insgesamt erwartet sie "für die heimische Branche aber keine schädliche Konsolidierung". Zu den Gewinnern werden die großen, internationalen Marktführer zählen. Sie seien stark genug, den internationalen Preiskampf zu meistern.

Der aktuelle Preisverfall für Solarstromanlagen und der damit verbundene Druck auf die Produktionskosten seien sogar "gut für die Branche". Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der konventionellen Stromerzeugung komme schneller voran und sorge für zusätzliche Nachfrage.

Bei der Finanzierung von Solaranlagen für Hausbesitzer sieht sie "keine Kreditklemme" und verweist auf zahlreiche Gespräche des DIW mit Banken. Solar-Kredite gelten dank der staatlich garantierten Förderung der Solarstromerzeugung als besonders risikoarm.

Der Umsatz von Solarworld stieg im ersten Quartal um fünf Prozent auf 176 Millionen Euro. Firmenchef Frank Asbeck bekräftigte sein Jahresziel: "2009 werden wir die Umsatzmilliarde überschreiten". Im vergangenen Jahr hatte Solarworld 900 Millionen Euro erlöst.

An der Börse wurden die Aussagen mit Kursgewinnen belohnt. Die im Tec-Dax notierten Titel stiegen zeitweise um über vier Prozent auf 22,65 Euro. "Alles in allem sind das gute Ergebnisse", kommentierte Analyst Sven Kürten von der DZ Bank und empfahl die Aktien weiter zum Kauf.

Nach Ansicht von SES Research profitiert Solarworld von der eigenen Produktion von Silizium, Wafern, Zellen und Modulen. Der Konzern hebe sich von seinen Konkurrenten ab, die zum Teil kräftige Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, erklärten auch Experten der Societe Generale. (bay/ori/rtr)

Datum:  4 | 5 | 2009
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