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Staatsanleihen: Deutsche Banken meiden Griechenland

Deutsche Banken wollen wegen der angespannten Finanzlage in Griechenland nicht mehr in Staatsanleihen investieren. In den USA prüft die Notenbank die Geschäfte von Goldman Sachs mit Athen.

Protest gegen den Sparkurs in Griechenland.
Protest gegen den Sparkurs in Griechenland.
Foto: dpa

Brüssel. Große deutsche Banken wollen wegen der angespannten Finanzlage in Griechenland nicht mehr in Staatsanleihen des Landes investieren. Das berichtet die "Financial Times Deutschland".

Die beiden wichtigsten deutschen Staatsfinanzierer, Eurohypo und Hypo Real Estate, kündigten an, bei der bevorstehenden Finanzierungsrunde keine neuen Griechenlandbonds mehr zu zeichnen. Auch die Postbank werde kein frisches Geld in dem Mittelmeerland investieren.

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Die Deutsche Bank wolle nur noch als Investmentbank bei der Platzierung von Anleihen mitwirken - und nicht mehr selbst Geld in griechischen Staatspapieren anlegen. Große Landesbanken wie die BayernLB und die Stuttgarter LBBW wollten sich nicht äußern. Aus Kreisen der Institute hieß es allerdings, Investitionen in Griechenlandbonds seien "kaum vorstellbar".

Athens Finanzprobleme drohen sich damit deutlich zu verschärfen. Sollten sich die Anleihegläubiger aus Deutschland und möglicherweise auch aus anderen Ländern tatsächlich von Griechenland abwenden, müsste das Land höhere Zinskosten schultern. Dies würde den Kampf der Regierung gegen die enormen Staatsschulden zusätzlich erschweren. Die Griechen müssen voraussichtlich im kommenden Monat neue Anleihen ausgeben, um frisches Geld aufzutreiben.

Das griechische Debakel mit dem Euro

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Massenstreik in Griechenland (2010)

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Zweifel am Erfolg der Sparbemühungen Griechenlands belasten den Euro erneut. Viele Anleger fürchten, dass eine Verschärfung der dortigen Schuldenkrise die Konjunkturerholung der gesamten Euro-Zone bremst. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf bis zu 1,3452 Dollar, nach 1,3535 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

Der Chef der deutschen Finanzagentur, Carl Heinz Daube, warnte, sollte ein Land der Währungsunion pleite gehen, wäre dies das Ende des Euro. Daube fügte bei einer Konferenz in London jedoch an, dies sei unwahrscheinlich. Die Schuldenkrise Griechenlands sei der Lackmustest, ob die Euro-Länder zusammenstünden und ihre Probleme lösten, sagte er zu Reuters.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn wird heute den Bericht einer EU-Untersuchungskommission über die Sparbemühungen der griechischen Regierung erhalten. Dem Vernehmen nach dokumentiert der Report, dass die Athener Pläne nicht ausreichen werden, um den mit der EU vereinbarten Abbau des Defizits von nahezu 13 Prozent um vier Punkte zu schaffen.

Allenfalls sei eine Reduzierung um 1,5 bis zwei Prozentpunkte möglich. Rehn kündigte an, dass er in der nächsten Woche nach Athen reisen werde. Wahrscheinlich wird er mit den griechischen Stellen über Nachbesserungen der Sparpläne reden.

Die US-Notenbank überprüft die Geschäfte der US-Investmentbank Goldman Sachs mit Griechenland. Die Überprüfung betreffe Derivategeschäfte mit Griechenland, die Goldman Sachs und andere Banken ausgeführt hatten, sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke am Donnerstagsabend vor einer Anhörung des Bankenausschuss des Senats. (wal/ddp/rtr/dpa)

Datum:  26 | 2 | 2010
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