Nach der Steuerrazzia bei der Deutschen Bank geht deren Co-Chef Jürgen Fitschen in die Offensive. In Interviews mit „Handelsblatt“ und „Bild“-Zeitung wies der Manager die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurück. Zugleich gestand Fitschen Fehler der Bank ein. Er wolle daher den angekündigten Kulturwandel bei der Deutschen Bank forcieren.
„Meines Erachtens war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen“, sagte Fitschen dem „Handelsblatt“. Zu den Vorwürfen der schweren Umsatzsteuerhinterziehung gegen sich selbst sagte Fitschen der „Bild“-Zeitung: „Ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich als unbegründet erweisen werden.“
Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat am Mittwoch (12.12.12) zahlreiche Räume der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Auch in Berlin und Düsseldorf gab es Razzien.
Foto: dapdFür einen Rücktritt sehe er keinen Grund, betonte der Manager, der Deutschlands größtes Geldhaus seit Juni 2012 gemeinsam mit dem Investmentbanker Anshu Jain führt: „Jetzt werden wir die Ärmel noch weiter hochkrempeln, um unseren Wandel zügig voranzutreiben.“
In der Steueraffäre bei der Deutschen Bank gehen die Ermittler davon aus, dass ihnen Unterlagen vorenthalten wurden. Diese wären für die Aufklärung des Falles nötig gewesen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitagsausgabe). So seien E-Mails zu den mutmaßlich kriminellen Geschäften vermutlich gelöscht worden. Das sei einer der zentralen Vorwürfe in den Haftbefehlen gegen fünf Beschäftigte der Bank, berichtet die Zeitung.
Die Bank wehrt sich gegen die Anschuldigungen und erklärt, niemand habe manipuliert. In den riesigen Datenmengen sei es zu unbeabsichtigten Lücken gekommen. Der Vorwurf sei absurd.
Das sah das Amtsgericht Frankfurt am Donnerstag offenbar anders und schickte vier Beschäftigte in Untersuchungshaft, ein Fünfter wurde aus gesundheitlichen Gründen geschont. Zu den in Gewahrsam genommenen gehört den Angaben zufolge ein führender Mitarbeiter aus dem Rechtsbereich, der für das Geldinstitut und dessen Vorstand große Justizverfahren betreut.
Am Mittwoch hatten hunderte Beamte die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main und mehrere Büros durchsucht. Die Vorwürfe der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen 25 Mitarbeiter lauten auf Steuerhinterziehung, Geldwäsche und versuchte Strafvereitelung im Zusammenhang mit dem millionenschweren Handel mit Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate).
Auch gegen Co-Vorstandschef Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause wird ermittelt, weil sie die fragliche - und später korrigierte - Umsatzsteuererklärung der Bank für das Jahr 2009 unterschrieben hatten. Dazu sagte Fitschen der Zeitung: „Ich fühle mich ungerecht behandelt.“ Er bedauere es sehr, dass die Bank mit ihren hausinternen Ermittlungen „noch nicht weiter“ gekommen sei. (dpa/dapd)
Die Enttarnung geheimer Geschäfte in Steueroasen beschäftigt Politik und Wirtschaft. Berichte und Hintergründe finden Sie in der Offshore Leaks-Themensammlung.
|
|
22% | Ja, finde ich gut. Die Unternehmen ernennen von sich aus keine Frauen. |
|
|
67% | Nein, ich bin dagegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Geschlecht. |
|
|
11% | Ist egal, für die Wirtschaft ist das nicht entscheidend. |

Die Geschichte der griechischen Krise wird sehr einseitig beschrieben. Europa ist gut, Athen ist böse. Europa muss sein Sorgenkind erziehen - oder es aus dem Euro werfen. Es geht um „Lügen“, „Sorgen“ und der teuren „Rettung“. Dahinter verbergen sich knallharte Interessen. Mehr...
Was Sie kaufen müssen, um den Euro zu retten - und wie Sie den Krisenländern helfen können.
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.

Die Zukunft der Frankfurter Rundschau ist gesichert. Die Eigentümer betonen, es gibt keinen Einfluss auf das gewachsene politische Profil. Chefredakteur Festerling blickt nach vorne: "Wir haben einiges vor."