Der Renner der Saison ist mit Vorsicht zu genießen. Das hochgelobte E-Bike birgt noch einige Sicherheitsmängel. Von zwölf getesteten Fahrrädern mit Zusatzmotor schnitten nur drei mit der Note Gut ab, zwei von ihnen wurden sogar mit Mangelhaft bewertet.
Neben Problemen wie schwachen Bremsen und gebrochenen Rahmen ist auch noch die Haftungsfrage bei den Fahrrädern mit elektrischer Tretunterstützung, Pedelec genannt, ungeklärt – insbesondere bei solchen mit Anfahrhilfe bis sechs Kilometer pro Stunde. Es hängt bisher vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab, ob der Versicherungsschutz auf „nicht selbstfahrende Fahrzeuge“ beschränkt ist oder auch bei Pedelecs greift. Der ADAC fordert von der Versicherungswirtschaft, diese Lücke schnellstmöglich zu schließen.
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 200.000 Pedelecs verkauft. Der Verein Generationen Netzwerk für Deutschland (GND) nahm dies zum Anlass, um in Kooperation mit dem ADAC und der Stiftung Warentest die Fahrräder mit Elektroantrieb zu testen. Es wurden unter anderem die elektrische Funktion und Sicherheit des Fahrrads, des Akkus und der Ladegeräte getestet sowie die Haltbarkeit des Rahmens und der Bremsen.
Das größte Problem ist die mangelhafte Sicherheit. Schon im vergangenen Jahr musste die Marke Pegasus 11.000 Elektrofahrräder aufgrund gebrochener Rahmen zurückrufen. Diese Schwachstelle hat sich nun erneut gezeigt: Nach 10.000 Kilometern auf dem Prüfstand brach der Rahmen des geprüften Pegasus E-Tour, was ihm die Note Mangelhaft einbrachte. Gleich schlecht schnitt auch das Ruhrwerk-E-Bike wegen seiner schwachen Bremsen ab. Drei weitere Räder, Giant, Kettler und KTM, haben eine „ausreichende“ Bremswirkung. Das doppelte Gewicht von E-Bikes im Vergleich zu Fahrrädern ohne Antriebshilfe (zirka 30 Kilo) und die deutlich höhere Geschwindigkeit machen funktionierende Bremsen noch wichtiger. Die oben genannten Modelle schafften es aber nicht, das Gesamtgewicht der Räder mit der geforderten Verzögerung zum Stehen zu bringen. Stiftung Warentest kritisierte das als „gefährliche Schwachstellen“. Die drei „guten“ Räder im Test sind das Trekkingrad Diamant Zouma Sport+ sowie die Komforträder Kreidler Vitality Elite und das Raleigh Leeds HS. Die Testfahrerattestierten ihnen Fahrspaß und Benutzerfreundlichkeit.
Generell gab es für das Fahrgefühl die besten Noten, Schwachstellen sind hier lediglich das Schalten und das Fahrverhalten ohne Motorunterstützung.
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