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29. Dezember 2015

Streaming-Dienst: Netflix gewinnt mächtig an Wert

 Von 
Schrei vor Glück: Katie Finneran, Schauspielerin in der erfolgreichen Netflix-Serie „Bloodline“.  Foto: REUTERS

Der Streamingdienst wächst und wächst. Investoren ist klar: die Fernsehzukunft liegt in Abrufdiensten. Die Frankfurter Rundschau erläutert, warum Netflix so erfolgreich ist.

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Für Investoren ist klar: Das traditionelle TV ist tot. die Zukunft gehört den Abrufdiensten. Dies lässt sich aus der Entwicklung des Aktienkurses von Netflix ablesen. Die FR erläutert, warum der Anbieter von Streamingdiensten so erfolgreich ist und wie sich der deutsche Markt entwickelt.

Was hat sich beim Börsenwert von Netflix getan?
Nach den Daten des US-Finanzdienstes Bloomberg ist das Netflix-Papier die Aktie, die im vielbeachteten S&P-500-Index in diesem Jahr den größten Wertzuwachs verzeichnete. Der Dividendentitel legte um 142 Prozent zu. Das Unternehmen ist damit laut Bloomberg mehr als 50 Milliarden Dollar wert – das ist mehr als die Mediengiganten CBS, Viacom und AMC Networks zusammen auf die Waage bringen. Die Bedeutung des Unternehmens zeigt sich auch daran, dass der Streamingdienst mittlerweile für ein Drittel des Volumens des weltweiten Internetverkehrs verantwortlich ist.

Wie ist der Anbieter so groß geworden?
Netflix startete 1997 als Online-DVD-Verleih. 2007 startete die Firma das Online-Streaming: Die digitalisierten bewegten Bilder werden über das Internet zu den Nutzern geschickt. Die können sich die Filme zwar anschauen, aber nicht auf ihren Rechnern oder Smart-TVs speichern. Netflix ist also nichts anderes als eine Online-Videothek für Filme und Serien. Der Zuschauer abonniert den Dienst gegen eine monatliche Gebühr und kann dann unbegrenzt viele Streifen anschauen. Damit ist der Zuschauer nicht an einen bestimmten Sendetermin gebunden.

Was kommt zum Abrufen nach Bedarf hinzu?
Das Unternehmen aus Kalifornien produziert auch eigene Filme. Am bekanntesten ist die Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey in der Hauptrolle. Sie kam nicht nur bei den Zuschauern gut an, sondern heimste auch viele Preise ein. Auch die Frauen-Gefängnis-Serie „Orange is the New Black“ feierte große Erfolge.

Wie entwickeln sich die Nutzerzahlen?
Zum Ende des dritten Quartals kamen weltweit knapp 70 Millionen Kunden zusammen – 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die USA sind mit 43 Millionen Abonnenten wichtigster Markt. Der Marktanteil liegt bei gut 70 Prozent.

Wie sehen die Perspektiven aus?
Die Marktforscher von IHS Technology erwarten, dass im neuen Jahr die Zahl der Nutzer auf 83 Millionen steigt. 2017 könnte dann die 100-Millionen-Grenze geknackt werden. Netflix will vor allem in mehreren asiatischen Ländern an den Start gehen. Das Management hat sich vorgenommen, die Zahl der Eigenproduktionen zu verdoppeln. Dazu gehören auch solche, die speziell für den französischen und den britischen Markt gemacht werden.

Wie sieht es mit Konkurrenten aus?
Die Konkurrenz ist groß. Amazon imitiert das Konzept von Netflix mit seinem eigenen Abrufdienst. Auch hier sind zahlreiche Eigenproduktionen geplant. Auch Pay-TV-Sender wie HBO in den USA wollen dem Newcomer nicht das Feld überlassen und stecken viel Geld in neue Filmprojekte.

Warum sind die Netflix-Produktionen so erfolgreich?
Netflix ist nicht nur eine Internet-TV-Firma, sondern auch ein Datenanalyse-Unternehmen. Geliefert werden die Daten von den Nutzern. Ihr Sehverhalten wird genau analysiert. Dabei geht es nicht nur darum, welche Filme und Serien abgerufen werden. Auch das Suchverhalten in der Videothek wird genau auseinandergenommen. Netflix weiß auch, an welchen Stellen der Zuschauer beim Anschauen eines Filmes aussteigt oder wann er das Streaming unterbricht. Daraus lassen sich einerseits sehr präzise Empfehlungslisten erstellen, die der Nutzer gezeigt bekommt, wenn er Netflix aufruft. Die Auswertung der Daten hat daneben den Vorteil, dass es damit möglich wird, die Vorlieben von Millionen von Nutzern zu erfahren. Daraus lässt sich prognostizieren, was erfolgreich sein wird. Dies hilft enorm bei der Auswahl der Drehbücher für eigene Produktionen. Aber auch die Konkurrenz arbeitet mit solchen Algorithmen.

Wie kommt Netflix in Deutschland an?
Der Branchendienst Digital TV Research geht davon aus, dass es hierzulande derzeit etwa 1,2 Millionen Abonnenten gibt, bei 37 Millionen Fernsehhaushalten. Experten begründen die Zurückhaltung mit dem großen Angebot, das die Öffentlich-Rechtlichen offerieren. Doch kommt bei den neuen Anbietern langsam aber sicher einiges in Bewegung. So ist auch beim Bezahlsender Sky eine steigende Tendenz der Nutzerzahlen zu erkennen.

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