Mainz. Das Mainzer Unternehmen Schott Solar beteiligt sich an dem milliardenschweren Solarstrom-Projekt in der afrikanischen Wüste. Das bestätigte ein Sprecher des Schott-Konzerns am Mittwoch in Mainz. Schott Solar stellt neben Photovoltaikprodukten wie Solarzellen auch ein spezielles Bauteil ("Receiver") für Kraftwerke her, die mit Hilfe von Sonnenwärme, Spiegeln und ölgefüllten Röhren Strom erzeugen ("Parabolrinnenkraftwerke").
Das am Dienstag bekanntgewordene "Desertec-Konzept" sieht vor, dass Solarstrom-Anlagen in der Sahara schon in zehn Jahren umweltfreundlich Energie produzieren.
Dabei geht es um Strom aus solarthermischen Kraftwerken, der über Gleichstrom-Hochspannungsnetze nach Europa transportiert werden könnte. Damit ließen sich nach Einschätzung der Partner etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung decken.
Am 13. Juli wollen die Unternehmen eine Industrieinitiative gründen. Für den Bau von Solarkraftwerken in der Wüste Nordafrikas sind rund 400 Milliarden Euro veranschlagt. Nach Einschätzung von Siemens würde eine Fläche von 300 mal 300 Kilometern mit Parabolspiegeln in der Sahara ausreichen, um den gesamten Strombedarf der Erde zu decken.
Bei den Überlegungen steht aus Sicht von Schott die Parabolrinnen-Technologie im Vordergrund. "Die Technologie ist erprobt", sagte der Schott-Vorstandsvorsitzende Udo Ungeheuer. Er verwies auf entsprechende Anlagen in den USA und die bislang einzige europäische Anlage in Südspanien. Nun sei der politische Wille nötig, um das Konzept umzusetzen.
Als wichtigstes Kriterium gilt bei dem Projekt, dass die Anlagen in politisch stabilen Ländern stehen. In den kommenden zwei bis drei Jahren will die Initiative konkrete Umsetzungspläne auf den Tisch legen. Neben der Münchener Rück, die sich als Sprachrohr der Initiative versteht, wollen sich die Energieversorger RWE und E.ON sowie die Deutsche Bank anschließen. (dpa)
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