Deutsche Banken wollen wegen der angespannten Finanzlage in Griechenland nicht mehr in Staatsanleihen investieren. In den USA prüft die Notenbank die Geschäfte von Goldman Sachs mit Athen.
Protest gegen den Sparkurs in Griechenland.
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Protest gegen den Sparkurs in Griechenland.
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Brüssel. Große deutsche Banken wollen wegen der angespannten Finanzlage in Griechenland nicht mehr in Staatsanleihen des Landes investieren. Das berichtet die "Financial Times Deutschland".
Die beiden wichtigsten deutschen Staatsfinanzierer, Eurohypo und Hypo Real Estate, kündigten an, bei der bevorstehenden Finanzierungsrunde keine neuen Griechenlandbonds mehr zu zeichnen. Auch die Postbank werde kein frisches Geld in dem Mittelmeerland investieren.
Debatte
Erst kippen Banken - dann wackelt die Wirtschaft. Nun muss der Staat helfen. Reden Sie mit über Wege aus der Krise
Die Deutsche Bank wolle nur noch als Investmentbank bei der Platzierung von Anleihen mitwirken - und nicht mehr selbst Geld in griechischen Staatspapieren anlegen. Große Landesbanken wie die BayernLB und die Stuttgarter LBBW wollten sich nicht äußern. Aus Kreisen der Institute hieß es allerdings, Investitionen in Griechenlandbonds seien "kaum vorstellbar".
Athens Finanzprobleme drohen sich damit deutlich zu verschärfen. Sollten sich die Anleihegläubiger aus Deutschland und möglicherweise auch aus anderen Ländern tatsächlich von Griechenland abwenden, müsste das Land höhere Zinskosten schultern. Dies würde den Kampf der Regierung gegen die enormen Staatsschulden zusätzlich erschweren. Die Griechen müssen voraussichtlich im kommenden Monat neue Anleihen ausgeben, um frisches Geld aufzutreiben.
Das griechische Debakel mit dem Euro
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Das griechische Debakel mit dem Euro
Die Europäische Union und ihr Ratspräsident Herman Van Rompuy knüpfen den bisher vor allem politischen Beistand an Bedingungen: Die Griechen sollen künftig ehrlich berichten - und viel sparen.
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Das freilich gefällt den Griechen ganz und gar nicht - sie streiken und ziehen auf die Straßen.
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Das Land lebt seit Jahre über seine Verhältnisse - und mogelte sich mit geschönten Haushaltszahlen in den Euro-Raum.
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Das wird deshalb ausgerechnet jetzt zum Problem, weil Athen im April einen vergleichsweise hohen Betrag zurückzahlen muss.
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Die Märkte reagieren: Sie fürchten um die Stabilität des Euro - sein Wert, gemessen am Dollar, sinkt seit Wochen.
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Zugleich verlangen die Geldgeber von Griechenland immer höhere Risikoaufschläge, was sich am Renditeabstand zwischen griechischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen festmachen lässt.
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Viele schwache Länder haben sich Geld bei deutschen Banken geliehen.
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So lässt sich erklären, warum Deutschland mit Frankreich in Sachen Rettungspläne voranschreitet. Hier Bundeskanzlerin Merkel und der französische Staatspräsident Sarkozy in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Brüssel.
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Logo der staatlichen KfW-Bankengruppe.
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Die Euro-Staaten wollen das schuldengeplagte Griechenland unterstützen - bevor das Land pleite geht und Europa in eine neue Finanzkrise stürzt. Hier Griechenlands Premier Giorgos Papandreou.
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Massenstreik in Griechenland (2010)
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Massenstreik in Griechenland (2010)
Viel ist nicht los: Die meisten Passagiere am Internationalen Flughafen Athen scheinen sich auf den Streik der Fluglotsen eingestellt zu haben.
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Ein Plakat ruft zum Generalstreik am 24. Februar auf. Aber nicht das ganze Land steht still: Volksschullehrer unterrichten, Supermärkte bleiben geöffnet, Frachter und Tanker fahren regulär.
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Der Busverkehr steht still, ebenso die U-Bahnen.
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Griechenland plagen Schulden in Höhe von rund 300 Milliarden Euro. Das Defizit als Anteil des Bruttosozialproduktes soll von knapp 13 Prozent bis zum Jahresende um mindestens vier Prozentpunkte gesenkt werden.
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"Nein zum Stabilitätspakt": Die Demonstranten auf dem Balkon des griechischen EU-Büros in Athen lehnen die von der EU geforderte dreiprozentige Defizitgrenze gemessen am BIP ab.
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Blockade vor der Athener Börse
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Die linke Gewerkschaft PAME macht die "Plutokratie" für Griechenlands Schuldenkrise verantwortlich.
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Mit ungeliebten Steuererhöhungen und einem Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst versucht die Regierung unter Giorgos Papandreou die Schulden zu verringern.
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Papandreou hat "kein Verständnis" für den Streik, weil es einfach "kein Geld" gebe.
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Schon am 19. Februar hatten die Taxifahrer gestreikt: Der Grund war eine Erhöhung der Spritpreise.
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Die Benzinpreise waren wegen Treibstoffknappheit erhöht worden - streikende Zollbeamten hatten die Öleinfuhr verhindert.
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Der Generalstreik in Griechenland verläuft glimpflicher als befürchtet. Zwar fallen Flüge und Busse aus, Schulen bleiben geschlossen. Aber Tourismus, Handelsschiffart und Lebensmittelindustrie arbeiten weiter. Unser Bild zeigt einen schlafenden Passagier am Flughafen Athen.
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Zweifel am Erfolg der Sparbemühungen Griechenlands belasten den Euro erneut. Viele Anleger fürchten, dass eine Verschärfung der dortigen Schuldenkrise die Konjunkturerholung der gesamten Euro-Zone bremst. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf bis zu 1,3452 Dollar, nach 1,3535 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.
Der Chef der deutschen Finanzagentur, Carl Heinz Daube, warnte, sollte ein Land der Währungsunion pleite gehen, wäre dies das Ende des Euro. Daube fügte bei einer Konferenz in London jedoch an, dies sei unwahrscheinlich. Die Schuldenkrise Griechenlands sei der Lackmustest, ob die Euro-Länder zusammenstünden und ihre Probleme lösten, sagte er zu Reuters.
EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn wird heute den Bericht einer EU-Untersuchungskommission über die Sparbemühungen der griechischen Regierung erhalten. Dem Vernehmen nach dokumentiert der Report, dass die Athener Pläne nicht ausreichen werden, um den mit der EU vereinbarten Abbau des Defizits von nahezu 13 Prozent um vier Punkte zu schaffen.
Allenfalls sei eine Reduzierung um 1,5 bis zwei Prozentpunkte möglich. Rehn kündigte an, dass er in der nächsten Woche nach Athen reisen werde. Wahrscheinlich wird er mit den griechischen Stellen über Nachbesserungen der Sparpläne reden.
Die US-Notenbank überprüft die Geschäfte der US-Investmentbank Goldman Sachs mit Griechenland. Die Überprüfung betreffe Derivategeschäfte mit Griechenland, die Goldman Sachs und andere Banken ausgeführt hatten, sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke am Donnerstagsabend vor einer Anhörung des Bankenausschuss des Senats. (wal/ddp/rtr/dpa)