Nur verhaltene Freude hat die Entscheidung von General Motors in den Bundesländern ausgelöst, die über Opel-Standorte verfügen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte am Mittwoch, die Landesregierung habe stets deutlich gemacht, "dass es ihr nicht darum geht, einem Unternehmen eine Landesbürgschaft aufzudrängen".
Hessens SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte dagegen: "Meine Sorgenfalten sind nicht kleiner geworden." Die Politik sei nun nicht mehr an den weiteren Entscheidungen beteiligt, die "Sicherheitsbolzen" seien damit vorerst gezogen.
Thüringens Wirtschafts- und Arbeitsminister Matthias Machnig (SPD) sagt der Frankfurter Rundschau, er habe ein gewisses Verständnis dafür, dass General Motors das politische Theater um Opel beendet habe.
Vor allem innerhalb der hessischen Landesregierung habe es unterschiedliche Ziele gegeben. "GM wollte endlich Klarheit in der Sache." Machnig: "Jetzt entsteht allerdings neue Unsicherheit für die Opel-Standorte und ihre Beschäftigten." Er kündigte an, mit dem Werk in Eisenach und seinen Mitarbeitern zu beraten, wie Opel- Eisenach als Standort noch attraktiver gemacht werden könne.
Freude und Warnung
Der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Jochen Hartloff begrüßte die überraschende Wende im Opel-Poker. Zugleich warnte er vor Schritten, die die hiesigen Standorte des angeschlagenen Autobauers gefährden könnten. Das Verhalten von GM sei "in der Vergangenheit durch das sehr wechselhafte Verhalten nicht vertrauensstärkend gewesen". Er hoffe, dass die neue Entscheidung "nicht Einschnitte nach sich zieht, die die Zukunft der Standorte Kaiserslautern und Rüsselsheim gefährden", teilte Hartloff mit.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) geht davon aus, dass der US-Autobauer General Motors trotz des Rückzugs seiner Bürgschaftsanträge das Werk seiner Tochter Opel in Bochum erhält. Er habe noch am Nachmittag mit dem Opel-Management in Rüsselsheim, der IG Metall und dem Bochumer Betriebsrat gesprochen und erwarte, dass der Restrukturierungsplan für Opel nun umgesetzt werde, sagte Rüttgers am Mittwoch in Düsseldorf. Dies sei ihm in den Gesprächen zugesichert worden.
Das Bochumer Werk bleibe damit bestehen. Erste Reaktionen aus dem Bochumer Opelwerk fielen zurückhaltend aus. "Ich will erst einmal von GM wissen, was hier genau passieren wird", sagte ein Monteur aus Werk 1. Der neue Zafira, der in Bochum gebaut werden soll, sei zu wenig. (frs/bho/dpa/rtr)
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